Der einzig richtige Kommentar dazu: "Undifferenzierter Beitrag!"

Ashitaka, Sonntag, 15.02.2026, 14:25 (vor 3 Tagen) @ Plancius1743 Views

Hallo Plancius,

Er meint, dass von den Steuerberatern faktisch keine Beratungsleistung erbracht wird. Vielmehr sind es immens teure Vollzugsbeamte des Finanzamts, die nur selten im Interesse ihrer Klienten handeln.

Der Grund für seine kleingeistige Abladung ist, dass ihn wohl auch 4.500 EUR für seinen Abschluss im Vergleich zu 1.600 EUR vor mehr als 10 Jahren aufregen. Oder was denkst du?! Und nächste Woche regt ihn der Heizungsinstallateur auf und er sucht Wege seine Heizung selbst zu warten.

Unsere Steuerberaterlandschaft ist genauso wie die Mandatenlandschaft enorm vielseitig und in unterschiedlichsten Bereichen spezialisiert. Steuerberater sollten nur solange Aufgaben des Mandanten übernehmen (Buchführung, Lohn), wie dieser daraus bei vergleichbarer Qualität der Buchhaltung einen finanziellen Vorteil erlangt. Man kennt sie alle, die Mandanten denen 1000 EUR im Monat für eine 10000 Buchungen umfassende Buchführung zu teuer sind und dann eine Vollzeitkraft hausintern damit beauftragen, die dann umgerechnet das doppelte bis dreifache im Monat kostet (inklusive der Software und allem was an Fortbildungen dazugehört). Oder die Sorte von Mandanten, bei denen der Unternehmer die Buchführung an einem Mittwoch Nachmittag selbst erstellt, dabei aber seinen Unternehmerlohn von 150-200 EUR die Stunde vergisst.

"Steuerberatung ist das Produkt von auf die Spitze getriebener nicht wertschöpfender Arbeit, die nicht nur das Produkt nicht verbessert, sondern sogar noch die Effizienz der Betriebe beschneidet, in dem man ihnen Schmarotzer ans Bein bindet."

Er hat noch nie Sanierungsberatungen mit Insolvenzverwaltern, gesellschaftsrechtliche Beratungen oder Hilfestellungen bei den alltäglichen, unternehmerischen Entscheidungen erfahren. Wenn er seinen Berater trotz Unzufriedenheit nicht wechselt, ist er doch selbst Schuld.

In den 13 Jahren meiner Selbstständigkeit habe ich noch keine einzige Beratungsleistung seitens des Steuerberaters erfahren. Obwohl ich der Buchführung mächtig bin, diese selbst mit Collmex erstelle, sowohl Umsatzsteuervoranmeldung, Lohnsteueranmeldung als auch die Intrastat für EU-Geschäfte per EDI anmelde, kommt der Steuerberater jedes Jahr mit Nachzahlungen um die Ecke.

Frechheit, das hat dein Steuerberater mit Absicht getan. Wo bitte geht es nach Hogwarts? Wer kennt einen Steuerberater der die Vorauszahlungen frühzeitig anpasst, so dass der Schaden nicht entsteht?! Oder kennt gar wer einen Steuerberater der sie ganz unabhängig vom Jahresergebnis in Erstattungen verzaubert?

Die Argumentation gegen das Finanzamt erfordert eine genaue Kenntnis meines Geschäfts, die ein Steuerberater so nicht haben kann.

Doch, das kann er. Das wird auch in 90% der Mittelstandskanzleien vom Personal angestrebt. Wenn dein Steuerberater nichts über die innerbetrieblichen Prozesse und die vertraglichen Beziehungen weiß, läuft etwas in der Kommunikation falsch. Das kann an beiden Seiten liegen, sollte aber frühzeitig optimiert werden (im Zweifel durch einen Wechsel der Zuständigkeiten oder gar des Beraters).

Die ganzen Schreiben der Betriebsprüfung gehen beim Steuerberater ein, der sie dann an mich weiterleitet. Obwohl ich die ganze Arbeit damit habe und mir dadurch einige Tage Umsatzverlust durch die Lappen gehen, schlägt eine solche Betriebsprüfung noch mit einigen 1.000 Euro Honorar beim Steuerberater zu Buche. Und das, obwohl keine Leistung erbracht wurde, er praktisch nur als extrem teurer Zwischenhändler zwischen mir und Finanzamt fungiert.

Schreiben der Betriebsprüfung? Das ist schon mal ein schlechtes Zeichen. Im Regelfall klären die Fachangestellten / Fachwirte unter Hinzuziehung des Beraters die täglichen Prüfungsfeststellungen, da doch sowieso alles im Zugriff ist oder im Zweifel mit dem Mandanten telefoniert wird. Du scheinst da schlecht aufgehoben zu sein.

Die Kosten zur Erstellung des Jahresabschlusses meiner GmbH sind in 12 Jahren von 1.600 Euro auf mittlerweile 4.300 Euro angestiegen. Und all das, wo ich dem Steuerberater alles mundgerecht im DATEV-Format liefere und wirklich alles selbst mache.

Dazu müsste man die Gegenstandswerte und Qualität der Buchführung wissen. Sind 4.300 EUR bei 20 Mio Umsatz viel? Hast du nur 1 Mio Umsatz? Hast du 150.000 EUR Umsatz, lieferst zwar im DATEV-Format aber hast eine miese Buchführungsqualität? Hast du alle umsatzsteuerlichen Fallstricke gesehen? Collmex ist da z.B. bei vielen Sachverhalten nicht in der Lage zu. Pommesbuden hingegen laufen damit meistens einwandfrei.

Für mich ist jetzt eine Grenze erreicht, den Jahresabschluss selbst zu erstellen. Eigentlich müsste doch allein mit KI mittlerweile alles möglich sein. Auch die Buchführung müsste man doch wesentlich preiswerter durch freiberufliche Buchhalter erstellen lassen können. Warum immer einen Steuerberater mit seinen extrem hohen Stundensätzen dafür beauftragen?

Mach es! Prüfe dabei aber deinen aufgewendeten Unternehmerlohn pro Stunde. Inspektion bei BMW ist auch verdammt teuer geworden. Prüf bitte ob du das selbst machen könntest.

Ich wünsche mir, dass mit KI die parasitäre Zunft der Steuerberater arg zusammengestutzt wird und der ganze Buchhaltungskram wesentlich preiswerter wird.

Das wünscht sich auch jeder Steuerberater. Im Moment sieht es so aus, dass wir alle C Mandanten (Beratungsresitent, keine Kommunikation, Müllqualität) versuchen zu kündigen. Was mir Bauschmerzen macht sind die Existenzgründer in der Republik. Da ist die Tür bereits bei 90% der Steuerberater mangels Kapazitäten zu.

Es ist ja nicht nur der Steuerberater, der parasitär an meiner Wertschöpfung saugt. Er ist aber mit Abstand der teuerste Parasit.

Also doch ne Pommesbude?

Ich denke hierbei an IHK, GEZ, Schornsteinfeger, Energieberater, TÜV usw. Einige der eben genannten machen ja durchaus Sinn, aber der erforderliche Umfang ihrer Tätigkeiten ist zu groß bemessen oder das Intervall ihrer Prüfungsarbeiten ist zu kurz. So erscheint deren Leistung für den Bürger eben eher als Abzocke, denn als Gegenstand verantwortungsvoller Arbeit.

Da hast du Recht.

Herzlichst,

Ashitaka

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