@Tassi irrte auch manchmal, wenn auch seltener als ich :-)

Silke, Mittwoch, 24.10.2018, 15:19 (vor 764 Tagen) @ nereus2709 Views

Lieber nereus,

wieder viel zu spät, ich habe auch viel zu tun, aber das Thema ist schon sehr spannend.

Vorab:
Was ist denn dann deine These, warum der Sozialismus gescheitert ist?

Daher rekapituliere ich nochmals die Schuldverhältnisse des Debitismus.
Urschuld / religiöse Schuld / Kontraktschuld /Abgabeschuld

Sehr gut.

Ursprünglich war die Urschuld auf Selbsterhaltung beschränkt, auch wenn
die Selbsterhaltung (wie immer man Überleben definiert) diskutabel
erscheint.

Die Urschuld zielt immer auf Selbsterhaltung im System ab - Erhaltung von mir und den meinen.
Eine Familie in Pakistan hat da ganz andere Bedürftigkeiten als eine in BRD oder eben das wahabitische Königshaus.

Wenn man ohne den 500 PS-Benz nicht mehr in den Schlaf findet, kann die
Selbsterhaltung zumindest beeinträchtigt werden.
Ich lasse das jetzt einmal so stehen, obwohl ich immer noch Bauchweh damit
habe denn dies wirft plötzlich ganz neue Fragen auf.

Für mich ist das völlig stringent.
Ein Minimalist ist mit wenig zufrieden.
Ein Normalo braucht mehr als der Minimalist um zufrieden zu sein.
Ein kranke Mensch ist auch mit dem 500er Benz noch nicht zufrieden.
Ein Kleptomane hat nie genug.
Alle dazwischen haben einen Bedarf der dazwischen liegt.

Wenn die Urschuld so großzügig behandelt wird, kann man das nicht auch
auf die anderen Schuldarten übertragen?

Teilweise.
Die religiöse Schuld als Bestandteil der Urschuld ist dehnbar, da Gott es angeblich nicht so genau nimmt, und schon dankbar sei, wenn ich ihm einen Kanten Brot opfere.
Nur der Priester erzählt mir, was von Fleisch und Früchten, weil er die selber gerne stellvertretend annehmen möchte.

Welche Abgabeschuld leisten eigentlich die große Player der Finanzwelt
noch?

Das hat @pigbonds Klasse beschrieben:
"Der Staat holt bei denen die sich nicht genug wehren, nicht bei denen die genug haben."

Haben sich nicht gerade diese marktstarken Gruppen des Zwangs
weitestgehend entzogen, die andererseits ihr Urschuldbedürfnis fast
grenzenlos ausdehnen?

Weil sie es können und dann auch müssen, da jedes Können verteidigt werden muss.
Sie haben sich Macht abgerungen - sie haben Zugriff auf Geld un Erpressungspotential (FAANG) und/oder Waffen (Mafia und Co).

Ich will jetzt kein neues Fass aufmachen, doch der ursprünglich
unterstellte Zwang zerbröselt zusehends vor meine Augen, weil er offenbar
bei praktischer Betrachtung nicht mehr durchgängig existiert.

Nereus, im System ist zum Zeitpunkt X genau soundsoviel Potential=Macht. Nicht mehr und nicht weniger. Die Verteilung dieser Macht ist kunterbunt verteilt zwischen Machthalter, konkurrierenden und kooperierenden Machthaltern, großen Privaten, die Machtabtretung erstritten haben und kleinen Privaten, die eine Machtzession erfahren, weil der Machthalter keinen Aufstand riskieren will.
Im Zeitpunkt X+1 ist alles schon wieder anders, je nach vorhandenen Potenzialstrukturen und deren Interaktionen über die Akteure.
Im Zeitpunkt X+2 ist wieder alles anders…

Ich fragte nach der Gültigkeit der These, Geld entstand wegen des
Abgabezwangs.

Gültig.

Du antwortest: Geldeinheiten sind vor allen Steuertilgungsmittel.
Gerstemengen galten, Silbermengen galten, Silbermünzen galten
(Urkunde+Nominal) Goldmünzen galten (Urkunde+Nominal), Schuldbeurkundungen
mit Nominal gelten.

Also, gilt diese Theorie noch.
Ich schrieb dann: Abgaben existierten auch in der DDR.

