Fast 300 Jahre alt und aktueller als der mediale Systemdreck

Tempranillo, Sonntag, 05.11.2017, 14:35 (vor 972 Tagen) @ Griba5011 Views

ganz anderen Blick auf sich selbst und sein Umfeld geben.
Außerdem ist ein Lesen von deutscher Literatur der letzen 200 Jahre sehr
hilfreich - die Menschen und ihre Probleme haben sich in dieser Zeit
letztlich nicht verändert.

Man kann noch weiter zurückgehen, bis ins Jahr 1637, um Texte zu finden, die sich auf unsere Situation zu beziehen scheinen.

Andreas Gryphius, Tränen des Vaterlandes

Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret!
Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun
Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Karthaun
Hat aller Schweiß, und Fleiß, und Vorrat aufgezehret.

Die Türme stehn in Glut, die Kirch' ist umgekehret.
Das Rathaus liegt im Grauß, die Starken sind zerhaun,
Die Jungfern sind geschänd't, und wo wir hin nur schaun
Ist Feuer, Pest, und Tod, der Herz und Geist durchfähret.

Hier durch die Schanz' und Stadt rinnt allzeit frisches Blut.
Dreimal sind schon sechs Jahr, als unser Ströme Flut
Von Leichen fast verstopft, sich langsam fort gedrungen.

Doch schweig' ich noch von dem, was ärger als der Tod,
Was grimmer denn die Pest, und Glut und Hungersnot,
Daß auch der Seelen Schatz, so vielen abgezwungen.

--
*Die Demokratie bildet die spanische Wand, hinter der sie ihre Ausbeutungsmethode verbergen, und in ihr finden sie das beste Verteidigungsmittel gegen eine etwaige Empörung des Volkes*, (Francis Delaisi).


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