Energiegehalt

Kaladhor, Münsterland, Dienstag, 07.05.2019, 11:57 (vor 422 Tagen) @ Naclador2927 Views

Hallo FOX-NEWS,

wahrscheinlich konnten sich unsere Vorfahren nur wegen des hohen
Kohlenhydratgehaltes des Obstes überhaupt so große Gehirne leisten, als
wir noch Baumbewohner waren.

Hallo Naclador,
die frühen Menschen haben sich hauptsächlich von Blättern ernährt mit einer Zugabe an Obst. Und es wurde bereits festgestellt, dass sich das menschliche Hirn erst von dem Zeitpunkt an vergrößert hat, als tierische Kost - damals vorwiegend in Form von Aas -> Knochenmark - mit auf den Speiseplan kam. Es ist wohl auch unbestritten, dass tierische Proteine und Fette einen höheren Energiegehalt besitzen als irgendwelches Grünzeug, was unzubereitet vom menschlichen Körper nur zu einem Bruchteil verwertet werden konnte. Man muss immer im Hinterkopf behalten, dass das alles noch vor der Nutzung des Feuers passierte. Man kann es übrigens auch heute noch beobachten, dass Pflanzenfresser im Grunde genommen von morgens bis abends (teilweise auch noch nachts) mit nichts anderem beschäftigt sind als Unmengen Grünzeug zu vertilgen, um die benötigte Energie aufzunehmen. Fleischfresser sieht man aber nicht die ganze Zeit Jagen und Fressen.

Durch die Erweiterung des menschlichen Speiseplans um tierische Proteine und Fette, hat der frühe Mensch Zeit gewonnen! Zeit, um sich mit anderen Dingen - bspw. den aufrechten Gang oder die Herstellung erster, primitiver Werkzeuge - zu beschäftigen. Die Kreativität war geboren.

Andererseits hast Du insofern Recht, als wir
erst in der Eiszeit die wichtigeren mentalen Funktionen dazu bekommen
haben, wie abstraktes Denken, kontrafaktisches Denken (Was-wäre-wenn),
alles was man braucht um "über den Winter zu kommen". Und da haben wir
natürlich hauptsächlich Fleisch gegessen, war ja sonst nix da.

Die dafür erforderlichen mentalen Funktionen hat der Mensch bereits vorher entwickelt, ansonsten hätte er Afrika nie verlassen können.

Einen direkten Zusammenhang zwischen Gehirnleistung und Fleischkonsum
würde ich aber bestreiten wollen. Zwar sind Fleischfresser im Tierreich im
Schnitt intelligenter als Pflanzenfresser, aber das hat wohl eher etwas mit
Selektion und Jagderfolg zu tun, als mit der stofflichen Grundlage der
Ernährung.

Bis der Mensch seßhaft wurde aufgrund der Entwicklung der Landwirtschaft, gab es diesen Zusammenhang aber. Man darf nicht den Fehler begehen, von heute auf die damligen Zustände zu schließen. Das fängt schon bei den Feldfrüchten an, die wir heute von unseren Feldern ernten. Verglichen mit dem Zeug, was man damals zur Verfügung hatte, ist das heutige Erntegut ein hochenergetisches Megasuperfood. Die ersten Getreidesorten hatten noch viel mehr Ähnlichkeit mit Gräsern als die heutigen hochgezüchteten Sorten, besaßen dementsprechend auch einen wesentlich geringeren Energiegehalt als heutiges Getreide.

Grüße

--
Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!


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