Das ist halt unser z.Z. nicht auflösbarer Dissens. Die DDR hatte kein Abgabe/Steuersystem sondern ein Verrechnungssystem.
Wenn ich dir als Machthalter eine Einkommenshöhe für eine Planstelle zuweise und davon danach einen definierten Anteil abziehe ist das keine Besteuerung.
Auch Beamte in BRD werden nach @dottore nicht besteuert. Sie bekommen eine Besoldungszuweisung vom Machthaber abzüglich eines Abzuges durch den Machthaber.

Darauf Du: Nein. Die hießen nur Steuern, waren aber keine Steuern.
Wegnehmen vom Nominal von Guthaben auf Warenbezugsscheine.

Ja.

Wie meinen?
Steuern sind Zwangsabgaben der Staatsmacht.

Ja.

Die Staatsmacht ist gekennzeichnet durch sein Gewaltmonopol (Armee,
Polizei, Justiz, Gesetze) um Verträge einhalten und Strafen vollstrecken
zu können.

Ja.

Das ALLES existierte auch in der DDR.

Flächendeckende Steuern in der Größenordnung, dass eine Aufschuldung hätte besichert werden können gab es in der DDR nicht.
Es gab keine Aufschuldung über Kapitalmärkte (Anleihemärkte wie z.B. in BRD), wo Verschuldung bei hohem Vertrauen überrollt und vergrößert werden kann sondern nur Kredite aus dem Westen gegen heftig Zins und Haftung und die unwichtigen Verrechnungen im RGW weil das nur unter Waffenbrüdern lief (nix frei konvertierbar).
Nur über stabile Anleihemärkte (Vertrauen der Anleger) kann aufgeschuldet werden und der Staat die von privaten Anlegern eingenommenen Geldeinheiten verballern während er den Kupon mit immer neuen Anleihen löhnt.
Bei Kreditanhäufungen verschlechtern sich die Konditionen mit jedem zusätzlichen Kredit und immer mehr neue Pfänder/Haftungen müssen her.

Eine Steuer ist gemäß Wikipedia: Als Steuer (früher auch Taxe) wird
eine Geldleistung ohne Anspruch auf individuelle Gegenleistung bezeichnet,
die ein öffentlich-rechtliches Gemeinwesen zur Erzielung von Einnahmen
allen steuerpflichtigen Personen auferlegt.

Richtig - Leistung ohne Anspruch auf irgendetwas.
Also Abgabe von etwas das gilt, egal ob Gerstenkörner in Sumer oder Geldeinheiten auf Papier und EDV in BRD.
Die These vom @dottore (der ich mich vollumfänglich anschließe) war:
DDR = nix Geld, da nur Devisen und Beziehungen galten und eben nicht die Aluchips = Warenbezugsscheine.

Damit sind Steuern
öffentlich-rechtliche Abgaben, die zur Deckung des allgemeinen
Finanzbedarfs alle zahlen müssen, die den Tatbestand der Steuerpflicht
erfüllen, wobei die Erzielung von Einnahmen wenigstens Nebenzweck sein
sollte. [/i]

Ok. Aber Abgaben in was? Das Abgabemittel muss gelten. Es muss allgemein anerkanntes Schuldentilgungsmittel (AAZM) sein.
Ein Handwerker oder eine Verkäuferin hat dir einen Vogel gezeigt, wenn du deine Aluchips bei ihnen loswerden wolltest. Devisen und Vit.-B galten.

Ich kann hier keinen Unterschied zur alten BRD erkennen.
Öffentlich-rechtlich, ohne individuelle Gegenleistung, zur Erzielung von
Einnahmen bzw. zur Deckung des staatlichen Finanzbedarfs usw..
Wo ist bitte das Problem?

Bei der beschriebenen allgemein anerkannten Gültigkeit des Abgabegutes als Zahlungsmittel, die weltweit und auch in der DDR für Ostmark schlicht nicht da war.

Ich werde jetzt nicht sagen, daß Privateigentum für die Steuererhebung
völlig belanglos ist, aber das betrifft nur einen Teil der Steuern und die
wesentlicheren Steuern dürften vor allem auf Umsatz und Einkommen bezogen
sein, die sich aus der Wirtschaftstätigkeit (Produktion und Verkauf)
ergeben.

Ja.

Wo steht geschrieben, daß für eine Steuerhebung privater Grund und Boden
notwendig sind?

