Der Kreisgang nach Hans-Peter Dürr

trosinette, Dienstag, 19.02.2019, 12:50 (vor 613 Tagen) @ Silke3933 Views

Vorweg: Ich bin weiterhin totaler Fan vom Erklärungsmodell Debitismus. Ich kenne kein besseres. Das Modell kann mir aber nicht lückenlos mich und die ganze Welt erklären.

"haben müssen" in Bezug auf Entschuldung in irgendeiner dich betreffenden
Schuld (nicht nur Dinge und Leistungen sondern auch Reduktion psychischer
Spannungen oder Sehnsüchte, die bei dir so mit allerei verknüpft sind).

Deshalb habe ich auch was von „wollen müssen“ geschwurbelt.

Womit wir bei dem Thema „freier Wille“ und dem Kreisgang wären, wie ihn Hans-Peter Dürr ab Minute 10 vorstellt. Geht man den Kreisgang nach Hans-Peter Dürr ohne intellektuelle Umwege gegen den Urzeigersinn wird man als Esoteriker abgewatscht. Geht man den Kreisgang langwierig im Uhrzeigersinn und nimmt alles gewissenhaft auseinander und unter die Lupe, ist man total intelligent, bekommt einen Nobelpreis und landet durch die Hintertür trotzdem bei der Esoterik.

Kann ich überhaupt etwas wollen oder ist all mein Tun nur Müssen? Von mir aus habe ich keinen freien Willen und all mein Wollen ist nur Müssen. Das ist mir aber vollkommen schnurz. Egal was man mir erzählen will oder muss, ich nehme einfach trotzdem an, dass ich einen freien Willen habe.

Was folgt ist weiteres punktuelles Stückwerk:

Es soll ja auch Menschen, geben, die "einfach nur so" freundlich sind

"Einfach nur so" oder ist es "Freundlichkeit haben müssen zum Termin"?

Im Debitismus ist niemand „einfach nur so“ freundlich. Die Freundlichkeit ist meistens erzwungen und aufgesetzt. Und der Markt, der die Gehirne dahingehend hinbiegt, boomt. Der Erfolg von Starbucks beruht z.B. zu einem großen Teil darauf, dass die Mitarbeiter entsprechend trainiert werden - wirkt dann alles total natürlich und in so einer wohlbehüteten natürlichen Atmosphäre ist einem der Kaffee dann auch mal 5 Euro wert.

Meine große Tochter ist noch nicht soweit. Die hat bereits drei Aushilfsjobs nach dem ersten Tag mit den Worten hingeschmissen: „ich lass mich doch nicht knechten“.

Wir bekleiden alle im Debitismus *die gleiche Rolle*:

Unter den Gesichtspunkten von Termin und Urschuld können wir auch sagen, wir bekleiden alle im Leben die gleiche Rolle.

Wenn ich aber als Kunde einen Laden betrete und dem Verkäufer erkläre, dass wir während unsers ökonomischen Tête-à-Tête die gleiche Rolle bekleiden würde der Verkäufer vielleicht stillschweigend vermuten, dass ich in irgendeiner Simulation stecke.

Wenn ich zusammen mit dem Verkäufer beim Finanzamt meine Wartenummer ziehen bekleiden wir die gleiche Rolle.


Mit freundlichen Grüßen
Schneider


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