Inflation und Aufschuldung im Goldstandard

Phoenix5, Freitag, 14.09.2018, 13:11 (vor 659 Tagen) @ Diego24067 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 14.09.2018, 13:43

Hallo Diego2!

Deine Argumentation kann ich nachvollziehen und kenne sie in Ansätzen aus
Deinen und anderen Beiträgen hier in den letzten Jahren.

Eine Frage bleibt meines Erachtens aber immer noch offen, warum hat es in
den Zeiten des Goldstandards so lange eine monetäre Stabilität gegeben,
ohne massive Aufschuldung und Inflation ?

Dass es im Goldstandard keine Inflation gab, ist ein Gerücht, das Goldbugs und Austrians gern in die Welt setzen. Hier die Inflationsraten ab 1775 in den USA:

http://socialdemocracy21stcentury.blogspot.com/2012/10/the-gold-standard-did-not-preven...

Wenn im Goldstandard Kredite aufgenommen wurden (Boom), gab es Inflation. Wurde die Kredite durch Leistung beglichen (Bust), gab es Deflation. Genauso wie im heutigen System. Der Unterschied ist, dass es im Goldstandard zu keinen Kredit-Exzessen kommen konnte, weil das die Golddeckung und mit ihr die Zinsen verhinderten.

Diese Tatsache ist bekannt, die
exzessive Verschuldungsszunahme trat erst nach Aufhebung des Goldstandards
auf (weshalb er so bleibt in gewissen Kreisen ist).

Richtig. Erstens weil Boom-Phasen (wenn in einem Zeitraum sehr viel Kredite aufgenommen wurden, die erst später getilgt wurden – in der Zwischenzeit gab es Inflation) durch Gold oder eine Golddeckung gebremst wurden. Zweitens, weil der Staat nicht die Möglichkeit endloser Staatsverschuldung hatte. Auch er war an die Deckung gebunden. Der Staat ist der einzige Marktteilnehmer, der Kredite aufnimmt (= Inflation), ohne zu leisten (= ausbleibende Deflation). Er prolongiert nur – zahlt also nur die Zinsen der alten Kredite mit neuen Krediten. Schau dir die Staatsverschuldung seit Aufgabe der Goldbindung an und du weißt woher die Inflation kam.

Beste Grüße
Phoenix5

--
Ein Buch für Keinen - Der Kapitalismus nach Paul C. Martin


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