Du kannst nur privates Eigentum besteuern (Asset und Einkommen sind privat).
Dazu muss es dieses aber geben.
Nur was mit privaten Schuldkontrakten unterlegt ist, ist Geld.
Aluchips sind kein Geld, so wie Regiogeld und BTC kein Geld sind.

Nein, die bestehende Substanz (Infrastruktur bis die zusammen fiel) +
Potenzial der Leute (bis sie fix und alle waren) + Ressourcen (Umwelt
kaputt) hielten das System am Laufen.

Das stimmt so nicht.

Wie bitte?

Es wurden Millionen von Wohnungen neu errichtet, wenn auch von minderer
Qualität.

Sondermüll von Baubeginn an.

Ebenso wurde Landwirtschaft betrieben, um die Arbeiter und Bauern zu
ernähren.

Die Böden in der DDR wurden genau so runtergewirtschaftet wie beim Nachbarn und die Hochsehflotte der DDR hat sich nach bester Piratenmanier durch die Weltgewässer geraubt indem viele internationale Regeln umschifft und Fangquoten ignoriert wurden.

Selbst Straßen, Schienenstränge und Rohrleitungen wurden instandgesetzt.

Nicht wirklich nereus. Das boomte erst mit Westgeld beim Aufbau Ost.
Schon vergessen, die Autobahn Berlin-Dresden/Leipzig?
Dum-dut,Dum-dut, Dum-dut wie zu Adolfs Zeiten.

Ich habe selbst ein paar Jahre Muffen und Leitungen ausgewechselt.

Sag ich doch: Du warst bestimmt fleißig wie sehr viele andere.
Das entschuldigt aber nicht deinen Versuch, die Verhältnisse im Nachhinein zu verklären.
Mangelverwaltung, Frustration, runter reißen und klauen des Volkseigentums war mit jedem Jahrzehnt schlimmer ausgeprägt.

Das Qualitätsniveau spielt dabei keine Rolle, denn das
Durchschnitts-Lebensniveau eines DDR-Bürgers dürfte den Standard eines
Äthiopers, Afghanen oder Irakers locker erreicht haben und die genannten
Länder besaßen damals schon konvertible und damit ECHTE Währungen.

Warum gingen die Leute dann demonstrieren?

Ein Staat refinanziert sich durch Staatsverschuldung gegen cash
(Mittel rein bekommen) nachdem er sein Dasein finanziert hat (Mittel raus
hauen).
Das ist das viel zitierte Vorfinanzierungsproblem.

Ich weiß, aber nun haben wir eben ein Beispiel, wo genau das nicht mehr
in dieser Entschiedenheit gilt.

…desterwegen der Staat 1989 bankrottierte.

Die Auslandsverschuldung der DDR war zweifellos ein Thema, aber die hatte
z.T. andere Gründe. Die Schuldenhöhe belief sich auf 14 Mias US-Dollar.

Die aber zunehmend nicht mehr besicherbar waren,
so dass externe Garanten ran mussten – z.B. BRD-Steuerzahler.

So etwas zahlt VW heute aus der Portokasse in Euro an die Amis.

VW ist ein privates Unternehmen – nicht vergleichbar.
Auch heute und damals sind in einem gesamtheitlich aufschuldenden System lange nicht mehr vergleichbar. Der @dottore klagte in den 90igern über die uuunglaubliche Staatsverschuldung der BRD, die heute nur noch lächerlich groß erscheint im Vergleich zu den aktuellen und vor allem kommenden Größenordnungen (implizite noch nicht einmal berücksichtigt).

Der kapitalistische Staat Israel wäre längst von der Landkarte
verschwunden, wenn er nicht jährlich Zuwendungen in Milliardenhöhe
erhielt.

Stimmt, wie so vieles was du schreibst.
Das hat aber mit dem Thema nichts zu tun Herr Ahmadinedschad.

Wenn die DDR ähnliche Zuwendungen in gleicher Höhe erhalten hätte, dann
wäre sie heute noch da und das linke Establishment des Westens würde sich
an den großartigen Zuständen des realen Sozialismus berauschen.

Wenn, hätte, wäre, könnte - war aber nicht.
Die russischen kommunistischen Besatzer haben so ziemlich alles falsch gemacht was man falsch machen kann mit ihrem roten Mist und ihrer Raubstrategie.

Hätte der Westen nicht existiert, hätte es das Schaufenster mit den
schönen Sachen überhaupt nicht gegeben und wir wären es vermutlich
zufrieden gewesen

Da stimme ich dir vollumfänglich zu.

und hätten uns auch nicht in Devisen verschulden
müssen.

