Toller Brief

Mephistopheles, Datschiburg, Montag, 15.04.2019, 22:36 (vor 756 Tagen) @ b.o.bachter4551 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 15.04.2019, 22:40

(Galiläa
= Bezirk der Heiden)

soll Pontius Pilatus in einem
Brief
an Kaiser Tiberius berichtet haben:

Leider wird nicht berichtet, in welcher Sprache der Brief abgefasst war, auf welchem Material, wo er aufgefunden wurde, was die Begleitfunde waren - die sind immer sehr wichtig für die Datierung! - und wie und mit welcher Methode er datiert wurde.
Es ist ein Zeichen von großer fachlicher Inkompetenz des Auffinders, das alles zu unterlassen.

„Eines Tages, als ich an der Stelle Siloam vorbeikam, wo ein großer
Menschenauflauf war,

Mutig von ihm, sich da einfach alleine hinzubegeben. Das ist so, als hätte sich George W. Bush ohne Personenschützer und ohne Armeeeinheiten in der Nähe einfach zu Fuss getraut, den Irak zu besichtigen und Erkundigungen einzuholen. Und das in einem Nest voller fanatischer Fundamentalisten! Das hätte sich kein römischer Soldat getraut, sich alleine in einen Menschenauflauf zu begeben. Der wäre sofort gelyncht worden, wenn er erkannt worden wäre. Deswegen sind die Römer zu so etwas da immer nur Kohortenweise in voller Bewaffnung angerückt.
Alleine sich unter das Volk zu begeben ohne Personenschutz, das trauen sich nicht einmal die Statthalter der Besatzer hierzulande, obwohl dieses Land keineswegs besonders fundamentalistisch ist.

bemerkte ich inmitten der Scharen einen Mann, der - an

einen Baum gelehnt - sich ruhig an die Menge wandte. Mir wurde gesagt, dass
das Jesus war.

Toll, dass die Menge das wusste, wo kein Jude ihn doch unter diesem Namen kannte. Wenn einer die Juden gefragt hätte, wer das ist, dann hätten sie geantwortet, das ist der Joshua aus Nasri. Und wenn ihm das so berichtet worden wäre, dann hätte Pilatus das in einem Brief an seinen obersten Dienstherrn mit Sicherheit nicht unterschlagen. die waren nämlich überhaupt nicht erbaut davon, wenn sie Berichte mit Gefasel erhielten.

Das hätte ich leicht erraten können, so groß war der

Unterschied zwischen ihm und denen, die ihm zuhörten. Sein goldfarbenes
Haar und Bart gaben seiner Erscheinung einen himmlischen Bezug. Er schien
ungefähr dreißig Jahre alt zu sein.

Da hätte aber Tiberius, wenn er den Brief erhalten hätte (wahrscheinlich hat er aber nicht) den Pilatus sofort gerüffelt und ihn zur Sau gemacht. auch die Römer liebten es nicht, wenn sie Berichte als Rätsel erhielten. Was sollte jemand, der slch einen Bericht erhielt, damit anfangen? Pilatus hätte zumindest dazu schreiben können, dass der Mann aussah wie der Sohn eines römischen Soldaten aus der Zeit des vergöttlichten (hier ein paar ehrende Floskeln einfügen) Augustus, damit sich Tiberius ein Bild davon machen kann. Den Juden ist das sofort aufgefallen, dass der Sohn der miriam überhaut nicht aussah wie sein Ziehvater. Die Römer, die bekannt dafür waren, immer alles genau zu bebachten, die wussten sicher auch bescheid. Wenn Pilatus so etwas in einem Bericht an seinen obersten Diesntherrn einfach unterschlägt, dann ist der sicher nicht sehr erbaut von ihm.

Noch nie habe ich ein anmutigeres

oder friedlicheres Aussehen gesehen. Welch ein Kontrast zwischen ihm und
seinen Zuhörern mit ihren schwarzen Bärten und ihren gebräunten
Gesichtern!“

Eben wie der Sohn eines römischen Soldaten - aus Griechenland, genauer Makedonien.

Demnach scheint Pontius Pilatus von den Blüten im Gensumpf des
Dreikontinenteeck per Saldo ja nicht so besonders begeistert zu sein und
bescheinigt Jesus ein völlig anderes Aussehen. Wie dem auch sei, zur
Authentizität des Textes gibt es natürlich verschiedene Beurteilungen.

Ooch, dass da in den eroberten Provinzen viele Söhne von römischen Soldaten rumliefen, kann ihn auf keinen Fall verwundert haben. Erstaunlicher ist vielmehr, dass er das in einem Bericht an seinen obersten Dienstherrn unterschlägt.

Hier hat jemand eine Sammlung von Beschreibungen angelegt:
http://www.thenazareneway.com/likeness_of_our_saviour.htm

Auch alles nur Gefasel?

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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