Wegen des Problems.

nereus, Donnerstag, 24.10.2019, 13:49 (vor 726 Tagen) @ Diogenes Lampe4946 Views

Das Problem.

Hallo DL!

Auf dem gelben Sofa plaudert man zwar in der Regel per Du, aber ich respektiere diesen Stil und ziehe mich ebenfalls auf das Sie zurück

Sie schreiben: Ich weiß zwar nicht, wie sich Putin die Zweistaatenlösung konkret vorstellt. Ich weiß nur, dass er eine solche anstrebt. .. Welche Lösung Putin aber auch immer anstrebt, sie muss für ihn völkerrechtlich absolut sauber sein.

Eine solche Lösung wäre die Ein-Staatenlösung unter der vorläufigen Führung Israels, die allerdings gleiche Rechte für alle alten und neuen Staatsbürger enthält.

Eine solche Lösung kann man in der Israel-Palästina-Frage aber nicht isoliert betrachten. Sie kann nur im Rahmen der umfangreichen Neuordnung des Mittleren und Nahen Ostens auf völkerrechtlich sauberer Verhandlungsbasis erfolgen. Da hängen also nicht nur Israel und die palästinensischen Autonomiegebiete dran, sondern die ganze islamische Umma.

Da gehe ich völlig konform und genau diese Prozesse finden auch gerade statt.
Syrien wird befriedet, für die Kurden werden vermutlich Autonomielösungen gefunden – wie für die Sorben in der Lausitz. [[zwinker]]
Der Zar gastierte in Saudistan und der Bosporus arrangiert sich mit Moskau.
Das ist für den Anfang schon eine ganze Menge und ich gehe davon aus, daß irgendwann 2020 auch der Jemen befriedet werden wird.
Kurzum, es bewegt sich gerade sehr viel und darüber freue ich mich wirklich.

Den Saudis als Wahabiten wird man nicht mehr lange gestatten, sie zu beherrschen. Da bin ich ziemlich sicher. Also wird in der Mekka -wie Palestinenser -und Jerusalemfrage Jordanien und das Geschlecht der Haschimiten noch eine interessante Rolle spielen. Ebenso wie Ägypten und der "sunnitische Vatikan" in Kairo.

Ja, aber man wird sich pragmatisch arrangieren.
Man wird Gerechtigkeit und Geld irgendwie zusammenführen, so daß es unterm Strich für alle einigermaßen erträglich werden dürfte.

Wenn aber, wie Trump sich ja schon festlegte, Jerusalem Hauptstadt Israels werden soll, dann muss es nicht nur für die Palestinenser sondern auch für die Moslems weltweit eine tragfähige Kompensation geben.

Genau davon rede ich und die obengenannten Stationen weisen auch schon in die richtige Richtung.
Daran sehen wir auch klar, wie man Politik aktiv gestalten kann.
Trump und Putin arrangieren sich und haben notwendigerweise den alten Gauner Erdogan ins Boot geholt, der zumindest so schlau ist, um die veränderte Weltlage zu erkennen.
Ganz anders das unendliche Trauerspiel in Berlin.
Ben Wischs Gebeine rotieren vermutlich im Grab, wenn sein Geist von oben auf die Dilettanten im Regierungsviertel an der Spree schaut. [[sauer]]

Wie die genau aussehen wird, ist noch nicht klar, aber vielleicht könnte man diesen Gedanken als Ausgangspunkt nehmen, um herauszufinden, welche Lösung trägt und welche nicht. Und da sind wir wieder in der Geschichte, die auf die Gegenwart großen Einfluss ausübt. Vor allem die des Untergangs des Osmanischen Reiches, des von ihm seinerzeit ausgeübten Kalifats und der Neuaufteilung des Nahen und Mittleren Ostens nach dem Zusammenbruch beider zugunsten der weströmischen "Mandatsmächte" nach dem Ersten Weltkrieg.

Schon klar, alles hängt mit allem zusammen.

