Lass das mal nicht die Russen lesen

Ankawor, Montag, 03.06.2024, 14:56 (vor 12 Tagen) @ Plancius4216 Views

Gar nicht so einfach, noch jemanden für einen adäquaten Gedankenaustausch zu finden....

Das dürfte doch hier nicht allzu schwer sein. Ob ich adäquate Gedanken liefern kann, weiß ich nicht. Aber ich habe mal über ein Jahr mit solchen Planspielen und deren Dokumentation zu tun gehabt, so dass es mir einigermaßen vertraut ist. Im Grunde genommen ist das alles im Internet nachzulesen, was du beschreibst. Ich verspüre wenig Lust, Links rauszusuchen, aber wenn es unbedingt sein muss, ...

Das Problem mit dem Gedankenaustausch besteht eher im Hinblick auf Kontakte außerhalb des Internets mit realen Menschen. Da kenne ich keinen. "Jetzt hör doch mal auf mit dem Thema, die Leute gucken schon komisch"

Sie wollen, dass sich der Westen selbst zerlegt. Wird er vorher doch noch ruppig, erscheint folgendes Szenario das wohl Wahrscheinlichste.

Strom ausschalten statt Raketen auf deutsche Ziele mag vielen beruhigend erscheinen, ist aber genau das Gegenteil.

DER Blackout wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (https://www.bbk.bund.de) definiert als ein

Stromausfall, der mindestens 72 Stunden dauert
und sich mindestens über mehrere Bundesländer erstreckt.

Bei einer Begrenzung auf Berlin wäre es dann zwar nicht DER Blackout, aber die Folgen dürften deinem Szenarium entsprechen, siehe auch Ahrtal.

Ich will nicht auf deine einzelnen Aspekte eingehen, aber so würde es kommen.

Die Massenunruhe nach einer Stunde mit Bewusstwerden, dass es sich um einen ernsten Blackout handelt, dürfte so früh noch nicht kommen. Es gibt nur wenige Menschen, die wissen, was das ist und was die Folgen wären. Das wird erst später erkannt. Auch setzt wohl nach 3-4 Stunden noch nicht der nackte Überlebensinstinkt ein. Alle werden schimpfen, ok. Die großen Supermarktketten haben inzwischen genaue Pläne für ein solches Ereignis, die machen erstmal zu, logischerweise.

Natürlich kann es in einem sozialen Brennpunkt wie Berlin (nur Hörensagen, ich war noch nie da) bereits sehr früh zum Zertrümmern der Supermarktscheiben kommen.

Professor Dr.-Ingenieur Peer Rechenbach, Abteilungsleiter für Katastrophenschutz in der Behörde für Inneres in Hamburg hat dazu einen Vortrag gehalten (20 Min.)

https://www.youtube.com/watch?v=dZwc11u5-20

Beim Blackout der oben erwähnten Definition ist ein großes Gebiet betroffen und es kommt keine Hilfe von außen. Das mag bei Berlin nicht zutreffen, aber nach den Erfahrungen vom Ahrtal dürfte es wohl ähnlich sein. In den ländlich geprägten Gebieten ums Ahrtal konnten sich genug Leute wohl auch erstmal selbst helfen, aber in Berlin ist in der Richtung wohl kaum etwas zu erwarten und möglich.

Dass viele Leute bis zu 20 km laufen, um aus der Stadt rauszukommen? Zweifelhaft. Wenn sie am Stadtrand sind, sind sie hungrig, durstig und müde und haben Blasen an den Füßen, was dann?

Was meinst ihr?

Das Szenarium ist interessant, weil es nicht den gefürchteten großen Blackout zum Thema hat, sondern nur einen auf Berlin begrenzten. Dabei ist natürlich entscheidend, was kaputt gemacht wurde und wie schnell das wieder repariert werden kann. Allerdings werden die Schäden mit jeder Stunde größer und schwieriger zu reparieren.

Städte sind unüberlebbar, wegen dem vorliegenden Szenarium, wegen möglichen Raketeneinschlägen, wegen Versorgungsproblemen in kritischen Situationen, wegen einem hohen Anteil gewaltbereiter Leute, die sich in den Städten konzentrieren, und noch ein paar Aspekten.

Ob es auf dem Land viel besser wäre? Würde in den Nachrichten gemeldet, dass in drei oder vier Städten in Deutschland Raketen eingeschlagen sind, vielleicht in Rüstungsbetrieben, dürften sich wahrscheinlich 20 % der Leute ins Auto setzen und in die Richtung fahren wollen, wo die Raketen nicht herkamen. Das gibt dann den größten Stau der Geschichte.

Einen Ausweg kann ich dir leider nicht mitteilen. Ich habe zwar einen vorbereitet, aber wahrscheinlich werde ich auch im Stau bereuen, nicht früher gefahren zu sein.

PS: An einem angesprochenen "adäquaten Gedankenaustausch" Angesicht zu Angesicht statt Internet wäre ich sehr interessiert, nur weiß ich nicht, wie man das in Gang kriegen sollte.

Viele meiner Online-Bekannten sind sich sicher, dass irgendwas passieren wird, was weiß keiner. Dagegen sind alle meine Bekannten in der realen Welt sicher, dass gar nichts passieren wird.


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