Ah! Jetzt verstehe ich, warum wir aneinander vorbeireden

Phoenix5, Donnerstag, 28.02.2019, 20:39 (vor 492 Tagen) @ Mephistopheles4823 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 28.02.2019, 20:59

Hallo Mephistopheles,

um mich hier zu erklären: Ich habe die letzten Monate mit Diskussionen u.a. auf f+f und im privaten Kreis verbracht, d.h. mit Leuten, die noch nie etwas vom Debitismus gehört haben und glauben, dass Geld halt ein Ding sei, das man in Waren und Dienstleistungen eintauschen kann. Wenn man so lange in der Debitismus-Blase lebt, bekommt man gar nicht mehr mit, dass sich außerhalb dieser Blase NULL Entwicklung zugetragen hat. Auf f+f war zuletzt ein Artikel, der allen Ernstes vorschlug, dass der Staat einfach jeden Monat ein BGE für alle Menschen drucken (!) sollte und alle unsere Probleme wären gelöst. Dieser Artikel wurde dort zum "Topthema" (Headline) und er erhielt überwiegend (gefühlt: 90%) Zustimmung!

Ich musste also zu den absoluten Basics zurückkehren, um mit diesen Leuten überhaupt eine gemeinsame Sprach-Ebene zu finden. Und dann dachte ich mir, dass hier im Gelben anscheinend auch viele Debitisten in einer Blase innerhalb einer Blase leben, wenn sie glauben, dass das, was hier über den Debitismus diskutiert wird, auch von jedem Leser verstanden wird. Ich habe schon lange nicht mehr das Gefühl, dass sich die Debitisten hier in der Mehrheit befinden. Ich würde eher sagen, es handelt sich um gefühlte 20%, eher wesentlich weniger.

Ich habe auf f+f stundenlang damit verbracht den Leuten den Unterschied zwischen Geld, das zu Leistung zwingt und Geld, das zu keiner Leistung zwingt (netto-Geld) klar zu machen und deshalb kann es gut und gerne sein, dass du hier eine Debitismus-Abhandlung auf höchstem Niveau erwartest hast, während es mir beim Abschied von der Ökonomie darum ging, genau die Leute hier zu erreichen, die Diskussionen um den Debitismus gar nicht mehr anklicken, weil sie es ohnehin nicht verstehen und bei mancher Wortakrobatik ist das auch nicht verwunderlich. Der Versuch ist mir nachträglich gesehen eher misslungen, aber wenn du jetzt so tust, als würde ich all das, was du hier "korrigierst", nicht wissen, muss ich das fast als Beleidigung auffassen.

Für den Debitismus kommt es alleine darauf an, dass die Forderjung

zum

Termin bedient wird.


Und da siehst du wo einen Widerspruch?


Der Widerspruch besteht darin, dass keine Leistung abgefordert wird,
sondern alleine cash. Ich kann die Penunzen auch leistungslos erhakten, in
dem ich bei der Bank einen Kredit aufnehme. Das ist dem FA völlig
schnuppe.

Klar, aber mehr als 95% der Leute da draußen (inkl. einiger Ökonomen und quasi aller Journalisten) ist nicht bewusst, dass Geld IMMER zur Leistung zwingen muss, weil es IMMER durch Schulden entstanden sein muss, während alle anderen Formen von Geld ohne Schuldner als Counterpart grundsätzlich wertlos sind und nur in ein bestehendes Wirtschaftsgeschehen eingestreut werden können (Münzgeld und Staatsverschuldung im konventionellen Geschehen, Monetarisierung und Direktfinanzierung des Staates durch ZB im Krisengeschehen)

Es muss klar gemacht werden, dass hinter Geld immer ein Schuldner stehen muss, der leistet, weil es sonst niemals wertstabil sein kann bzw. Geldmenge und Wirtschaftsleistung sonst niemals Hand in Hand gehen könnten. Alles andere: Machttheorie, Eigentum, Recht, Zins, etc. - das ist zuerst mal sekundär.

Allein, dass wir heute ernsthaft (!) in den Medien und der Politik über ein BGE sprechen, sollte dir doch Sorgen machen. Es zeigt, dass dort überhaupt niemand mehr begreift, was Geld überhaupt ist und was Wirtschaften bedeutet.

Und deshalb habe ich die drei Fragen als Orientierung formuliert:

1) Wer schuldet?
2) Wer leistet?
3) Wo wird die Leistung bewertet?


Wenn du etwas kritisieren willst, dann meine 5 Artikel, die ich nach bestem Wissen und Gewissen für alle Anfänger da draußen geschrieben habe. Ich glaube aber nicht, dass du da viel zu Kritisieren finden wirst.


Beste Grüße
Phoenix5

--
Ein Buch für Keinen - Der Kapitalismus nach Paul C. Martin


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