Noch einmal zum Nettogeld

Silke, Donnerstag, 08.11.2018, 00:47 (vor 639 Tagen) @ nereus3098 Views
bearbeitet von Silke, Donnerstag, 08.11.2018, 00:52

Lieber nereus,

Entschuldige, ich hatte Deine Antwort übersehen und diese jetzt mehr
zufällig gefunden.

Ich muss sowieso noch Argumente sammeln, da ich das Thema DDR-Steuern-Geld-Kredit-Zins im EWF und DGF unzureichend beleuchtet finde aber in anderen Quellen schlicht falsch dargestellt erlebe.

Du fragst nach dem Nettogeld, wie es @Tassie für die DDR formulierte.
Du sagst: Nettogeld wäre kein Geld.

Das schrieb z. B. @dottore, @Elli, @Ashitaka, @pigbonds, @Phoenix u.a.:
"Selbst die Bibel macht sich über Austrians, Marxisten und andere Tausch- und
Nettogeldtheoretiker lustig."
@pigbonds

Ausführlicher hier:
Es gibt kein Nettogeld, selbst Scheidemünzen gibts nicht netto
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=339502
verfasst von Ashitaka, 28.01.2015, 10:41

Dann müßte die ZB ihr "Geld" auf der Aktivseite der Bilanz führen. Tut
sie nur mit Münzen (die damit Netto-Geldvermögen darstellen, und bei
denen der Staat die Seignorage einstreicht). Für diese trifft Deine
Aussage zu.

In keiner Zentralbankbilanz kann Geld aktiviert werden. Geld stellt für die Zentralbank immer ein Passivum dar. Die aktivierten Scheidemünzen sind kein Geld, ebenso wie die Banknoten nicht das das Geld sind. Beides sind Beurkundungen (Prägungen) des Geldes, weshalb sie Münzen (moneta = Erinnerung) oder Note heißen.
Wenn das unglaublich klingt, dann gehe bitte der debitistischen Frage nach, ob eine Scheidemünze ohne ein Schuldverhältnis, das die Zentralbank akzeptiert, überhaupt in Umlauf kommen kann. Gibt es jemanden, der sie ohne Schuldverhältnis verschenkt? Wie Dottore schon erklärte, springt weder eine Münze, noch eine Eurobanknote netto in die Welt, sondern kann als Zahlungsmittel nur dadurch in Umlauf gebracht werden, dass sich jemand entsprechend verschuldet.
Wenn du einen Schalter kennst, an dem die Münzen verschenkt werden, dann gebe mir bitte bescheid.

Bei den Noten und ZB-Guthaben der GBen nicht - die sind eindeutig KEIN
Nettovermögen der VoWi (da der Passivseite der ZB die gleich hohe
Aktivseite der GB gegenübersteht, mit der sich das Nettofinanzvermögen zu
Null aufaddiert).

Auch den Scheidemünzen stehen geldpolitische Operationen (Passiva) gegenüber. Denn niemandem werden die Scheidemünzen geschenkt."

Deshalb sind doch die ganzen Vollgeldphantasien Unfug.
Wer unlimitiert mit nicht schuldhinterlegten Scheidemünzen nach dem Gießkannenprinzip das Währungsgebiet flutet, betreibt einfach nur eine Verwässerung der Währung und riskiert einen Vertrauensverlust.

Zur Bilanzierung von Scheidemünzen hier:
Münzgewinn (Nettogeld?) - Verständnisfrage zur BuBa-Buchung

Da schauen wir einmal in die Sammlungen des @Dottore (erweitere Version)

Auf Seite 27 finde ich: Scheidemünzen sind klassisches Nettogeld.

"Die Differenz zwischen Nominal und Herstellungskosten stellt tatsächliches Nettogeld dar."
@dottore

Scheidemünzen werden gegen entsprechende Reduktion des ZB-Guthabens ausgereicht. Um das ZB-Guthaben aufzubauchen müssen notenbankfähige Titel im Repo oder Ankauf her.
Die geschlagenen Metallscheiben liegen so lange zu Produktionskosten bilanziert im Keller der ZB bis sie auf Wunsch der GB's gegen Reduktion ihres ZB-Guthabens wie die Euroscheine auch rausgereicht werden.

[/b] Ihnen entspricht weder beim Staat (der ohnehin nicht bilanziert)
noch bei der Bundesbank ein Passivposten (im Gegensatz zu den dort passiv
verbuchten Banknoten; Scheidemunzen, die sie selbst halt, verbucht die
Bundesbank aktiv wie jede andere Firma auch, inkl. Geschaftsbanken).

Weiß nicht so recht...