Doch, das mit Sicherheit.
Die DDR musste sich in Devisen verschulden, nicht um die Mio. Lewis-Jeans für die Jugend einzukaufen sondern wegen viel größerer existenzieller Projekte und Widrigkeiten.
Die vier Hauptfeinde des Sozialismus waren ja bekanntlich…
…Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Will sagen, es greifen nicht immer nur ökonomische Gesetze sondern
oftmals auch Eingriffe, die solche Zwangsläufigkeiten unterlaufen sollen,
siehe auf „to obig to fail“.

Der Bankrott der DDR war ein sauberer ökonomischer Zusammenbruch wegen politischem Schwachfug idiotischer Machthalter, die die größte Chance der Geschichte vergeigt haben mit ihrer bescheuerten Kombinatsbildung und ihrer Beseitigung des Privateigentums an Grund und Boden.
Die Datschen und Kleingärten und die Schwarzarbeit nach der Arbeit war bei den fleißigen Leuten so effektiv wie nur irgendwas. Da wurde aus Scheiße Gold gemacht und nach McGyver-Art improvisiert, das moderne Ingenieure heute staunen würden.
Eine Wartburgmotor wurde bei Bedarf von einem Mann allein und ohne besondere Hilfsmittel gewechselt.
Gute Bekannte haben mit bloßen Händen und unglaublicher Beziehungpflege/Handwerkerbindung neben harter Schichtarbeit ihr Häuschen gebaut und sind heute davon gesundheitlich hinüber.

Im Westen wurde gegen die Ausgabe von Barem die Ausgleichforderung
gebucht.

Ja, und die war wie hoch?
6,8 Mias DM, davon waren 2,8 Mias Kopfgeld.
Gibt es diesen Posten noch oder wurde der mittlerweile durch ZB-Gewinne
getilgt?

Weiß ich nicht.
@dottore meinte neulich, dass viel weg sei.
Die staatlichen Kameralistiker lügen uns die Hucke voll mit ihren undurchsichtigen Bilanzierungssimulationen.

Kommandowirtschaft heißt: Rabotatch, los arbeiten! Dawai, Dawai!
Lohn dafür wird staatlich festgelegt – So und so viel
Warenbezugsscheine.
Diese werden ausgereicht über die Staatsbank.

Nö, da wurde Geld ausgereicht – es galt ja - wenn auch als nicht
konvertible Währung.

Richtig gelten galt für Devisen und Vit.-B, nicht für Aluchips und Guthaben von Ostmark.
Verrechnet mit der Welt wurde mit Transferrubel und Devisen.
Im Knast gibt es auch eine Währung, die nicht ohne weiteres konvertibel nach draußen ist, sondern das Versprechen irgendwelcher Dienste/Waren erforderlich macht, um sie beständig zu halten.
Im Casino ist das gleiche Bild. Die Chips sind draußen wertlos.

Die Zentralbank im Westen war staatsunabhängig (Bank deutscher
Länder) und hat nach Besatzermodell die Refinanzierung ausgereichter
Kredite übernommen.

Also ist jetzt die Staatsunabhängigkeit der ZB entscheidend für die
Emission von richtigem Geld?

Ich denke ja.
Geld muss mit Verschuldung der Privaten unterlegt sein wie seit 5000 Jahren.

Osten -> Staat läßt planmäßig Warenbezugscheine drucken und nach
staatlichem Gusto gegen Leistung ausreichen. Korrelation
Ware/Dienst-Scheine wird festgelegt.
Kein Markt.

Was hat der (freie) Markt mit der Erhebung von Steuern zu tun?

Echte Steuern schaffen einen "freien" Markt in dem alle Waren/Dienstleistungen in Parität zum StZM gebracht werden und dadurch ihren Wert erfahren (und nicht durch Dekret=EVP) und alle Insassen das Steuertilgungsmittel jagen müssen, weil sie vom Machthalter mit Steuerforderungen ex nihilo zum Termin X belegt werden und kein StZM selbst erstellen können.

"Abgaben" werden auf die Warenbezugsscheine erhoben und nicht auf die
Leistungen.

Das stimmt auch nicht, denn die Steuern wurden auf Lohn- und Gehaltshöhe
bezogen, wer mehr verdiente, mußte höhere Steuern zahlen.
Damit wurde eindeutig die Leistungsfähigkeit besteuert.