Was das mit Danzig zu tun hat, erschließt sich mir allerdings nicht. Verwechseln Sie da nicht Äpfel mit Birnen?

Nö.
Ich wollte mit diesem Beispiel nur darauf hinweisen, daß ein zersplittertes Territorialgebiet nahezu immer ein ewiger Herd von Unfrieden ist.
Das wußte schon der große Friedrich Schiller, als er formulierte: Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.
Ich hätte auch die Enklave West-Berlin erwähnen können, die als Stachel im Fleisch der DDR hakte.
Flickenteppiche sind das Dümmste, was man sich verwaltungstechnisch vorstellen kann.
Sie werden nur von Intriganten favorisiert, die etwas ganz anderes im Sinn haben.

Eine große Koalition mag vielleicht innenpolitisch lähmend auf viele dringlich zu lösenden Probleme wirken, aber außenpolitisch geht es wohl darum, dass ein möglichst breites Regierungsbündnis bei den anstehenden internationalen Verhandlungen bezüglich einer tragfähigen Zweistaatenlösung für alle Beteiligten zuverlässiger und verbindlicher ist als nur eine über eine Koalition dominierende und regierende politische Partei.

Vermutlich soll damit den Hardlinern ein erster Zahn gezogen werden. Ja, das wäre denkbar.
Zur unsichtbaren Hand.

Könnte ich mir durchaus vorstellen. Denn bisher war das ja auch nicht anders. Bisher war der Vatikan die unsichtbare Hand, die nun aber immer sichtbarer wird.

Nein, das muß ich wieder hinein grätschen.
Der Vatikan und auch die Jesuiten sind massiv unterwandert.
Der Prozess begann schon vor Jahrhunderten und wurde immer weiter intensiviert.
Die Unterwanderer heißen Freimaurer und ohne ihr weltumspannendes Netzwerk geht seit ca. 150 Jahren politisch überhaupt nichts mehr.
Das geben sie sogar zu und mehr oder weniger zu und fast alle großen Konflikte des 19., des 20. und auch des beginnenden 21. Jahrhunderts gehen zu ihren Lasten.
Das Ziel der unheimlichen Bruderschaft lautet:
Zerstörung der Kirche, Zerstörung der Monarchie und Zerstörung der Familie.
Wir befinden uns in Westeuropa gerade im dritten Akt der Aufführung.
Wer das ignoriert oder nicht wahrhaben will, hat zumindest für mich nicht alle Schüsse gehört.

Sie schrieben: .. kann Putin die künftige Politik Israels wesentlich stärker beeinflussen als die USA, sprich, der Vatikan.

Darauf erwiderte ich: Das ist nun wirklich grotesk. ..
Wie bereits oben erläutert, sind der Vatikan und die Jesuiten – das gilt wohl auch für andere Organisationen wie z.B. die Muslimbruderschaft, den Islamischen Staat usw. – nur die Puppen, die der Öffentlichkeit gezeigt werden.
Der einst, tatsächlich wirkmächtige, Heilige Stuhl ist nur noch ein Schatten seiner selbst.
Daran war auch die Kirche nicht unschuldig, aber der echte Beweger und Umgestalter waren die Brüder im Schurz.
Sie nutzten das, was in allen historischen Prozessen der beste Freund ist – sie bedienten sich der Zeit.
Das kann man sinnbildlich mit dem quietschvergnügten Frosch darstellen, der sich im lauwarmen Wasser wohlfühlt, der aber bei seinem Bad nicht sehen kann, daß von unten unaufhörlich weiter Wärme zugeführt wird.
Ich habe an verschiedenen Stellen mehrfach auf die Thematik hingewiesen,

z.B. hier: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=388342
und hier: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=388681
und hier: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=410980
und hier: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=427869
oder hier: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=479544

