Danke für den Link. Ich werde das Gefühl nicht los, dass du Krall einfach nicht verstanden hast. Er argumentiert sehr logisch und stringent.

Mephistopheles, Dienstag, 19.05.2020, 20:34 (vor 2078 Tagen) @ Tempranillo3144 Views
bearbeitet von Mephistopheles, Dienstag, 19.05.2020, 21:25

Hallo nereus,

Ja eben.
Der Wettbewerb ist ausgeschaltet und einige wenige fetten Katzen tummeln sich im Pool.
Lenin nannte das StamoKap: Staatsmonopolistischer Kapitalismus (SMK) oder

Wegen des ausgeschalteten Wettbewerbs hat die winzigkleine Weichwarefirma Microsoft gegen gegen den Soft- und Hardwareriesen IBM gewonnen. [[ironie]]

Staatsmonopolkapitalismus ist eine ursprünglich marxistisch-leninistische Bezeichnung für die Verschmelzung des imperialistischen Staates mit der Wirtschaft – die in dieser Phase nur noch aus dünn maskierten Monopolen bestehe – zu einem einzigen Herrschaftsinstrument unter Führung einer Finanzoligarchie, die in der Endphase des Kapitalismus erfolge; diese Phase sei gegenwärtig erreicht ..


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsmonopolistischer_Kapitalismus

Man sieht, dass du beim Marxismus-Leninismus-Unterricht mindestens so gut aufgepasst hast wie die FDJ-Sekretärin Angela Kasner, allgemein bekannt geworden unter dem Spitznamen Erika. Wenn du aber Spengler gelesen hättest oder wenigstens Karl-Marx verstanden hättest, dann würdest du wissen, dass Kapitalismus und Sozialismus aufeinanderzudivergieren, nach Marx ist es sogar so, dass der Kapitalismus im Endstadium wegen der umfassenden Monopole ineinander übergehen und das Proletariat den reifen Apfel und die Macht, den ihm die Rosa Luxemburg überreicht, nach den Anweisungen der Parteischlange nur noch zu ergreifen brauche, um herzhaft reinzubeißen. Nur Lenin hat da irgendwo was falsch verstanden.

Man kann jetzt allerliebst darüber streiten, ob das Kapitalismus im Endstadium oder maskierter Sozialismus ist.
Fakt ist, in beiden Systemen hat es sich eine Elite fein eingerichtet.


[[applaus]]

Blablabla, die Elite wird von der Masse getragen, die ohne sie nur ein Chaos-Club wäre. Ohne Elite ist die Masse ein Nichts, ein formloser Teig.

Drum sag' ich doch dauernd, daß es keinen Sinn hat, sich in definitorischem Kleinklein zu verzetteln. Man muß von Interessen ausgehen und fragen, wer benachteiligt, wer begünstigt wird.


Der Börsenspekulant und der Unternehmer gehen von ihren eigenen persönlichen Interessen aus und sind also in diesem Forum genau richtig.

Die Begünstigten sind seit 1919, Versailles, immer und überall in und um City und Wall Street zu finden.

Wusste ich gar nicht, dass, als die Rote Armee in 1949 Bejing einmarschierte, weil die Ami zu doof waren, Chiang Kai Check konsequent zu unterstützen und ihre Soldaten dafür lieber ein paar Jahre später in Nordkorea und Vietnam verheizten, dass die Begünstigten davon in der Wallstreet sitzen und in der City. Aber tatsächlich war der Fehler, Chiang Kai Check fallen zu lassen, so groß wie die Ermordung Cäsars, welche die Eroberung Persiens verhinderte. Persien saß danach dem Imperium über Jahrhunderte wie ein Stachel im Fleisch und war wohl ursächlicher für dessen Untergang als die tumben Germanen. Die waren lediglich Nutznießer.

Ich gebe Dir recht, es werden weniger die Akteure als vielmehr die Theoretiker benannt.
Das kann man sehr wohl kritisieren.
Aber @Tempranillo, machen wir uns nichts vor.
Wenn er die City, die Wallstreet und die Banker des Globalismus wörtlich erwähnt und deren Prinzipien, was meinst Du wohl, welches Etikett ihm dann an die Backe geklebt wird.


Krall könnte die Linie eines Willy Wimmer und Prof. Otte fahren.

Daran erkennt man den geborenen Politruk, dem es niemals auf die richtigen Argumente, aber immer auf die richtige Linie ankommt.

