PCM‘s „Überschuss“-Begriff

Nico, Samstag, 18.05.2019, 19:02 (vor 421 Tagen) @ Nico1529 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 18.05.2019, 19:16

PCM richtet sich mit seiner Abrede eines Überschusses gegen die Herleitung einer Tauschwirtschaft. Damit hat er Recht und Unrecht zugleich. Geld ist tatsächlich KEIN Tauschmittel für den Verkehr von Überschüssen, aber der Überschuss ist dennoch essenziell für die Geldentstehung. Es ist also richtig, dass niemals Geld in eine Tauschwirtschaft erst eingeführt wurde, um diese zu erleichtern, es waren aber von Beginn an Überschüsse, welche kreditär (debitistisch) veräussert wurden.

Überschüsse sind zunächst nur das Resultat bewussten Denkens und nur das nicht-denkende Wesen kennt diese auch nicht. Ein Raubtier frisst, bis es sat ist, und lässt den Überschuss liegen, von dem dann die Geier zehren. Wenn aber der Mensch in den Wald geht, um Holz für das Feuer zu sammeln, dann denkt er auch daran, seinem Nachbarn etwas mitzubringen, weil er weiß, dass der Weg dadurch effektiver wird. Überhaupt kann ein Überschuss-Begriff erst einem Besitzdenken entspringen, weil nur so eine Trennung von Bedarf und Überschüssigem erst gezogen werden kann. Andernfalls müsste alles was nicht verkonsumiert wurde – also die gesamte verbleibende Welt – als Überschuss erscheinen.

Diese Überlegungen sollen hier aber reichen. PCM‘s Ausführungen hierzu sind also nicht falsch, aber womöglich fehlt es an Präzision. Richtig ist also, dass mit dem bloßen bewussten Erkennen eines Überschusses an sich, die Geldentstehung bereits begonnen hat. Eine Tauschwirtschaft kann ihr nicht vorangegangen sein, weil die Präsenz von dafür notwendigem Besitz bereits die Geburtsstunde des Geldes bedeutet.

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... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...


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