Die dritte Kategorie

nemo, Donnerstag, 16.05.2019, 15:24 (vor 419 Tagen) @ Naclador2235 Views
bearbeitet von nemo, Donnerstag, 16.05.2019, 15:44

Der Antrieb für menschliches Wirtschaften ist in erster Linie das Überleben und in
zweiter Linie die Entwicklung. Es ist eine kollektive Aufgabe.

Der Debitismus zwingt die Gesellschaft, immer schneller immer mehr Profite zu erwirtschaften.
Aber es geht auch anders.

Das wird deutlich, wenn dieser Unfug ins Bewusstsein der Menschen dringt. Wie kann es sein,
dass die Grundbedürfnisse des Lebens wie Wohnen, Ernährung, Gesundheit, Energie,
Bildung und Kommunikation einem kapitalistischen Monopol und dem damit verbundenen
Profitzwang und Verdrängungswettbewerb unterliegen? Und vor allem, wo führt das hin?

Diese Frage wird jedoch erst gestellt werden, wenn diese Grundbedürfnisse nicht mehr
bedient werden können. Sogar die DDR konnte diese Grundbedürfnisse gewährleisten.
Eben weil kein Marktzwang oder Wirtschaftszwang existierte. Dieser existierte nur in
der Konkurrenz zum Westen.

Jetzt schreien wahrscheinlich einige Foristen: Halt, das ist Sozialismus!

Darauf kann ich nur antworten: Nein, das ist gesunder Menschenverstand. Aber
der gesunde Menschenverstand ist nicht gefragt, denn auf ihm kann man kein
Zentralmachtsystem errichten. Das ist letztlich der tiefere Grund für die
verfahrene Situation, in der wir uns befinden. Alle politischen Systeme die wir
kennen, beruhen auf machtpolitischen Interessen
. Sie sind nicht viel mehr als
die politische Agenda einer Affenhorde, bei der immer der Stärkste gewinnt.

Der Fehler besteht darin, dass wir nur in zwei Kategorien denken: Verstaatlichung
oder Privatisierung. Die Lösung besteht in der dritten Kategorie: Dem kollektiven
und solidarischen Wirtschaften im Sinne des Gemeinwohls.

Die dritte Kategorie wird jedoch ignoriert, weil darauf eben kein Machtsystem
errichtet werden kann, das die Interessen der Reichen und Privilegierten schützt.
Die Frage der dritten Kategorie ist nicht nur eine wirtschaftliche Frage! Sie
betrifft alle Lebensbereiche bis hin zur Philosophie und Spiritualität.
Es braucht dafür ein ganzheitliches Bewusstsein.

Die Lösungen für eine solidarische Gesellschaft gibt es längst. Sie steht in den
Büchern von intelligenten Menschen, die verstehen wollen. Bleibt die Frage,
wann sie erkannt werden. Und danach, wie sie umgesetzt werden können?

In Wahrheit gibt es aber keine endgültige Lösung. Die Lösung besteht in
der ganzheitlichen Wahrnehmung der Wirklichkeit. Aber jetzt kommts:
Die Simulation der Wirklichkeit – die Vorstellungen, Denkmuster, Ideologien,
Propaganda usw. – hat längst die Wirklichkeit ersetzt. Wir nehmen nur
noch innerhalb eines beschränkten Weltbildes wahr (Framing), das die
Wirklichkeit lediglich nachahmt.

Der Ansatz einer Lösung kann z.B. darin bestehen, das Falsche abzuschaffen.
Der Lösungsweg besteht dann nicht mehr darin, das Richtige zu propagieren,
so wie es im allgemeinen Denken vorherrscht. Wir kennen das Richtige nicht.
Daher empfehlen kluge Menschen, die Wahrnehmung und das Gehirn zu
bemühen. Die Bemühung an sich enthält schon einen Ausweg.

Debitistisches Denken ist ebenfalls ein Weltbild, das in diesem Forum
gepflegt wird. Dabei war es ursprünglich nur eine Beschreibung des
Geldsystems.

Gruß
nemo


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.