Anmerkungen dazu

der_Chris, Nördl. Ruhrgebiet, Mittwoch, 26.07.2017, 13:33 (vor 1553 Tagen) @ Otto Lidenbrock3129 Views

Die ganze Diskussion über die angeblich so schädlichen Stickstoffdioxide
aus den Auspuffrohren von Dieselfahrzeugen ist doch wohl offensichtlich
eine Schimäre.

Leider Nein, denn siehe Anmerkungen im weiteren Text...

Die EU legt als durchschnittlichen Grenzwert für die Konzentration von
Stickstoffdixoid in Städten 40 Mikrogramm/qm fest. Entlang stark
belasteter Straßen in Innenstädten werden teilweise bis 100 Mikrogramm/qm
gemessen.

Die Grenzwerte liegen je nach Einwirkzeit (Tagesexposition, Jahresmittel, u.a.) bei bis zu 40 Mikrogramm/m³, nicht m². Das hört sich erstmal, je nach Blickwinkel, viel oder wenig an.

Der Witz ist, dass der sogenannte MAK-Wert (Maximale
Arbeitsplatzkonzentration) für Stickstoffdioxid, also der Wert, den
Wissenschaftler bei einer dauerhaften Exposition von 8 Stunden pro Tag und
5 Tagen die Woche noch für gesundheitlich unbedenklich halten, bei 950
Mikrogramm/qm liegt. [[hae]]

Den MAK gibt es in der Form nicht mehr, heute heisst dies AGW (Arbeitsplatz-Grenz-Wert). Hier liegen wir bei 0,5 ppm (0,95 mg/m³)für NO² und 2 ppm (2,5 mg{m³)für NO. Früher war das zehnfache erlaubt! (5 ppm und 25 ppm) Die 8h/Tag/5 Tage Woche sind so auch nicht mehr statthaft und beim AGW sieht die Welt ganz anders aus.

In Innenstädten sind also Werte von über 40 Mikrogramm/qm eine
Katastrophe und für -zigtausend Tote pro Jahr verantwortlich, am
Arbeitsplatz dagegen 950 Mikrogramm über 8 Stunden pro Tag kein Problem?
[[euklid]]

Fast richtig, denn die sog. Spitzenexposition darf kurzfristig 0,5 ppm (0,95 mg/m³)für NO² betragen, keinesfalls dauerhaft über 8h täglich oder in der Jahresbelastung. Die Überschreitung täglich darf max. 2 x stattfinden, danach sind Maßnahmen zur Reduktion einzuleiten. Hierzu bietet die baua und die TRGS-Grundlagen eine Spielwiese an Informationen - da staunen selbst Fachleute.
Siehe auch hier: Bundesamt Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

und hier: Verwaltungsberufsgenossenschaft

Vermutlich habe ich mehr Stickstoffdioxid in meiner Küche, wenn ich mit
Gas mein Mittagessen gekocht habe.

Mmmhh, beim Verbrennen von Propan oder Butan und deren Gemischen liegt der NOx Ausstoss bis zu 90% unter dem des Dieselkraftstoffes - also keine Sorge...

Ich habe immer mehr den Verdacht, dass es bei der ganzen Diskussion einzig
und allein darum geht, die deutsche Autoindustrie kaputt zu machen, weil
sie den Dieselmotor weltweit zu einer starken Konkurrenz für den Benziner
gemacht hatte. Und die Ami-Autobauer haben mit Diesel nix am Hut und sehen
ihre Felle schwimmen.

Dazu eine Anmerkung: Bei der Produktion von Dieselkraftstoff in der Raffinerie bekommt man pro Liter Diesel ca. 2 Liter Benzin aus der Kolonne. Das heisst aktuell für Deutschland, dass wir einen immensen Benzinüberschuß generieren, wo die Raffinerie an ihre Lagerkapazität stößt. Insofern nicht nur die Ami´s mit ihren Ochsenkarren fahren da in die Seite, sondern auch in der Ölverarbeitung gibt es handfeste Gründe, den Dieselanteil wieder zu senken.

Schreibt dir ein Chemiemeister und Fachkraft für Arbeitssicherheit.

--
Gruß
Der_Chris
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