"Dass das Geld heute auch den Warentausch vermittelt, kann man ja wohl nicht bestreiten." Doch!

Silke, Mittwoch, 13.02.2019, 07:56 (vor 616 Tagen) @ Falkenauge5030 Views
bearbeitet von Silke, Mittwoch, 13.02.2019, 08:53

Lieber Falkenauge,

Geld, Geldträger und Guthaben auf Geld "vermitteln nicht" sondern Geldeinheiten sind Tilgungsmittel von Schulden, die auf Geld lauten - und in einer "kapitalistischen Wirtschaft" lauten fast alle Schulden auf Geld bzw. bilden Paritäten zu Geld.
Deshalb wird hier auch manchmal noch von DEBITISMUS geschrieben.

Ich werde als Staatsbürgerin gegen meinen Willen mit auf Geld lautenden Schulden belastet (Abgabe/Steuern) oder verschulde mich wegen hoher Arbeitsteiligkeit einer modernen Gesellschaft mehr oder weniger freiwillig wenn ich bei der Urschuldbefriedigung in Geld ausgepreiste Waren oder Dienstleitungen in Anspruch nehmen will/muss (Kauf).

Beim Kauf wird mir die laut Kaufvertrag geschuldete Ware (Art, Menge, Qualität,Termin) übereignet oder die vereinbarte Dienstleistung angedient und ich zähle im Gegenzug zu meiner Entschuldung die auf Geldträgern (Euroscheine/Münzen/EDV-Einheiten) aufgetragenen Geldeinheiten vor, bis der vereinbarte Preis vorgezählt ist, also die vereinbarte Geldsumme in Parität gebracht wurde, und übereigne die vorgezählten Urkunden - der Vertrag ist dadurch von beiden Seiten erfüllt und KEIN Tausch oder Tauschmittel weit und breit zu erkenne.
Mit den von mir übereigneten Urkunden, die immer noch genau die gleichen Geldeinheiten beurkunden wie vor meinem Entschuldungsvorgang kann sich nun erst der Gegenüber seinerseits von eigenen, auf Geld lautenden, Schulden befreien, indem er dem Nächsten die geforderte Geldsumme in Form der auf den Trägern aufgetragenen Geldeinheiten vorzählt, und die Urkunden zur weiteren Verwendung übereignet usw. usf. bis die Beurkundungen wieder bei der ZB landen, von der sie im Rahmen von geldpolitischen Operationen (WPPG oder Ankauf von Titeln) gestartet sind, um dort vernichtet zu werden.

...den Tauschmythos des Geldes weiterkultivierst. Diese Geschichte von

Geld

als universelles Tauschmittel, das sich aus dem Gütertausch
herauskristallisiert, ist eine blanke Erfindung - mehr nicht. Ebenso,

Genauer ist es eine dicke, fette, dumme Lüge.
Wie man an der Weiterverbreitung und Kultivierung einer Lüge festhalten kann, nachdem man sich hier im EWF/DGF nun wirklich ausreichend zur Thematik hat belesen können, ist mir ein Rätsel.

dass Edelmetalle irgendeinen intrinsischen Wert hätten. PCM hat sogar
Keilschrift-Tafeln aus Mesopotamien vorgestellt, aus denen klar

hervorgeht,

dass dort Silber nur gegen Pfand herausgegeben wurde, d.h. nichts

anderes

war als die Banknote heute (bloß unterschiedliches Material). Dabei
müsstest du nicht einmal so weit zurückgehen. Es würde genügen, die
Abläufe im Goldstandard 1:1 aufzuschlüsseln. Da würdest du

draufkommen,

dass Gold niemals Tauschmittel war, sondern jedes Mal gegen Pfand von

der

ZB ausgegeben wurde. Es gab und gibt da keinen Unterschied zum heutigen
System mit Ausnahme der Limitierung von Gold.

Genauer:
Die Edelmetalle wurden als Geldträger dekretiert (dadurch wurden Beurkundungsfähigkeit, Stückelung und kurante Eigenschaft von Geldeinheiten=Abgabeeinheiten=Machteinheiten ermöglicht - der Umgang damit somit für den Machthalter optimiert und nur darum geht es auch beim aktuellen institutionellen Geschwafel von der notwendigen Bargeldverdrängung).
Der "Geldcharakter" wurde ihnen per Dekret (Abgabefestlegung und daraus resultierendes "haben müssen" in festgelegter Menge und Art zum Termin für alle Abgabepflichtigen) aufgetragen.

Auch den Geldträgern wie Silber und Gold wurde der Wert erst in Form von beurkundeten Geldeinheiten von entsprechenden Geldsummen aufgetragen.
Der Träger selbst (EM) war und ist wie heute das Papier der Euroscheine und die Metalle der Scheidemünzen oder in der Geschichte jeder andere Träger von Geldeinheiten für die Menschen nicht wertvoll in Bezug auf ihre ständig notwendige Urschuldbefriedigung.

Wichtig für die Menschen in Staaten wurden die Geldeinheiten, also die vor zählbaren und summierbaren Anteile der systemisch akzeptierten Geldsummen (systemisch akzeptierte Leistungsversprechen oder Schulden der Einen = systemisch garantierte Guthaben der Anderen) die anfangs per Wiegung (Shekel), dann per Stückelung und schliesslich per Prägung mit Nominal (Bezifferung) beurkundet wurden, egal auf welchem Träger es laut Dekret des Machthalters gerade sein sollte.

Mein Artikel ist keine historische Herleitung des Geldes, sondern
versucht, das Verhältnis von Geld und Waren aus dem Prinzip der
Gerechtigkeit zu entwickeln.

Welche Gerechtigkeit denn?
Es gibt nur Ver- und Entschuldungen, die man akzeptieren oder ablehnen kann.
Das hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun sondern mit Macht.

Er heißt daher: "Zur gerechten Funktion des
Geldes".

Geld hat keine gerechte Funktion.

Dass das Geld heute auch den Warentausch vermittelt, kann man ja
wohl nicht bestreiten.

Doch!
Niemand tauscht in einer Wirtschaft Waren und Tauschmittel.
Alle versuchen sich nur ununterbrochen durch Nachschuldnerjagd gegen immer neu über sie herein brechende Verschuldung zu entschulden, indem sie den Nachschuldnern in Raum und Zeit ihre Schulden aufzwingen bzw. sich vorsorglich Versprechen auf Guthaben (wie z.B. unerfüllbare Ansprüche auf Renten, Sozialleistungen und Gewinne) erwirtschaften.

Das ist das Kondensat der gesamten Denkleistung von mittlerweile Generationen von Schreibern hier und in der näheren Umgebung der DEBITISMUS-Forschung, die im Nirgendwo zu versinken drohen, wenn so weitergemacht wird, wie du mit diesen kritiklos aus dem MS herein geschleppten Unwahrheiten weiter machst.

Liebe kopfschüttelnde Grüße
Silke

Ein weiteres Märchen:
"Cash currently serves three key uses in our societies. It plays a key role in retail payments, it is used for storage, i.e. hoarding of banknotes as a means of saving, and it is used for tax evasion and illegal activities. Rogoff (2014) argues that the first two functions of cash can nowadays be conveniently performed by electronic forms of money, whereas the prevalent use of cash in tax evasion and illegal activities is an important reason for central banks to consider phasing it out."
"Monetary Policy with Negative Interest Rates: Decoupling
Cash from Electronic Money"


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