Weiter geht es auf Seite 84: So wenig wie es Nettogeld geben kann
, kann es also Nettoersparnisse geben. Dies gilt sub summa aller
Volkswirtschaften, auch wenn der Augenschein uns anderes zu lehren scheint.

Oha, Tante Grete – was ist das denn? [[hae]]
Scheidemünzen sind das klassische Nettogeld,

Nach Ashitaka eher nicht.

doch Nettogeld kann es nicht
geben.

Die Begriffe Netto und Geld schließen sich gegenseitig aus, weil Geld auf Schuldtiteln/Leistungsversprechen daher kommt.
Falschgeld ist Nettogeld.

Dann werfe ich jetzt alle meine Münzen von meiner Geldbörse in den
Gulli, oder? [[freude]]

Wieso denn? Sie sind doch GZ und in StZM wandelbar..

Gibt es noch etwas zum Nettogeld?
Aber sicher, z.B. auf Seite 138, wo ein Ausweg aus der Welt-Insolvenz
gesucht wird.

Technisch gesehen gäbe es einen Ausweg aus der weltweiten Insolvenz,
nämlich die Herausgabe von Notenbankgeld ohne (!) gleichzeitige
Hereinnahme von bereits existierenden Schuldtiteln (nicht mal von
Staatspapieren).

Dann ist das System sofort kapuut, da nicht mehr aufgeschuldet werden kann - kein Vertrauen (das ist der Dreh- und Angelpunt eines Machtsystems).

Es mussten alle Notenbankgesetze geändert werden (vor allem bei der EZB
extrem schwierig, da EZB-Recht = Völkerrecht). Dies machen "harte"
Notenbanken wie die Bundesbank NIEMALS mit!

Die werden noch ganz andere Sachen mitmachen müssen.
Die Gesetze werden sämtlich von den Beraternetzwerken, den großen weltweit agierenden Anwaltskanzleien geschrieben, die das System und ihre Vorteile darin erhalten waollen und werden.

Das dann "netto" ausgegebene Notenbankgeld musste "irgendwie" verteilt
werden. Ein Verfahren dafür ist nicht vorstellbar. Da nur Banken
"Geschäftspartner" der Notenbanken sind, mussten sie das Nettogeld
irgendwie erhalten. Welche Bank erhält wieviel?
Windhundverfahren, Losverfahren, First come, first serve? [/i]

Hier gibt es einmal das Nettogeld, dann aber wieder doch nicht, also quasi
nur ein bisschen schwanger. [[hae]]

Merke:
Alles was Falschgeld ist ist Nettogeld, egal ob das nun ein Fälscher oder ein Staat in Umlauf bringt. Falschgeld/Nettogeld ist nicht mit Schuldtiteln=Leistungsversprechen hinterlegt.

Auf Seite 198 finden wird dann noch dies zum Nettogeld.

Der Staat kann zwar legal tender (!) "schaffen", indem er irgendwas
dazu erklärt (plus Monopolisierung desselben). "Geld schaffen" aber kann
er nur, indem er das oder ein weiteres legal tender selber herstellt - als
Staatspapiergeld (Nettogeld ohne Termin, wie z.B. Scheidemünzen).
Dieses endlich einmal auseinander zu halten, wäre hilfreich.

Geld wird in den geldpolitischen Operationen der ZB's geschaffen, wenn notenbankfähige Titel angedient werden können.

Da ich stimme ich dem Meister zu und ergänze.
Was ist denn jetzt konkret Nettogeld und existiert es oder existiert es
nicht?
Die Definitionen beißen sich ein wenig und wenn unterschiedliche
Sachverhalte gemeint sein sollten, wäre es auch hilfreich die Begriffe
verschieden zu benennen.

Siehe oben: Nettogeld=nicht mit Schuldtitel hinterlegt (heutzutage nur noch Falschgeld)
Viele Definitionsfindungen im Forum sind Prozesse gewesen und noch Prozesse. Da muss man teils den Sinn erahnen wie eben auch bei dem "Geldcharakter" - der Systemeigenschaft, weil die Kompetenz, mit solchen Begrifflichkeiten zu hantieren scheinbar ein Alleinstellungsmerkmal des DGF ist.

Ich hoffe, Du stimmst mir der zuerst erforderlichen Begriffsbestimmung zu,
sonst wir ja überhaupt nicht, worüber wir später reden. [[zwinker]]

Ja, das wäre ein Fall für die Realenzyklopädie - Netto- und Vollgeld.

Du hast dich um die Frage gedrückt, warum die DDR aus deiner Sicht untergegangen sein könnte.

Liebe Grüße
Silke


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