Das sind alles nur Ausschnitte aus einem größeren Werk, welches aber im Text eindeutig benannt wird.
Was dort zusammengetragen wurde, bestätigt nicht nur die Vermutungen der kirchlichen und VT Autoren, das der sogenannte „Modernismus“ nicht einfach so vom Himmel viel, sondern er machte sogar diese Leute sprachlos.
Entscheidend dabei ist aber die Maskerade, denn so kann man sich bestens verstecken und hat als Außenstehender nur das Gefühl, das sich nach und nach alles ändert, weil es halt so sein muß. Das wird dann auch noch evolutionär umschrieben.
Das hier gezielt und mit Strategie geändert wird, bleibt jedoch in der Regel unerkannt und wenn man es doch erwähnt, ist man entweder V-Theoretiker oder Antisemit.
..

Mit deutschem Ordnungssinn kommt man da auch tatsächlich nicht weiter. In der Schlangengrube Naher Osten ist wohl kaum etwas gerade.

Hier bin ich wieder voll mit dabei.

Ganz genau! Und deshalb wird er, wie ich es oben andeutete, auch die Gesamtproblematik Naher und Mittlerer Osten und alle Völker und Staaten dort im Auge haben und in seine Lösung mit einbeziehen. Die wichtigste Legitimation dabei aber ist und bleibt das Völkerrecht. D.h. also auch, dass eine Lösung voraussetzt, dass zunächst die UNO gründlich reformiert wird.

Richtig und nun wird auch verständlich, warum die Russen geostrategisch so agieren, wie sie agieren. Sie erweisen sich als verlässlicher Partner, was nun komplett im Gegensatz zu den Machenschaften der vormaligen US-Regierungen steht.
Die Imperatoren des Orients sind ja auch nicht völlig blöd.

Dann schrieb ich: Was wäre denn, wenn die überstaatlichen Runden, die ursprünglich zu einem ganz anderen Zweck gegründet wurden, nun eine neue Qualität entwickelten?

Sie antworten: Eher gefriert die Hölle.

Wunderbare Umschreibung.
Vermutlich passiert das gerade.
Ok, es wurden erste Kühlschränke angeliefert, um einmal im Bild zu bleiben. [[freude]]

Versuche in dieser Richtung hat es sicher schon gegeben und könnte es womöglich auch wieder geben. Hier haben wir es ja mit dem Vatikan, der Freimaurerei und dem Schwarzen Adel zu tun, deren globales Zusammenwirken ja jetzt entflechtet wird, und das so deutlich, dass sogar Sie und ich da jetzt Wind von bekommen.

Um es einmal historisch richtig einzuordnen.
Der Adel und die Kirche standen in Europa ganz oben in der Hierarchie.
Das gefiel „einigen Leuten“ nicht.
Daher gründeten sie einen Geheimbund (der vermutlich auch diverse Vorläufer hatte) und schlichen sich nach und nach in die bestehende Herrschaftsstruktur ein oder drehten die dort Ansässigen einfach um, um es jetzt einmal ganz knapp zu formulieren.
Das ist übrigens bestens nachgewiesen und dokumentiert, nur seltsamerweise steht diese Literatur auf dem Index oder, falls verfügbar, wird sie offiziell gemieden.
Wenn also der Vatikan ein Konzil einberuft, dann wird hier nur das Wirken der Putztruppe sichtbar, wie es auch die konservativen Kreise sofort erkannten.
Und wenn noch herrschende Monarchien etwas erklären, dann darf man sicher davon ausgehen, daß es nicht gegen die NWO verstößt.
Es gibt nun wirklich massig Literatur dazu und ich bin ein wenig verwundert, daß Ihnen da noch nichts untergekommen sein soll.
Natürlich sind auch diese Werke oftmals etwas einäugig aufgestellt und ich habe Jahre, Jahrzehnte dafür gebraucht, um in etwa die Grundrichtung zu erkennen.
Man muß tatsächlich die Perlen aus den Exkrementen suchen, wobei man am Anfang nicht einmal weiß, wonach man eigentlich konkret suchen soll.

