Von kochen war da aber nicht die Rede

Mephistopheles, Datschiburg, Samstag, 15.06.2019, 17:16 (vor 529 Tagen) @ Waldläufer1693 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 15.06.2019, 17:27

[[lach]] > Wäsche waschen ohne Strom und fließendes Wasser...geht doch. Was glauben

Sie, wie man das früher gemacht hat?

Weiße Wäsche, die kochfest ist, wird erst ein paar Stunden (über Nacht)
eingeweicht, dann gekocht und dann mit der Hand/ Stampfer nochmal
durchgewaschen und dann mit kaltem Wasser mehrmals gespült.

Buntes wird nach Farben getrennt, auch eingeweicht (kürzer) und man muss
sehen, dass sich nichts verfärbt.

Und dann wird gewaschen mit einem Rubbelbrett (Rumbel), einem Stampfer,
bei stabilem Stoff wie Jeans mit einer Wurzelbürste. Und dann mehrmals
gespült.

Was nicht alles in Vergessenheit gerät.

Und Nausikaa trug die köstlichen, feinen Gewande

Aus der Kammer und legte sie auf den zierlichen Wagen.

Aber die Mutter legt' ihr allerlei süßes Gebacknes

Und Gemüs in ein Körbchen und gab ihr des edelsten Weines

Im geißledernen Schlauch (und die Jungfrau stieg auf den Wagen),

Gab ihr auch geschmeidiges Öl in goldener Flasche,

Daß sie sich nach dem Bade mit ihren Gehilfinnen salbte.

Und Nausikaa nahm die Geißel und purpurnen Zügel;

Treibend schwang sie die Geißel: und hurtig mit lautem Gepolter

Trabten die Mäuler dahin und zogen die Wäsch und die Jungfrau,

Nicht sie allein, sie wurde von ihren Mägden begleitet.

Als sie nun das Gestade des herrlichen Stromes erreichten,

Wo sich in rinnende Spülen die nimmerversiegende Fülle

Schöner Gewässer ergoß, die schmutzigsten Flecken zu säubern,

Spannten die Jungfraun schnell von des Wagens Deichsel die Mäuler (Maultiere),

Ließen sie an dem Gestade des silberwirbelnden Stromes

Weiden im süßen Klee und nahmen vom Wagen die Kleidung,

Trugen sie Stück vor Stück in der Gruben dunkles Gewässer,

Stampften sie drein mit den Füßen und eiferten untereinander.

Als sie ihr Zeug nun gewaschen und alle Flecken gereinigt,

Breiteten sie's in Reihen am warmen Ufer des Meeres,

Wo die Woge den Strand mit glatten Kieseln bespület.

Und nachdem sie gebadet und sich mit Öle gesalbet,

Setzten sie sich zum Mahl am grünen Gestade des Stromes,

Harrend, bis ihre Gewand' am Strahle der Sonne getrocknet.

Als sich Nausikaa jetzt und die Dirnen mit Speise gesättigt,

Spieleten sie mit dem Ball und nahmen die Schleier vom Haupte.

Unter den Fröhlichen hub die schöne Fürstin ein Lied an.

Wie die Göttin der Jagd durch Erymanthos' Gebüsche

Oder Taygetos' Höhn mit Köcher und Bogen einhergeht

Und sich ergötzt, die Eber und schnellen Hirsche zu fällen;

Um sie spielen die Nymphen, Bewohnerinnen der Felder,[518]

Töchter des furchtbaren Zeus; und herzlich freuet sich Leto;

Denn vor allen erhebt sie ihr Haupt und herrliches Antlitz

Und ist leicht zu erkennen im ganzen schönen Gefolge:

Also ragte vor allen die hohe blühende Jungfrau.

http://www.zeno.org/Literatur/M/Homer/Epen/Odyssee/6.%20Gesang


@Dieter: Du kannst übrigens sicher sein, dass sie keinen Schlüpfer hatte.
Preisfrage: Wie wurden die Kleider da wohl desinfiziert, obwohl sie nicht gekocht und auch nicht chemisch gereinigt wurden?

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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