Was Volksherrschaft eigentlich ist

Taurec ⌂, München, Dienstag, 08.01.2019, 17:43 (vor 506 Tagen) @ BerndBorchert5597 Views

Hallo!

Tempranillo hat schon recht, insofern er die historische Wirklichkeit als das begreift, wohin "Demokratie" naturgemäß stets führen muß. Was wir haben, ist Demokratie, eine andere gibt es nicht. Was mit "Demokratie" in der Theorie verbunden wird, ist real nicht durchführbar. Es handelt sich um eine Ideologie bzw. Demokratiereligion (mit entsprechend unbeirrbaren Missionaren und gutgläubigen Schäfchen, die sich an allen Ecken über die Herstellung der wahren Demokratie die Köpfe einschlagen [[zwinker]]).

Es nervt, dass Du Demokratie nicht übersetzt, sondern das, was sich im Westen selber Demokratie nennt, als Demokratie auffasst

Für mich sind beides - BRD und DDR - Scheindemokratien.

Dem liegt der von mir hier schon des öfteren angesprochene Irrtum zugrunde, daß die von Dir verlangte Demokratie etwas wäre, das real existieren könnte.

Rücken wir die Dinge mal zurecht, so haben wir in der Zeit vor der Demokratie eine hierarchisch aufgebaute Ständegesellschaft, die sich von der niedersten bis zur höchsten Stufe aus Angehörigen des Volkes zusammensetzte. Der Adel, Priestertum und die Fürsten als Herrscher und Führer stellten die edelsten Vertreter des Volkes dar, in welchen sich der Volkscharakter in seiner höchsten Form und Spitze seiner Möglichkeiten ausgebildet hatte. Mitnichten herrschte der Adel über das Volk. Der Adel war das Volk (genauso wie alle anderen Stände) bzw. stellte als Blüte (um im Vergleich von Kulturen mit Pflanzen zu bleiben) den Teil dar, in dem sich der Sinn der Pflanze offenbart.
Darüber hinaus existierten auf niedrigeren Ebenen bis hinunter in die Dörfer und Sippen relativ eigenständige Gemeinschaften, die sich selbst verwalteten. Jeder herrschte im Rahmen seiner Möglichkeiten über sich selbst und war in bestimmten Belangen nach oben hin verantwortlich, zuletzt der König Gott gegenüber. Freilich griffen die Monarchen nicht regelmäßig in die privatesten Angelegenheiten ihrer Untertanen ein, anders als es zum Selbstverständnis aller modernen und postmodernen Staatswesen gehört, die sich Demokratie nennen.
Das heißt, diese traditionelle Gesellschaft war Volksherrschaft im eigentlichen Sinne und zwar die einzige die es überhaupt real geben kann.

Tempranillo hat also völlig recht, wenn er schreibt: Demokratie ≠ Volksherrschaft.
Daß Demokratie dennoch als Volksherrschaft zu übersetzen ist, entspricht nur dem in ihren Fundamenten fest verankerten und in all ihren Hervorbringungen ausschließlich zum Vorschein kommenden Lügencharakter der Demokratiereligion, die ein systematisches Selbstbetrügen der Demokratiereligioten an sich selbst und Betrug an der ausgelieferten Masse ist.

Was sich in Form einer propagandistischen und dauernd irreführenden Wendung Demokratie nennt, ist die Negierung dieses traditionellen Herrschaftsprinzips. Sie ist in der Tat die völlige Entmachtung des Volkes, das einer selbsternannten und den Finanzmächten dienenden Berufspolitikerkaste ausgeliefert ist, die von sich nur behauptet, den Volkswillen auszuführen und deren Handlungen lediglich akklamatorisch bestätigt werden können. "Volkswille" ist in diesem System, was vom Volk in beschränkten (vordergründig "freien") Wahlen nachgesprochen wird. Dies ist indes kein Makel der unsouveränen BRD, die als Besatzerkonstrukt fremdgesteuert ist, sondern systemimmanent und in allen modernen Demokratien zu beobachten.
Auch die vielgerühmte Schweiz stellt keine Ausnahme und Widerlegung dieser Thesen dar, nachdem die Bevölkerung auch dort von der Ausführung der Systemspitzen abhängig ist und sie ihre Sonderform nur deswegen bislang weitgehend unbehelligt durchführen konnte, weil sie als Kleinstaat von nebensächlicher Relevanz für die Durchführung der Ziele der Geldherrschaft ist. Zeitversetzt wird die Schweiz aber alle modernen Entwicklungen, die in fernen Machtzentren bestimmt werden, nachvolliehen müssen, ohne daß das Schweizer Volk hier intervenieren könnte.

Jedes in der modernen Zivilisation auf dem Reißbrett entworfene System (liberal, sozialistisch) ist ein von oben aufoktroyiertes Zwangssystem, in welches eine (nach Abschaffung der Stände) formlose Bevölkerungsmasse hineingepreßt und zur Legitimation der "Eliten" instrumentalisiert wird. Natürlich nennen sich diese Systeme in der Regel Demokratie, wobei es sich nicht um eine bewußte Lüge handelt, sondern eben um die Umsetzung der Demokratie. Eine Demokratie, wie Du sie Dir "als politisches Ideal" zu wünschen scheinst, kann es im wahren Leben nicht geben. Sie bleibt eine mit der menschlichen Natur unvereinbare, weltfremde Utopie.

Dem Menschen allein gemäß ist eine von unten historisch gewachsene und organische Ordnung. Diese läßt sich leider nicht abstrakt entwerfen und dann einführen. Sie entsteht im Rahmen der Entwicklung eines Volkes quasi unbewußt aus der Lebenswelt primitiver (also im eigentlichen Sinne dieses Worte nicht "rückständiger" sondern "ursprünglicher") Urvölker bzw. Stammesgemeinschaften, die mit dem Sprießen und dem Wachstum der Pflanze allmählich an Komplexität gewinnen und sich in höhere Gesellschaftsschichten ausdifferenzieren. Damit einher geht die Gründung und das Wachstum von Städten, die am Ende des Zyklus das Land mit seinem Bauerntum als Nährboden auszehren.
Der einzige Weg dorthin führt über "Komplexitätsreduktion" in Form eines Zusammenbruchs der modernen, technischen Zivilisation, so daß die Völker von Neuem organische Ordnungen von der Basis er bilden können.
Alles andere, selbst wenn es sich um eine wohlwollende Diktatur oder eine Republik mit basisdemokratischen Elementen handelt, ist ein Zwangssystem, in dem Menschenmassen, die ihr Leben nicht selbst bestimmen können, gesagt wird, was sie zu tun, zu denken, zu glauben haben.

Gruß
Taurec

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