Hierbei wäre auch zu beachten, dass diese Leute weiter versuchen werden, in ihrem Sinne Geopolitik zu betreiben. Die Katze läßt das Mausen nicht. Doch mit der Geopolitik a la Mackinder ist es vorbei. Das ganze geopolitische Denken wird unter der nun durch Russland, China und den jesuitischen Reformkräften um Trump gestalteten Weltordnung ebenfalls obsolet werden. Es wird natürlich in der Übergangsphase, also der Untergangsphase des Transatlantischen Imperiums noch eine wichtige Rolle spielen, aber nur, bis sich die drei neuen Weltmächte über ihre künftigen Einflussphären geeinigt haben.

Trump ist die entscheidende Abrissbirne.
Interessant ist nun Ihr Hinweis auf die jesuitischen Reformkräfte.
Ich würde im ersten Ansatz sagen, das sind die Kräfte, die Gioele Magaldi als progressive Freimaurer bezeichnet.
Den zweiten Ansatz behalte ich mir noch vor. [[zwinker]]

Trump hat wohl die große Aufgabe, diese Entflechtung der USA zu bewerkstelligen.

OK, entflechten klingt gefälliger als Abriß.
Und mit Abriß meinte ich auch nicht das staatliche Gebilde USA sondern die Entmachtung des oligarchischen Kraken, der sich am Wirt gütlich hält.

Denn vom Überleben der USA, das noch gar nicht so sicher ist, hängt ab, ob der Vatikan dort und global weiter mitspielen darf oder nicht. Das freimaurerische, d.h. jesuitische Konzept USA steht ja ebenso auf dem Prüfstand.

Wie gesagt, hier kann ich nicht mehr folgen.
Es gibt kein jesuitisches Konzept, daß die Freimaurer übernommen haben.
Das freimaurerische Konzept ist viel älter als das der Jesuiten.
Die Freimaurer haben sich nur bestimmter jesuitischer Ordensregeln bedient und schauen nun durch die Masken des Papsttums und der Jesuiten auf die Welt.
Das ist das ganze kleine dreckige Geheimnis – nicht mehr und nicht weniger – auch wenn das alles viel zu verkürzt dargestellt ist. Aber irgendwann muß man ja mal auf den Punkt kommen.

Trump und die Kräfte hinter ihm streben mit "America first" ja über den neuen trump'schen Patriotismus ein neues Nationalstaatskonzept an. D.h. aber auch, dass der Einfluss des Britischen Empire und des Vatikan, der u.a. auch über das ganze Hochgradfreimaurerwesen gesteuert wurde, beendet werden -und die US-Nation tatsächlich souverän werden müsste. Im Grunde müsste sogar die US-Verfassung von 1787 auf den Prüfstand, da sie von Freimaurern eingeführt wurde.

Der letzte Satz ist ein interessantes Detail, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen.

Was die Trump-Administration da vor hat, ist nicht nur eine Herkules -sondern auch eine Sysiphusarbeit oder eben, wie ich schon mal sagte, der Versuch der Quadratur des Kreises. Ich bin also, was eine künftige USA als souveränen Nationalstaat betrifft, nach wie vor äußerst skeptisch.

Ja, der Kampf ist auch noch nicht gewonnen, aber Sie sehen offenbar in Trump die gleiche Person, die auch ich zu erkennen glaube.
Er ist ein ganz Großer und hat sich schier Unglaubliches vorgenommen.
Da stören seine kleinen verbalen Unfälle überhaupt nicht, er will ja auch von den Massen verstanden werden.
Er erklärt seit 3 Jahren, daß er keine Kriege mehr führen möchte und tut alles, damit das nicht geschieht. Doch dazu werden ihm ständig Steine in den Weg gelegt.
Und welche Reaktionen kommen dazu von den vom Frieden bewegten deutschen Grünen?
Sie verachten Trump – weil sie eben viel lieber Krieg führen.
Das solch simple Überlegungen von den grünen Wählern nicht angestellt werden, spricht Bände über ihren Verstand und noch viel mehr über ihr Gewissen.

