Zwang ist teurer als Konsens @dottore

Silke, Dienstag, 19.02.2019, 19:34 (vor 610 Tagen) @ aprilzi4252 Views

Deshalb meine Arbeitshypothese, lieber aprilzi,

In einem System werden Schulden durch echten Tausch (stets im Konsens) reduziert und durch Kauf (ein Phänomen des Zwangs) mit Geldsummen erhöht.
Deshalb wird im Debitismus aufgeschuldet (Vorfinanzierungsnotwendigkeit
und Nachschuldnerzwang).

Da bräuchte ich erst einmal eine geeignete Gegenargumentation, um diese Hypothese zu verwerfen.

In einer Gemeinschaft wird ja nicht in dem Sinne getauscht "du gibst mir X und ich dir dafür Y" weil ja beide sowohl X als auch Y brauchen.
Getauscht wird nur das Potential und die Ressourcen untereinander, da ja Ver- und Entschuldungen als ein gemeinschaftliches Problem aufgefasst werden.

In einer Gesellschaft wird das Problem der gemeinschaftlichen Verschuldung durch eine Institution in typischer Weise aufgeteilt in persönlich zugeordnete Ver- und Entschuldungseinheiten. Dieses institutionelle Wirken verursacht höhere Kosten als der Konsensmechanismus der Gemeinschaft.

An diesem einfachen Tatbestand wird auch keine ausgeklügelte Technik, kein ausgefeiltes System und keine weitere Wirtschaftstheorie etwas ändern.

Hi,

also spiele ich das mal durch, wenn VW Autos produziert und keiner
zugreifen will, so kommen diese Autos auf Halde. Damit also der Verbraucher
zugreift, muss eigentlich VW seinen Kunden einen Kredit einräumen. Denn
nur VW ist von seinen Produkten überzeugt.

Viele sind von VW-Produkten überzeugt.
Aber ja, Kredit muss schon von irgendjemandem eingeräumt werden sonst wird das schwierig mit dem Kauf.

Bei Siemens sagte man ja früher, dass es eine Bank sei mit einer
Elektroabteilung. Also müsste jedes groesseres Unternehmen eine eigene
Bank haben, damit es seine Produktion absetzen kann.

Nein. Irgendein Kreditgeber reicht, der eine Geldsumme zu bestimmten Konditionen anbietet.

Und, wenn der Tausch zur Schuldenrueckfuehrung führt, bedeutet das, dass
alle Rohstoffproduzenten für das Schuldenmachen eigentlich hinderlich
sind.

Nein.
Tausch bedeutet, das System partiell nicht zu nutzen und zu unterstützen. Um diesen Gedanken geht es mir.
Und jedes nicht nutzen und nicht unterstützen reduziert die Aufschuldungsfähigkeit des Systems. Deshalb ist z.B. Nachbarschaftshilfe in BRD heute fast schon ein Straftatbestand.

Ist das der Grund warum der Westen so gegen Russland und Venezuela
kämpft?

Nein.
Das ist normales Konkurrieren verschiedener Zentralmachtsysteme die sich medial gegenseitig die Schuld für ihr eigenes Versagen zuschieben.

Denn diese bekommen Geld, ohne Schulden machen zu müssen.

"Geld ohne Schulden ist nicht darstellbar."
@dottore

Bei Siemens, die eine Stromleitungsanlage bauen, da ist es ersichtlich,
dass die Stromkunden mit der Zeit die Vorfinanzierung durch Siemens mit der
Zeit abbezahlen.

Nicht nur die.
In den Preisen ist viel mehr einkalkuliert einschließlich der enormen Steueranteile aus den Wertschöpfungsketten.

Ersichtlich wird also der Sinn des Debitismus bei großen Projekten. Bei
kleinen Sachen endet man im Wald. [[freude]]

Das versuchen wir ja zusammen besser darzulegen.
Debitistische Gesetzmäßigkeiten finden sich nicht nur in einer besonderen Wirtschaftsform, dem sog. Kapitalismus.

Danke für deine Beiträge vom Balkan.
Berichte von vor Ort sind hilfreicher als theoretisieren, wenn der Blickwinkel passt.

Liebe Grüße
Silke


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