Schon richtig.
Aber weggenommen wurde von den je nach Tätigkeit zugewiesenen Ansprüchen auf Warenbezugsscheine. Ein Arzt hat nicht wesentlich mehr Lohn zugewiesen bekommen als ein Arbeiter. Vom Zugewiesenen wurde abgezogen. Das ist das gleiche als wenn man ohne Abzug gleich weniger zuweist. Das ist keine Steuer.

Westen -> Kredite gegen Leistungsversprechen + Refinanzierung mit
Ausreichen von Beurkundungen dieser Versprechen mit Bezifferung der
Einheiten. Diese sind zum Steuerzahlungsmittel erklärt. Steuer wird "ex
nihilo" ohne Kreditvertrag von Staat erhoben. Markt schafft per Nachfrage
Paritäten Ware/Dienst-Geldeinheiten.
Echte Abgaben von marktbewerteten Leistungen.

Echte Abgaben?
Gibt es auch falsche Abgaben?

Ja.
Wenn von einer Anzahl zugewiesener Warenbezugsscheinen welche vor Zuteilung gleich weggenommen werden = falsche Abgaben.
Ich lege jetzt einmal fest, dass dir für dein Schreiben zum Thema hier 100x zustehen und ich lege gleichzeitig fest, dass ich dir sagen wir mal 100x wegnehmen muss weil ich die brauche. Den Rest kannst du behalten.

Warum muß ein Markt eine Leistung bewerten - jetzt bezüglich der
Steuererhebung - wenn man auch anders bewerten kann?

Per Planwirtschaft?
In Zimbabwe kannst du als Staat Steuern in selbst ausgereichten StZM erheben, soviel du willst ohne funktionierenden Markt mit sich verschuldenden Subjekten weil dein ausgereichtes Papier keiner im nicht funktionierenden Markt haben will und alle Subsistenz, Tauscherei und Schwarzhandel betreiben.
Du verhungerst als armer Staat.
Der Sinn der Übung ist doch seit alters her Leistung der Untertanen rein zu bekommen und nicht Papier raus zu geben um diese wieder einzunehmen - es geht um die Leistung, die keiner raus rückt, wenn du kein Geld gegen Verschuldung emittierst sondern nur Warenbezugsscheine raus reichst, für die du keine Waren abfordern kannst weil die Regale leer sind.

Osten: mach Leistung! -> nimm Scheine minus Scheinanteile!
Westen: zahl Steuern und besorg dir dafür Geldeinheiten mit Leistung und
zahl dafür auch noch Steuern.

Geld muß also nicht nur gelten, es muß auf bestimmte Art und Weise
generiert werden.

Es muss gelten und auf bestimmte Weise entstehen (mit haftbarer privater Verschuldung unterlegen).

Das klang schon bei der staatsunabhängigen ZB durch.
Ähem, kurze Zwischenfrage.
Wenn die BuBa so staatsunabhängig ist, warum führt sie dann regelmäßig
ihren Gewinn an den Staat ab?

Der Zwingherr tat es festlegen.
Die BuBa ist voll staatsunabhängig, wie @dottore zigmal beschrieben hat.
Geht die BRD über die Wupper, dann geht die BuBa nicht wegen Zahlungsschwierigkeiten unter, sondern wird in der kommenden Militärdiktatur von der EU beendet ohne bankrott zu gehen. Bankrott macht der Staat und nicht die BuBa.

Doch zurück zur DDR.

Dort wurden keine Abgaben von Leistungen erhoben sondern schon
festgelegten Paritäten nachkorrigiert durch wegrechnen der
Bezugsscheinanteile bei deren Ausgabe.
Definiere Geld richtig und du findest den Fehler.

Aha, ich muß es nur richtig definieren, dann paßt es auch. [[zwinker]]

So gut ich es halt kann.
Es gibt ja nicht gerade viel Literatur dazu von debitistisch versierten Leuten.
Die anderen verstehen schon das eine nicht und dann das andere erst recht nicht.
Wer im Zusammenhang mit der DDR von Steuern (Tax!), Geld (gelten!) und Kredit (credere!) spricht hat ein großes Verständnisproblem der Materie.

"Geld hat einzig und allein etwas mit der Machtposition zu tun, es zu
einem späteren Termin als Abgabe zu erzwingen (Sanktionsgewalt), zwecks
der Besicherung der Macht(vor)finanzierung.