Wegen der Ein-Staatenlösung.

Die hat zwar vieles für sich, aber ich zweifle, ob es hierfür wirklich tragfähige Voraussetzungen gibt.

Auf lange Sicht geht wohl daran kein Weg vorbei.

Das glaube ich nicht und halte es für Wunschdenken der Befürworter dieser Lösung.

Schauen wir mal.
Wegen der Demokraten.

Das glaube ich auch nicht. Die schnappen über, weil es um ihre eigene Existenz als Lobby geht.

Und wie wird man Lobbyist?
Mit Geld, mit viel Geld und noch mit viel mehr Geld.
Und aus welchen Quellen sprudelt das Geld?

zum Hickhack im Nahen Osten:

Und welcher Ort soll das sein?

Welche Stelle auf der Landkarte des Nahen Ostens sorgt seit einem Jahrhundert für Ungemach?

Auch in Israel geht es letztlich nicht um Links oder Rechts sondern ums Überleben und den besten Weg hierzu.

Wenn man dieser Tatsache in Tel Aviv und Jerusalem endlich ins Auge blicken kann, ist das schon einmal die halbe Miete.
Dazu müssen aber erst einmal die Sponsoren aus der Diaspora zur Vernunft gebracht werden, die gerne immer wieder etwas verändern, wenn es dem Wohle des zänkischen Kleinstaates dient.
Tut mir leid, wenn ich dazu keine bessere Diagnose anbieten kann.
Nur als kleiner Hinweis dazu: Als man Mütterchen Rußland in den Neunzigern schwer angeschossen hatte, begannen sich die Hyänen genüsslich am wehrlosen Opfer zu weiden. Doch dann kam der Förster und verjagte das Pack.

Was wäre, wenn der Mond ein großer Käse wäre?

Dann wäre der ganze symbolische Mummenschanz der „Putztruppen“ im Arsch.
Vielleicht nicht einmal die schlechteste Lösung. [[freude]]

Was sollen sie denn ihrer Ansicht nach denken?

Warum gelten die überstaatlichen Gesetze für diesen Landstrich nicht?
Warum ist hier Rassendiskriminierung hoffähig, wenn sie das nirgendwo anders ist?

Der hat sich wohl im Kräutergarten verlaufen.[[freude]]

Vielleicht, vielleicht auch nicht.
Ob der Kushner-Plan verheizt wurde oder ob er doch etwas taugt, müssen wir noch sehen. Ich wage da noch keine Einschätzung.
Wegen der Zwei-Staatenlösung:

Das sehen sie zu eng, fürchte ich. Wir sind da ja im Orient und der ist bekannt für seine Verhandlungskünste und ordentlich Bakschisch obendrauf. Das Westjordanland ist im Grunde ursprünglich ja ein Zankapfel zwischen Israel und Jordanien. Will Israel das ganze Westjordanland und dazu Jerusalem als Hauptstadt, dann muss es gewaltige Kompensationen für die Palästinenser wie für die Jordanier geben. Ägypten würde dabei auch noch eine Schlüsselrolle spielen.

Ja, aber wenn Flickenteppich nicht geht und Ein-Staatenlösung nicht gewollt wird, muß es gewaltige Umsiedelungen geben und zwar auf beiden Seiten.
Das ist doch wohl klar, oder?

Das muss aber deshalb noch nicht bedeuten, dass die einzige Lösung hierzu die Einstaatenlösung sein muss.

Dann lassen Sie mal hören, was Ihnen da so konkret vorschwebt.
Was würden Sie entscheiden, was zu tun wäre?

