Intelligenzalter, IQ und Normstichprobe

Kosh, Donnerstag, 11.01.2018, 12:16 (vor 908 Tagen) @ Prosciutto5521 Views

aus https://de.wikipedia.org/wiki/Geistige_Behinderung
- Ein IQ unter 70 bedingt dann die Diagnose der geistigen Behinderung. Eine weitere Unterteilung dieses Bereiches wird von manchen Autoren als obsolet angesehen, da es keine Messverfahren gibt, die hier valide und reliable Ergebnisse mit der nötigen Trennschärfe ergeben.

Dieser Hinweis deshalb, weil Deine verlinkte Tabelle suggeriert, dass spätestens mit dem Sudan auf Rang 102 mindestens die Hälfte der Bevölkerung geistig behindert sein müsste.

Die kurze Anwort lautet:

aus https://psycholography.com/tag/definition-geistige-behinderung/
- Ein IQ-Wert bedeutet immer nur, wie gut oder schlecht die Leistungen einer Person im Vergleich mit einer ihr möglichst ähnlichen Gruppe von Menschen sind. Und das ist genau der Grund, aus dem man für ein und denselben Menschen unzählige IQ-Werte berechnen kann – und ein IQ-Wert völlig ohne Aussage ist, solange man nicht mit angibt, zu welcher Normstichprobe man die Person ins Verhältnis gesetzt hat …

Du kannst den Flühlis viel vorwerfen, aber dass sie nicht als Mitteleuropäer geboren wurden, um einer “möglichst ähnlichen Gruppe von Menschen” zu entsprechen, gehört nicht dazu. Singapur auf Rang 1 liegt mit 31.5°C übrigens im oberen Bereich der Dummheitsskala, in Katar auf Rang 97 und 33,7°C verdient man rund 60% mehr als in Deutschland, während Russland mit 8,7°C beste Voraussetzungen hätte, damit Europa dumm aus der Wäsche guckt.

Den Ursprung der Begrifflichkeiten kannte ich übrigens genau so wenig wie ich auch nur annähernd Experte bin, deshalb ergänzend:

- Ursprünglich erfolgte die Berechnung dieses Maßes für menschliche Intelligenz allerdings auf etwas andere Weise als heute. Geprägt wurde der Begriff des Intelligenzquotienten nämlich durch den Psychologen William Stern, der den von Alfred Binet geprägten Begriff des Intelligenzalters aufgriff und weiterentwickelte. Das Intelligenzalter ergibt sich nach Binet, grob gesagt, durch die Summe der gelösten Aufgaben in einem Intelligenztest. Aufschluss über die kognitive Leistungsfähigkeit gibt dann der Vergleich von Intelligenzalter und tatsächlichem Lebensalter: Wenn ein 8-jähriges Kind z.B. deutlich mehr (d.h. schwierigere) Aufgaben löst, als andere 8-jährige Kinder es im Durchschnitt tun, dann könnte sein Intelligenzalter z.B. 9,5 Jahre betragen – mit anderen Worten: Dieses Kind wäre in seiner kognitiven Entwicklung schon überdurchschnittlich weit fortgeschritten. William Stern setzte schließlich diese beiden Größen (also das Lebensalter und das Intelligenzalter nach Binet) einfach ins Verhältnis (bildete also einen Quotienten), multiplizierte sie mit dem Faktor 100 – und schon war der IQ geboren. Für unser Beispiel-Kind ergäbe sich somit ein IQ von (9,5/8)*100 = 118,75 (bzw. 119, da es aufgrund der nicht perfekten Reliabilität von Intelligenztests unüblich ist, IQ-Werte mit Nachkommastellen anzugeben).

Heutzutage berechnet man den IQ nicht mehr auf diese Weise, wenngleich das Grundprinzip der Berechnung erhalten geblieben ist: Weiterhin werden zwei verschiedene Werte miteinander ins Verhältnis gesetzt, weshalb der Begriff „Quotient“ auch heute noch gerechtfertigt ist. Dies ist mit einer ganz wichtigen Tatsache verbunden, die in der Öffentlichkeit und in den Medien leider so oft untergeht: Es gibt nicht den IQ, und es ist keineswegs so, dass ein Mensch genau einen IQ hat. Derartige Aussagen kann man guten Gewissens als Unsinn bezeichnen. In der Tat kann einer jeden Person unzählige IQ-Werte zuweisen; aber um zu verstehen, warum das so ist, muss man sich vor Augen führen, wie der IQ berechnet wird: Wenn der IQ unseres Kindes aus dem Vergleich mit einer Stichprobe Fünfjähriger resultiert, würde man den IQ von 118 nicht als besonders hoch einstufen; stammt er jedoch aus einem Vergleich mit einer Gruppe 16-Jähriger, kann man sich ziemlich sicher sein, dass das Kind wohl hochbegabt ist. Das ganze noch einmal in Kürze: Wenn jemand Ihnen das nächste Mal erzählt, er habe einen IQ von 150 – dann fragen Sie ihn doch bitte, aus dem Vergleich mit welcher Normstichprobe dieses Ergebnis resultiert.
…

Nun also die Gretchenfrage nach ein bisschen kugeln: Welche Normstichprobe wurde genommen um zu belegen, dass in Afrika stellenweise über die Hälfte der Bevölkerung geistig behindert ist?

Zusatzfrage: Könnte es andere Gründe als IQ oder Dummheit geben, warum die Intergration nicht so läuft wie erwartet?
Als da z.B. wäre mangelnder Wille zur Integration analog mangelnder Wille zur MACHT mitteleuropäischer MASSEn?

Die Amis auf Kurs
Grüsse
kosh

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PS: Man tut was man kann und man kann was man tut.


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