Die SED hatte einen funktionierenden Machtapparat.

Nach innen.
Wenn du deine Frau und Kinder verprügelst kommt in eure Familie nichts rein, was nicht auch schon freiwillig gegeben würde aber zur Verteidigung der Familie nach außen eben nichts nutzt.
Erst wenn du deine Nachbarn bedrohst und Abgaben fordern kannst fließen Milch und Honig, kann die Familie als System sich nach außen verteidigen.

Abgaben zum Termin wurden auch erzwungen

Verrechnungen von Ansprüchen auf Warenbezugsscheine.

und vorfinanzieren mußte man in
der DDR auch.

Staatsintern wurde gebucht.
Nach extern wurde verschuldet.
Vorfinanziert wird durch keinen Staat.
Nachfinanziert wurde aber in DDR auch nicht (keine Anleihemärkte) sondern vorhandene Substanz von Prä-DDR (Enteignungen und Entwertungen) + Ressourcen und Potential der Bürger verbraucht.

Erst durch das haben müssen zum Termin und die Sanktionsgewalt, wird
die Geldeinheit (Abgabeneinheit) und ihr Wert als Relation zu anderen
Einheiten begründet."

Na dann, liebe Silke, lauschen wir mal unserem leider schon verstorbenen
Freund @Tassie.

Gern.

Er schrieb am 24.9.2010 in diesem Forum:

Das Geld (in) der DDR, naemlich die Ostmark, war zwar Geld und
unterschied sich allein deshalb von Rabattmarken, Lebensmittelkarten,
Produktivscheinen et al, weil auch in der DDR staatliche Steuern und
Abgaben von Seiten der Privaten aufgebracht bzw. staatlicherseits von
diesen eingetrieben wurden, jedoch war dieses Geld Ostmark ein nicht durch
Eigentums-Verschuldung als Schuldausfall-Sicherheit - es gab dort KEIN
privates Eigentum! - behaftetes, sondern gleichfalls per staatlicher
Planungsvorgabe zugeteiltes Nettogeld, weil auch die DDR niemals umhin
konnte und kam, ihre eigene Produktion gemaess laufender Staatsplanung
vorfinanzieren zu muessen!

Quelle:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=185101&page=1&category=0&or...

Sehr schönes Fundstück. Ich danke dir.
Netto"geld" ist bekanntlich kein Geld.
Auch @Tassie schrieb nicht alles richtig, obwohl er verdammt klug war.
Da Netto"geld" kein Geld ist kann keine Steuer in daraus abgeleiteten Einheiten erhoben werden.

Und nun?
Damit bestätigte er schon vor 8 Jahren meine aktuelle Annahme.
Die Eigentumsverschuldung hat NICHTS mit der Geld-Definition zu tun.
Ich bin auf das Posting über Google gestoßen, weil ich ursprünglich
nach Bilanzierungen in der DDR gesucht hatte, dort aber auf die Schnelle
nichts fand.

In der Tätärättä wurde übrigens auch bilanziert, wie ich gestern
meinen alten DDR-Lexikas entnehmen konnte. Aktiva und Passiva waren sehr
wohl Begriffe in der Kostenrechnung Ulbrichts und Honeckers und für die
Planwirtschaft nicht ganz unbedeutend.

Ich finde es toll, wie du dich um das Thema bemühst.
Du kannst doch aber keine DDR-Lexika hernehmen um die DDR zu erklären.

Da irrte sogar unser alter Freund @Tassie.

Sag ich doch.

Damit es nicht wieder endlos wird, lasse ich es dabei bewenden.
Was gibt es gegen die Ausführungen des deutschen Tasmaniers
vorzubringen?

Wirklich nicht viel.
Wie wäre es erst einmal mit dem Begriff Netto-Geld?

Würde mich freuen, wenn wir das auf breiterer Basis irgendwie
vertiefen können, ohne uns in die Wolle zu bekommen, da es ein sehr
spannendes Thema ist.

Das sehe ich ganz genauso. [[zwinker]]

Ich hoffe sehr, dass dazu kompetentere Leute als ich mehr sagen können.
Mit unseren Standpunkten können wir uns nicht annähern.
Aber deine Begründung als Insider zum Untergang der DDR wäre schon interessant, wenn doch Geld, Steuern und Kredit vorhanden gewesen seien.

Liebe Grüße
Silke


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