Doch, doch - dir ist halt oft nicht bewusst, was Schneiderlein meint, alles haben zu müssen. :-)

Silke, Dienstag, 19.02.2019, 10:51 (vor 613 Tagen) @ trosinette3510 Views

Lieber Schneider,

"haben müssen" in Bezug auf Entschuldung in irgendeiner dich betreffenden Schuld (nicht nur Dinge und Leistungen sondern auch Reduktion psychischer Spannungen oder Sehnsüchte, die bei dir so mit allerei verknüpft sind).

Die unterschiedlichen Wertvorstellungen müssen zusammenkommen, wenn
die Partner beide damit zusammenhängende Termine haben - also beide

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müssen.


Als ich gerade auf dem Klo saß habe ich im Schrank 30 Handtücher
gezählt und dann sollen da statistisch noch mindestens 30.000 andere Dinge
in unserem vierköpfigen Haushalt sein.

Die einen Dinge sind geeignet, jetzt gleich eine Schuld aus der Welt zu schaffen wie die Rolle Toilettenpapier neben dir, die anderen zu einem späteren Zeitpunkt und noch andere haben schon eine Schuld getilgt und harren der Entsorgung (die vom @dottore beschriebene endgültig akzeptierte Leistung).

Da die Käuferin? der 30 Handtücher sich ein Leben ohne diese zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrem Leben nicht vorstellen konnte hat sie ihre psychische Spannung (Schuld), die sich aus dem "nicht haben" trotz erlebtem "haben müssen" ergibt abgebaut - Konto geplündert, Kauf erledigt, Schuld getilgt.

Ein Blick in das nächste Kaufhausfenster oder in den neuen Kwelle-Katalog lässt eine neue Schuld anwachsen, "die geblümten müssen es sein - jetzt! (geblümt vermittelt Geborgenheit bei Omi)"
Und schon entstehen neue Wert - nicht weil in China wieder einmal etwas abgekupfert wurde, sondern weil ein "must have" von einem Urschuldner gesichtet wurde.

Ich muss also auch ohne Termin
wollen. Sonst funktionier der Debitismus nicht.

Schuldhaftes "wollen" ist "müssen", treibt auf einen Termin und entwickelt damit einen Wert.
Hast du wohl die Handtücher gekauft? Dann musstest du, sonst hättest du nicht.

Als Käufer will ich kaufen. Der Verkäufer muss verkaufen, wie z.B. der
Bäcker, der morgens auf 500 Brötchen sitz.

Das blöde ist, dass ich in einem Wirtschaftssystem immer wechselnd beide
Rollen bekleiden muss.

Du meinst anbieten und nachfragen?

Wir bekleiden alle im Debitismus die gleiche Rolle:
Wegen immer neu entstehender Verschuldungen bei jedem von uns vom Schneider bis zum König das ständige Verrenken um an das Entschuldungsmittel zu kommen und wenn es ein 31. Handtuch ist.

Das muss als uns verfügbare systemische Möglichkeit vorfinanziert werden (per zusätzlicher Verschuldung) und die Nachwehen unseres Entschuldungsbegehrens und -vorgehens müssen endgelagert/endsorgt werden wie Atommüll (per zusätzlicher Verschuldung).

Wir müssen alle, aber wir müssen nie alle
gleichzeitig.

Ein riesiger endloser Strom von Terminen in Ver- und Entschuldungsprozessen, der eine korrekte Analyse eines Augenblicks (Gebäck gegen Geldschein) verunmöglicht, da die Verschuldung des gesamten Systems mitbetrachtet werden muss - und die wächst mit jedem Kauf an, weil der Kauf ja die Ermöglichung des Kaufs beinhaltet (das meinte IMHO @Ashitaka mit dem von @Bern abgelehnten Zitat).

Deshalb ist der Bäcker auch immer scheiß freundlich und der
Deal beim Brötchenkauf erscheint fernab von debitistischen
Zwangläufigkeiten.

Es soll ja auch Menschen, geben, die "einfach nur so" freundlich sind, weil das ja auch schön sein kann und sie es deshalb mögen freundlich zu sein (es sich schuldig sind, weil sie dadurch ja vor allem ihre eigene Welt verbessern).
Und ob das Gebäck oder das Geld in diesem Moment das wertvollere ist, kann ich nicht bewerten sondern nur die Geschäftspartner unter Berücksichtigung ihrer Termine.


Liebe Grüße
Silke


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