Das Alleinstellungsmerkmal der Juden, auf dass Sie hier vermutlich anspielen, sehen Sie mit Verlaub womöglich eher aus der verengten Perspektive eines womöglich etwas bornierten Nationalisten und können somit nicht erkennen, wie komplex dieses Thema wirklich ist und wie sehr es auch rein funktional mit dem Vatikan zusammenhängt.

Borniert?
Man ist borniert, wenn man für alle Menschen/Völker die gleichen Rechte einfordert und es wagt an Ausnahmen Kritik zu üben?
OK, wenn das die neue Bedeutung von „borniert“ ist, dann bin ich eben borniert.
Übrigens, wie heißt das Volk das seit Jahrtausenden stolz auf die Erhaltung seiner Nation ist, obwohl es weltweit verstreut lebt?
Wir werden verächtlich gemacht, wenn wir vom deutschen Volk reden und parallel dazu werden wir permanent von den Wasserträgern des Systems mit den Verweisen und Leiden auf das spezielle Volk getriggert.
Hallo! Ist da wer? [[hae]]

Dieses Alleinstellungsmerkmal ist ja auch für die weit überwiegende Zahl der Juden in der Welt eher ein Fluch als ein Segen. Sie sprechen da ein Thema an, dass wirklich eine enorme Rolle spielt; nicht nur bei Juden: Die Auserwähltheits-Doktrin. Sie spielt bei den Katholiken und Protestanten eine ebenso bedeutende Rolle, auch wenn das nicht so offensichtlich ist, weil das Konzept des Katholizismus und Protestantismus per se universal kosmopolitisch ist, während das jüdische Konzept per se ein nationales ist, das bei bestimmten jüdischen Gruppierungen natürlich durchaus auch chauvinistisch als universales aufgeblasen wird ("Bund mit Gott", "Jüdische Weltherrschaft" ect.).

Hier spricht viel religiöses Unverständnis und nun wird mir auch klar, warum sich die Jesuiten- und Vatikan-Schote so hartnäckig bei Ihnen verankert hat.
Dazu einmal kurz eine Übersicht.
Die Christen und die Muslime unterstellen die Existenz der Ein-Gottheit und bekennen sich zu ihr. Die Christen machen das eher in ihrem Herzen, die Muslime bevorzugen eher Rituale, wobei ich ihnen aber nicht in ihren Glauben absprechen will.
D.h., ganz oben steht der Schöpfergott, der uns Wesen erschaffen hat bzw. einen Prozeß in Gang setzte, dem wir BEDINGUNGSLOS unterworfen sind.
Das heißt nicht, das wir Gott nicht erkennen können und das wir nicht forschen oder uns weiterentwickeln sollen, sondern nur das wir diese Grundannahmen zur Kenntnis nehmen sollen.
Auch die Juden gehen von der Ein-Gottheit aus, meinen aber als von ihm als auserwähltes Volk besondere Rechte zu besitzen.
Im rein religiösen Sinne könnte ich damit sogar gut leben, wenn es nur darum ginge die göttliche Ordnung in Takt zu halten und bei Bedarf zu mahnen, was streng gläubige Orthodoxe – Vorsicht, nicht mit der anderen Sekte verwechseln – auch machen.
Nur ist es praktisch leider so, daß diese Gläubigen sehr schnell den materiellen Reizen erlagen und statt Wasser eben Wein soffen.
DAS war der Grund für das Erscheinen Jesus Christus, nämlich die verlorenen Schafe wieder auf die Weide zurück zu führen.
Deswegen warf er die Tische der Geldwechsler im Tempel um und beklagte die Heucheleien der Pharisäer.
Sie taten nur so, als ob.
Auf Baal und andere Besonderheiten, die ganz neue Horizonte eröffnen, gehe ich jetzt nicht ein, aber die „Kinder des Teufels“ lassen da einiges erahnen.

