Aversion der Debitisten gegen "Tausch"

Phoenix5, Donnerstag, 14.02.2019, 12:18 (vor 615 Tagen) @ BerndBorchert5016 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 14.02.2019, 13:01

Hallo BerndBorchert!

Es ist alles sehr symmetrisch. Ein Kauf ist ein Tausch: Ware gegen Geld
(=Schuldschein). Nach der Kaufvertragseinigung schulden beide: der eine die
Ware, der andere das Geld.

Niemand hat die Deutungshoheit über den Begriff "Tausch", insofern verstehe ich schon, dass - wenn man die im Alltag unsichtbaren debistischen Mechanismen dahinter ausblendet - es sich auch schlichtweg um einen Tausch handelt: Ware gegen Geld. Und wenn man zum Ursprung zurückgeht (also bevor Forderungen auf das Abgabenmittel entstanden und schließlich nur noch Forderungen auf Forderungen), kommt man um den Begriff "tauschen" auch nicht herum: Wenn ein Staat eine Abgabe erzwingt, müssen Menschen Leistung erbringen, um diese gegen die Abgabe zu tauschen (zum Beispiel mit Söldnern, die der Staat vorfinanzierte). Die Aversion gegen diesen Begriff unter Debitisten ist allerdings nachvollziehbar, weil sich in den Köpfen der Menschen dann sofort wieder die Erklärung von Geld als "Wert an sich" durchsetzt. Deshalb plädiere ich dafür, mit dem Begriff einfach vorsichtig umzugehen. Falsch ist er deshalb aber nicht.

Beste Grüße
Phoenix5

--
Ein Buch für Keinen - Der Kapitalismus nach Paul C. Martin


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.