Da finden wir nicht zusammen.

Phoenix5, Mittwoch, 12.09.2018, 03:16 (vor 696 Tagen) @ paranoia4834 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 12.09.2018, 03:46

Hallo Paranoia!

Dem ist es vollkommen egal, ob er von Dir 100.000,- Bares erhält, oder
Geld per Überweisung, wenn Du Dein Girokonto bei ihm befüllst.
Ob nun das Geld in der physischen Kasse landet, oder auf seinem Konto bei
der Bundesbank ist ihm fast* egal.

Technisch ist das ganze eine Bilanzverlängerung, Du hast Forderungen
gegen ihn und er hat dafür Geld in der Kasse oder auf dem
Bundesbankkonto.

Ja.

Und wenn da nun ein paranoia vorbeikommt und EUR 100.000,- für einen
Konsumentenkredit (neuer Tesla) will und er ausreichend Liquidität in der
Kasse hat, dann kriegt der paranoia den Kredit.

Ja, aber den würde Paranoia auch ohne die Einlage zuvor bekommen. Genau das Beispiel habe ich in Mythos III anhand der reichen Privatperson beschrieben. Reiche Person vergibt Phoenix5 Kredit, indem sie einfach 100.000€ auf einen Zettel schreibt. Phoenix5 geht damit bei Mephistopheles einkaufen. Mephistopheles nimmt den Zettel, geht damit zur reichen Person, verzichtet aber auf die Auszahlung in bar, wenn er dafür von der reichen Person Zinsen erhält.
So: Jetzt sind wir in deiner Ausgangsstellung. Die reiche Person hat eine "Spareinlage". Jetzt kommt Paranoia vorbei und will einen Kredit von 100.000€. Die reiche Person kann dafür Paranoia einfach den Zettel von Mephistopheles geben, stimmt. Das wäre dann dein "Weiterverleihen von Spareinlagen". Allerdings macht es bilanziell überhaupt keinen Unterschied, ob sie dir den Zettel (die Spareinlage) von Mephistopheles gibt, oder ob sie einfach einen neuen Zettel mit der Zahl 100.000€ schreibt. So oder so hat sie Verbindlichkeiten Mephistopheles und dir gegenüber (nämlich 2 x 100.000€ refinanzieren, d.h. in bar ausbezahlen zu können), die mit ihren Aktiva gedeckt sein müssen, sonst ist die "reiche" Person schnell pleite. In unserem Beispiel wissen wir nichts über die genauen Aktiva der reichen Person, nur dass sie eine Forderung gegenüber Phoenix5 von 100.000€ hat. Wäre diese Forderung ihr einziger Aktivposten, wäre sie 100.000€ in der Miese.

Das gleiche gilt für eine Bareinzahlung. Phoenix5 zahlt 100.000€ in bar ein und ihm wird ein Sichtguthaben von 100.000€ eingeräumt, d.h. die Bank hat eine Verbindlichkeit Phoenix5 gegenüber, nämlich die 100.000€ in bar.

Aktiv: 100.000€ Bargeld
Passiv: 100.000€ Verbindlichkeit Phoenix5 gegenüber


Jetzt kommt Paranoia und will 100.000€ Kredit. Die könnte ihm die Bank jetzt natürlich in bar ausbezahlen, weil sie ja die 100.000€ von Phoenix5 in der Kassa hat.

Aktiv: 0€ Bargeld, 100.000€ Forderung gegen Paranoia
Passiv: 100.000€ Verbindlichkeiten Phoenix5 gegenüber

Aber auch hier ist meine Einzahlung zuvor für den gesamten Vorgang unnötig. Sie kann dir nämlich genausogut einfach 100.000€ Kredit einräumen und wenn du diesen in bar ausbezahlt haben willst, geht sie mit dieser Forderung dir gegenüber einfach zur ZB (wir nehmen jetzt der Einfachheit halber an, dass diese Forderung notenbankfähig wäre), holt sich das Bargeld und zahlt es dir aus. Das Beispiel also ohne Spareinlage von Phoenix5:

Aktiv: 0€ Bargeld, 100.000€ Forderung gegenüber Paranoia
Passiv: 100.000€ Verbindlichkeiten der ZB gegenüber.

Ergo -> Kein Unterschied!

Das Ganze ist eine Bilanzverlängerung: Fritz Vogt (Chef der Raifeisenbank
Gammesfeld) hat jetzt eine Kreditforderung über EUR 100.000,- gegen
paranoia und paranoia hat jetzt 100.000,- auf dem Girokonto stehen.

Ok.

Nun folgt der zweite Akt, den die "Geld-aus-dem-Nichts-Schwätzerfraktion"
gerne übersieht. Paranoia überweist nämlich die Kohle seinem
Tesla-Händler.
Jetzt schrumpft die Bilanz der Raiffeisenbank. Die Einlagen von paranoia
verschwinden, und die Kasse von Fritz Vogt ist um EUR 100.000,- ärmer.
=> Bilanzverkürzung.

Ich gehe davon aus, dass Tesla sein Girokonto bei der gleichen Bank hat, bei der Paranoia seinen Kredit aufgenommen hat. Auch hier ist die Einzahlung von Phoenix5 zu Beginn völlig irrelevant. Wenn Phoenix5 das Geld elektronisch überwiesen hat, dann spielt es nur eine Rolle, ob er das von einem Konto der Raiffeisenbank selbst gemacht hat, dann wurde nur Geld von einem Raiffeisen-Konto auf´s andere verschoben. Hat er es vom Konto einer anderen Bank gemacht, dann hat diese andere Bank eine Forderung der Raiffeisenbank gegenüber, die beim Clearing wieder in Zentralbankgeld ausgeglichen werden muss. So oder so ist meine Einzahlung von deinem Kredit (oder der Einzahlung von Tesla) völlig unabhängig. Da wird nichts weiterverliehen.


Wertpapierpensionsgeschäfte mit der EZB sind nur eine
Refinanzierungsquelle von vielen.

Ja, die Bank könnte der ZB auch Vermögenswerte verkaufen. Egal, wie sie Bargeld generiert. Es ist immer ein Aktivtausch zwischen GB und ZB!

ausgelöst, Bargeld verschwindet bei der ZB. Bargeld wird immer durch

einen

"Kredit" der ZB an die GB generiert.


Nein. Schau' Dir bitte Bankenbilanzen an. Die Zentralbank ist eine Quelle
von vielen.

Wer darf denn noch Bargeld drucken?

Eine Kraftwerkskredit über 30 Jahre wirst Du fristenkongruent auch kaum
bei einer Zentralbank refinanzieren können, oder?

Wenn dieser Kredit wieder als Einlage bei der Bank landet und in bar ausbezahlt werden soll, gibt es nur die ZB als Ausgabestelle.
Erklär mir doch, wie ZUERST Bargeld da sein kann, noch bevor Kredit vergeben wurde?

Beste Grüße
Phoenix5

--
Ein Buch für Keinen - Der Kapitalismus nach Paul C. Martin


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