Die Nachfahren der Pharisäer haben das jüdische Volk geprägt und ihren Alleinvertretungsanspruch genährt.
Das gilt freilich nicht für alle, aber leider für eine große Menge.
Und genau deshalb gibt es auch seit knapp 2.000 Jahren immer wieder Zoff mit den Auserwählten. Wer sich mit Niemandem vertragen kann, sollte auch sich auch einmal selbstkritisch fragen, ob ER vielleicht etwas falsch machte oder noch macht.

Interessant ist dann auch die Stellung der zwei anderen Ein-Gott-Religionen zu Jesus Christus.
Im Islam ist er ein Prophet und hier wird nur seine Wiederauferstehung in Frage gestellt und der leibliche Tod bei der Kreuzigung. Ansonsten wird er im Koran hoch verehrt.
Im Talmud, der die Thora im Laufe der Zeit ein wenig verdrängte, darf Jesus sich „in kochender Scheiße“ vergnügen, nur so viel zum Thema.
Das habe ich nicht von irgendwelchen Nazi-Antisemiten, sondern von Peter Schäfer.
Bei Bedarf bitte hier entlang: https://www.amazon.de/Jesus-im-Talmud-Peter-Schäfer/dp/3161502531

Man beachte die Rezensionen, die darauf mit keinem Wort eingehen.
Hier geht es zu einer PF in englischer Sprache: https://ia601203.us.archive.org/8/items/PeterSchferJesusInTheTalmud/Peter%20Schäfer%20-...

Dazu ein kurzer Auszug:

The most bizarre of all the Jesus stories is the one that tells how Jesus shares his place in the Netherworld with Titus and Balaam, the notorious archenemies of the Jewish people. Whereas Titus is punished for the destruction of the Temple by being burned to ashes, reassembled, and burned over and over again, and whereas Balaam is castigated by sitting in hot semen, Jesus’ fate consists of sitting forever in boiling excrement.
This obscene story has occupied scholars for a long time, without any satisfactory solution. I will speculate that it is again the deliberate, and
quite graphic, answer to a New Testament claim, this time Jesus’ promise that eating his flesh and drinking his blood guarantees eternal life to his followers. Understood this way, the story conveys an ironic message: not only did Jesus not rise from the dead, he is punished in hell forever; accordingly, his followers—the blossoming Church, which maintains to be the new Israel—are nothing but a bunch of fools, misled by a cunning deceiver.

Übersetzung:

Die bizarrste aller Jesus-Geschichten ist die, die erzählt, wie Jesus seinen Platz in der Unterwelt mit Titus und Bileam, den berüchtigten Erzfeinden des jüdischen Volkes, teilt. Während Titus für die Zerstörung des Tempels bestraft wird, indem er zu Asche verbrannt, wieder zusammengebaut und immer wieder verbrannt wird, und während Bileam durch das Sitzen in heißem Sperma gezüchtigt wird, besteht Jesu Schicksal darin, für immer im kochenden Kot zu sitzen.
Diese obszöne Geschichte beschäftigt die Wissenschaftler seit langem, ohne dafü eine zufriedenstellende Lösung zu finden.
Ich spekuliere, daß es sich wieder um die bewusste, und die ziemlich anschaulich, Antwort auf eine neutestamentliche Behauptung, diesmal Jesu Versprechen, dass das Essen seines Fleisches und das Trinken seines Blutes seinen Anhängern das ewige Leben garantiert.
So verstanden, vermittelt die Geschichte eine ironische Botschaft: Nicht nur, dass Jesus nicht nur nicht von den Toten auferstanden ist, sondern auch für immer in der Hölle bestraft wird; dementsprechend sind seine Anhänger - die blühende Kirche, die vorgibt, das neue Israel zu sein - nichts anderes als ein Haufen Narren, die von einem gerissenen Betrüger getäuscht werden.

Das Schäfer in die ironische Botschaft flüchtet, leuchtet mir ein, denn eine andere Deutung hätte ihn zum Aussätzigen gemacht, wie alle vor ihm, die sich an die kritischen Details der Sekte wagten.

