Ganz gute Zusammenfassung, aber einen Widerspruch muss ich einlegen ...

Der gestiefelte Kater, Dienstag, 11.04.2023, 16:05 (vor 1055 Tagen) @ Weiner3108 Views

Vor allem aber musst Du für Deine Idee werben und Mehrheiten formieren können, am Ende eine überzeugend qualitative oder wenigstens quantitative Mehrheit insgesamt finden (hoffend, dass alle sich daran halten): Politik ist Handeln in einer Gemeinschaft und für die Gemeinschaft.

Diese Vorstellung, eine Mehrheit finden zu müssen, ist gerade DAS Machtinstrument der Neuzeit. Es kann aus prinzipiellen Gründen nicht funktionieren, weil Demokratie ab einer Gruppengröße von 300 Leuten per se nicht mehr fair und gerecht dauerhaft funktionieren kann, siehe Scott Peck zu Gemeinschaftsbildung. Das ist der Grund, warum Mehrheiten als Machtinstrument missbraucht werden können, weil es durch diese Vorstellung zu einer scheinbaren Legitimierung durch die Mehrheit kommt. Eine Mehrheit kann jedoch niemals legitim über eine Minderheit herrschen. Das widerspricht den guten Sitten und einer natürlichen Moralauffassung.

Bundesländer können aus der Bundesrepublik austreten. Die Bundesrepublik kann aus der EU austreten. Eventuell könnten sogar Kommunen aus einem Bundesland austreten (das ist dann der Fall einer SEZESSION, zu dem es sehr viele Beobachtungen, Überlegungen und Konzepte gibt). Und natürlich kann auch der einzelne Bürger den Staat wechseln (es gibt ja einige Auswahl ...). Du kannst natürlich auch eine Revolution starten - aber immer und immer brauchst Du Mit-Bürger, die mitmachen und Dir folgen. Oder Du kannst Dich einer bestehenden Gruppe anschließen, die Deine eigenen Ziele am besten zu verfolgen scheint. Gegebenenfalls kommt es zwischen diversen Gruppen zu einem Kampf ...

Alles das ist rein rechtlich möglich - und sollte natürlich auch auf einem möglichst 'rechtsstaatlichen' Wege umgesetzt werden (der Kampf folgt eigenen Regeln ...). Wenn der Rechtsstaat in Gefahr ist, sollte man ihn bewahren.*) Das Einzige, was dafür nötig ist: die Schlafschafe müssen aufwachen und beginnen, als Souveräne in Gemeinschaft zu handeln.

Die Mehrheit "wacht" nicht auf, zumindest ist das in den letzten Jahrtausenden noch nie geschehen, auch nicht 1789, nicht 1989, nirgendwo irgendwo <img src=" />. Von diesem Schein sollte man sich nicht trügen lassen. Gewisse Minderheiten führen bspw. auch hier in der BRD bereits seit Jahren eine Sezession unter voller Einhaltung des internationalen Völkerrechts und sogar unter Einhaltung der BRD-Gesetze. Deren Erfolge sind leicht ablesbar, denn die Mehrheit wird das nie tangieren. Die Mehrheit wird sich solchen Bewegungen niemals anschließen, außer ... tja außer es kommt eine "Gemeinwohllobby" daher und wird plötzlich von den 12 Medienhäusern beachtet, dem Schäfer, und hinten bellen die Hunde der Hyperinflation und des Elends, dann trotten sie in die neue, "revolutionäre" Mehrheitsrichtung.

Du siehst, von "Mehrheiten" halte ich rein gar nichts. Und auch nichts davon, dass sich Mehrheiten oder auch Minderheiten über andere Minderheiten oder Mehrheiten (meist gewaltsam) hinwegsetzen. All das ist per se moralisch verwerflich. Das heißt natürlich nicht, dass Demokratie völlig ausgedient hat, das habe ich damit nicht gesagt. Sie wird weiter gewisse Zwecke erfüllen, moralische und unmoralische. Sie ist ein Werkzeug.


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