Ein Bisschen logisches Denken statt langem Geschwurbel würde die Sache klären

Mephistopheles, Datschiburg, Mittwoch, 12.09.2018, 07:24 (vor 750 Tagen) @ paranoia4815 Views

Hallo Phoenix5,

Hallo Paranoia,

ich nehme an, wir gehen in dem Punkt d’accord, dass du mit "Einlagen"
keine Giralgeld-Überweisung auf ein Girokonto meinst (die ja auf der
Passiv-Seite gebucht werden, da eine Forderung des Kontobesitzers gegen

die

Bank), sondern Bargeld? Aber auch bei Bargeld trifft das nicht zu.


das ist vollkommen egal.
Guck' Dir mal die einfachste Bank der Republik an, die Raifeisenbank
Gammesfeld. Da steht der Chef hinter der Kasse.

Dem ist es vollkommen egal, ob er von Dir 100.000,- Bares erhält, oder
Geld per Überweisung, wenn Du Dein Girokonto bei ihm befüllst.
Ob nun das Geld in der physischen Kasse landet, oder auf seinem Konto bei
der Bundesbank ist ihm fast* egal.

Technisch ist das ganze eine Bilanzverlängerung, Du hast Forderungen
gegen ihn und er hat dafür Geld in der Kasse oder auf dem
Bundesbankkonto.

Und wenn da nun ein paranoia vorbeikommt und EUR 100.000,- für einen
Konsumentenkredit (neuer Tesla) will und er ausreichend Liquidität in der
Kasse hat, dann kriegt der paranoia den Kredit.

Das Ganze ist eine Bilanzverlängerung: Fritz Vogt (Chef der Raifeisenbank
Gammesfeld) hat jetzt eine Kreditforderung über EUR 100.000,- gegen
paranoia und paranoia hat jetzt 100.000,- auf dem Girokonto stehen.

Nun folgt der zweite Akt, den die "Geld-aus-dem-Nichts-Schwätzerfraktion"
gerne übersieht. Paranoia überweist nämlich die Kohle seinem
Tesla-Händler.
Jetzt schrumpft die Bilanz der Raiffeisenbank. Die Einlagen von paranoia
verschwinden, und die Kasse von Fritz Vogt ist um EUR 100.000,- ärmer.
=> Bilanzverkürzung.

Die Einlagen von Phoenix5 aus meinem Beispiel sind weiterverliehen
worden.
In Wirklichkeit kannst Du bei einem großen Institut natürlich keine
1:1-Beziehung herstellen, aber die Einleger füllen die Liquiditätstöpfe,
die Kreditnehmer leeren ihn (erstmal).

Ob nun Bananenhändler oder Geldhändler (Bank): Der Bananenhändler kann
nur Bananen verkaufen, die er liefern kann, die Bank das Geld genauso.

Wertpapierpensionsgeschäfte mit der EZB sind nur eine
Refinanzierungsquelle von vielen.
Und die Autoforderung kann der Vogt der EZB nicht aufs Auge drücken.

Guck' Dir einfach die Bilanz der Deutschen Bank oder irgendeiner anderen
Bank an: Passivseite=Mittelherkunft, Aktivseite=Mittelverwendung!

ausgelöst, Bargeld verschwindet bei der ZB. Bargeld wird immer durch

einen

"Kredit" der ZB an die GB generiert.


Nein. Schau' Dir bitte Bankenbilanzen an. Die Zentralbank ist eine Quelle
von vielen.
Eine Kraftwerkskredit über 30 Jahre wirst Du fristenkongruent auch kaum
bei einer Zentralbank refinanzieren können, oder?


Leider muss ich immer wieder sehen, dass ganz viele Foristen aus einem
ganz einfachen Vorgang etwas unwahrscheinlich kompliziertes machen, ob nun
mit "Schatzkammer" oder sonstigen Schleifen und Umwegen.


Der einfache Vorgang: Bevor die Bank eine Einlage verzeichnen kann, muss sie dieses Geld erst einmal herausgegeben haben. Erst danach kann sie Einlagen verzeichnen.
Schritt 1: Bank gibt Geld heraus.
Schritt 2: Dieses Geld landet irgendwann einmal wieder bei der Bank als Spareinlage oder Giroeinzahlung.
Banken geben Geld nur in der Form von Kredit aus.
Der Kraftwerkskredit über 30 Jahre wird vorher ausgegeben, bevor er in Form von bezahlten Stromrechnungen wieder bei der Bank landet.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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