Hier aber alle Juden nicht nur in einen Topf zu schmeißen sondern auch noch Orwells "Farm der Tiere" dabei heranzuziehen, heißt für mich, dass Sie Orwells Metaphern gar nicht verstanden haben, wenn Sie alle Juden mit den Schweinen auf der Farm gleichsetzen. Soll ich da jetzt "Judenschweine" assoziieren? Auf welche Niveaustufe begeben Sie sich da?

Ich frage zurück: Auf welches Niveau begeben Sie sich mit dieser Konstruktion?
Orwell hatte sich eine Tierart herausgesucht, um die Ausnahme von der Regel zu symbolisieren, die gerne in politischen Systemen zum Ausdruck kommt. Die Prediger der Gleichheit wollten selbst nicht gleich sein.
Das war die Botschaft der Fabel und Orwell ist die Geschichte ja nicht einfach so eingefallen, sondern er wußte genau, was er hier in bildliche Form kleidete.
Daher gehen die unterstellten Judenschweine postwendend an den Adressaten zurück.

Ich hoffe da vor allem auf die Öffnung der vatikanischen Archive, da sie auch in Bezug auf die Juden und ihre Funktion bei der weströmischen Welteroberung - hier als Finanziers und dort als Sündenböcke - sicher die aufschlussreichsten sind. Das aber wird erst geschehen können, wenn der Vatikan als politische und weltreligiöse Institution entmachtet ist und das Papsttum abgeschafft. Die Aussichten hierzu verbessern sich zumindest.

Ich wiederhole mich: Schauen wir mal.

Sie tun hier mit Verlaub so, als wären sie schon in den Archiven gewesen und wüßten ganz genau, was dort geschrieben steht.

OK, da wir uns hier am Rande der sanktionierten Geschichte bewegen – warum eigentlich? – werde ich es dabei belassen.
Hier zählen keine Argumente mehr sondern nur noch Paragrafen. [[wut]]

Nichts für ungut. Aber bitte lassen Sie uns sachlich bleiben und nicht in den vulgären Antisemitismus abgleiten, der, wie Sie ja auch wissen, keine Probleme löst sondern immer nur welche macht. Ich habe von Ihnen hier schon viele wirklich kluge und aufschlussreiche Beiträge gelesen und würde mir wirklich wünschen, meine Hochachtung für sie beibehalten zu können.

Ich nehme das jetzt freundlich zur Kenntnis.
Aber ich weiß ganz genau – und viele andere Leser wissen das auch – wenn irgendwo die Recherche ausgebremst wird, will man den Vorhang eben nicht ganz zur Seite ziehen.

Übrigens, wenn es um messerscharfe Kritik am Vatikan oder den Jesuiten geht, da dürfen offenbar alle Register gezogen werden.
Da ist VT komplett gültig und die Leser schreien Hosianna und liegen sich vor Freude in den Armen.
Da wird auch nicht ein „Anti-Katholizismus“ oder "Jesuiten-Schutz" Paragraf herangezogen, der ggf. eine andere Gruppe vor Verleumdung schützt.
Auch alle anderen Gruppen der bisherigen Macht-Hierarchien haben sich einer entsprechenden Nabelschau und beißenden Kritik zu unterziehen und das geht meiner Ansicht nach auch völlig in Ordnung.
In Deutschland darf man auch das Deutsche Volk verhetzen, da schützt nicht einmal der 130 er.
Es gibt da aber eine Ausnahme. [[hae]]
Warum ist das so?

Übrigens, falls jetzt Schnappatmung einsetzten sollte.
Ich bin Christ und ein Jesus-Anhänger.
Jesus war Jude, die Jünger waren Juden und der Apostel Paulus war es auch.
Das Christentum ist also nichts anderes als erneuertes oder wiederentdecktes Judentum.
Die Antisemitismus-Post daher bitte nicht erneut abschicken, sie wird ohnehin nicht angenommen.

mit freundlichen Grüßen
nereus


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