Das Wort beginnt mit A und endet mit t.
Du kennst doch dieses perfide Spiel noch besser als ich.

Anarchist?

Trotzdem gibt es noch Spielräume, die man nutzen sollte. Dr. iur. Valérie Bugault, Fachanwältin für Steuerrecht, und von einem inzwischen verstorbenen Investitionsbanker instruiert, kann es auch.

Es wird diese Spielräume immer geben, solange sie keine Relevanz haben.

Nein, verantwortlich ist die Hochgradfreimaurerei, die ausgehend von Europa des Mittelalters ihren Gedankenfürze um die Welt leitete und mit den USA einen großen Pflock in die Erde stampften.


Selbstverständlich kann man das so sehen, und von meiner Seite aus kein Widerspruch. Ich ziehe lediglich vor, mich an Bismarck und französischen Gepflogenheiten orientierend, wo immer möglich auf der Ebene der Staaten und Völker zu bleiben.

Da hat nereus aber Recht, die Freimaurer sind vaterlandslose Gesellen. Allerdings scheinen sie allwissend, allmächtig und unsterblich zu sein, wenn sie ausgehend vom Mittelalter und der Pest sogar noch vor der Entdeckung Amerikas und des Buchdrucks die Geschichte Europas und der Welt bestimmen. Denn ohne diese beiden Entdeckungen wäre es mit der Dominanz Europas über den Planeten nichts geworden.

Er lotet den Raum aus ohne dabei abstürzen zu müssen.


Krall lotet nicht, er schleimt. Du weißt, in welche Richtung.

Ein wahrer, echter, geborener Politruk bemerkt das natürlich.

Er schreibt nicht für ein paar Hundert Leser im Gelben, sondern für Hundertausende da draußen. Diese unterschiedlichen kommunizierenden Röhren sollte man zumindest im Fokus haben.


Wimmer und Otte, dessen intellektuelle Redlichkeit ich schätze, und auch, wie kollegial er mit seinem Angestellten, lies Untergebenen Markus Gärtner umgeht, zeigen, wie es gehen könnte, ohne gleich alle schlafenden Hunde zu wecken.

Wichtig ist nicht das bessere Argument, sondern die richtige Linie! Das weiß jeder Politruk!

Das ist die Theorie und wie funktioniert das in der Praxis?


Das war noch nicht einmal Theorie, das war utopisches Wunschdenken. Wie es gehen soll, die Besatzer hochkant rauszuwerfen, ist mir ein Schleier, was ich doch dauernd schreibe und genau deshalb wenig optimistisch bin.

Dieser utopische Wunschtraum könnte schneller in Erfüllung gehen als dir lieb ist. Ich erinnere nur an den Abzug der Römer aus Britannien, als sie ihre Legionen dort nicht mehr finanzieren konnten.

Wenn jeder Ansatz, die Verhältnisse kritisch zu hinterfragen und Lösungen anzubieten, immer gleich niedergebügelt wird, bleibt am Ende eigentlich nur noch ein großer Haufen Frust.


Damit kannst Du mich nicht meinen. Ich habe oft und oft geschrieben, wie sehr ich Willy Wimmer, Max Otte, Hermann Ploppa und Ernst Wolff zustimme.

Die richtige Linie steht weit über jedem Argument, und sei es noch so richtig! Das ist der Grundglaube jedes Politruks.

Ist das denn eine vernünftige Lösung? [[hae]]


Wie Krall vor der Geldmacht im Staub zu kriechen und deren Lügengift unter die Leute zu streuen, kann es bestimmt nicht sein.

Geldmacht ist eine Illusion und zeitlich limitiert. Geldmacht ist Demokratie. Demokratie aber endet irgendwann. So, wie es aussieht, recht bald.

Ich persönlich bin eher der Meinung von Spengler als der von Krall.

Beise sind sich einig, das wir eine Systemkrise haben. Nach Krall wird die Marktwirtschaft und die Demokratie daraus nach ausbuchung der uneinbringbaren Schulden hervorgehen wie Phönix aus der Asche und Freiheit und Wohlstand und Demokratie und Marktwirtschaft werden wiederkehren, ein Revival also.

Nach Spengler wiederholt sich nichts, Zeit läuft ab und die Herrschaft des Geldes und der Demokratie ist beendet und es beginnt die Herrschaft des Blutes und des Militärs moriendum necesse est.

Gruß Mephistopheles


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