Eine Passage ist für mich im Nebel

helmut-1, Siebenbürgen, Freitag, 10.05.2019, 21:22 (vor 461 Tagen) @ Freizahn1892 Views

Vor dem Hintergrund von dem was Stefansson über Skorbut schreibt, ist es zudem wichtig genug frisches Fleisch und vielleicht auch nur wenig Salz zu essen.

O.k., das wissen wir, das Volk futtert zuviel Salz, - mach Bluthochdruck usw. Nun bin ich jemand, der so gut wie kein NaCl zu sich nimmt. Allenfalls beim frischen Zwiebel, den ich etwas ins Salzfass tunke. Aber alle anderen Gemüsesorten, wie grünen Paprika, Tomaten, aber auch gekochte Eier, die schmecken mir besser ohne. Auf ein gutes Schmalzbrot gebe ich mir allenfalls Pfeffer und Paprika, neben gehacktem Knoblauch und sonstiges.

Nun zu meiner konkreten Frage:
Kann man Salz, also das NaCl, regelrecht ersetzen?

Warum frage ich das:
Zu den Feiertagen bin ich Hobbykoch, macht mir Spaß. Meistens geile ich mich am Wild auf, - entweder Wildschwein, oder Reh, oder Hirsch oder sonst was. Klar haben diese Viecher einen eigenen dominanten Geschmack. Wenn ich nun sowas vorbereite, dann lege ich das Fleisch ca. 3 Tage vorher in meine Beize ein, die ich selbst zubereite.

Die besteht, - je nach Wildart - aus bestimmten Weinen, dazu eine Menge verschiedener Gewürze. Dominant sind dabei Knoblauch und Liebstöckl. Daneben aber auch Rosmarin, Basilikum, Kerbel, Pfefferkörner, rotes Paprikapulver, Thymian, Estragon, Wacholderbeeren, Lorbeerblätter, und noch einiges mehr. Petersilie, Sellerie und Schnittlauch kommen dann beim Braten frisch dazu.

Meistens haben wir dann Gäste. Vorher (das ist so mein Hobby) nehme ich mir die eine oder andere Frau des erwartenden Gastes vor, verpflichte sie zum Schweigen und sie sieht mir zu, wie ich die Beize "anrichte".

Dann gehts zum Gefecht:
Das Ganze geht ja über mehrere Gänge, - es geht ja nicht nur ums Essen, sondern um den Kult. Als aber der Hauptgang fast vertilgt ist, dann eröffne ich den Anwesenden, dass der Braten ohne ein Gramm Kochsalz zubereitet wurde. Keiner glaubt mir das, und damit habe ich schon manche Wette gewonnen, weil ich mir jemanden vorher als "Zeugen" geholt habe.

Für mich stellt sich die Frage:

- Ist das eine Art "Selbstbetrug", und das Fleisch schmeckt auch ohne Salz, weil eine Unmenge von Gewürzen und anderes dazu gekommen ist?

- Oder befinden sich gewisse Anteile von NaCl auch in verschiedenen Gewürzen, was man geschmacklich gar nicht registriert, und deshalb hat man beim Braten kein Bedürfnis nach Salz?

Ehrlich gesagt, - etwas beschämend für mich, weil ich ja mehr als ein halbes Jahrhundert in der grünen Zunft zuhause bin, - aber ich hab da noch keine konkrete und vor allem nachweisbare Antwort drauf gefunden.

Fest steht eines:
Ich hab noch nie in meinem Leben mit Bluthochdruck oder sowas zu tun gehabt. Ob das mit der äußerst sporadischen Verwendung von Salz zusammenhängt, das weiß ich nicht. Aber ich denke auch an meine Hunde. Die kriegen im Wechsel mit den Produkten des Schlachthofes (ich kann sie beim besten Willen nicht zum Vegetarier erziehen, - sie zeigen mir alle den Stinkefinger) immer Maisbrei mit den Gemüsen der Saison.

Immer wieder sagten mir meine Mitarbeiter, - man sollte doch in den großen Topf, der für eine Woche anhält, wenigstens eine oder zwei Hände Salz hineinwerfen, damits den Tierlein besser schmeckt. Haben wir meistens gemacht, - hab da immer einen Beutel Salz dafür vorgehalten. Irgendwann ist der zu Ende gegangen, und ich hab versäumt, einen neuen zu kaufen. Nun ja, es geht ja auch mal ohne, dachte ich mir.

Das mit dem "ohne" ist nun schon seit fast zwei Jahren. Und das Interessante dabei ist, seit fast zwei Jahren sind keinerlei organische Probleme mehr bei den Hündlein aufgetreten. Die Kerle sind alle kerngesund. Zufall? Oder gibts da einen Zusammenhang, den ich nicht kenne? Wenns da aber doch einen Zusammenhang gibt, weswegen gibt der Wildhüter den Tieren im Wald den Salzleckstein?

Fragen über Fragen. Ehrlich gesagt, ich weiß viel, aber doch nicht alles. Und da beginnts, sich im Nebel zu verkriechen.


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