Verzweiflung kann man nicht mehr vermarkten, die "riecht" man. Auch bei Männern.

Olivia, Mittwoch, 20.02.2019, 13:44 (vor 1230 Tagen) @ re-aktionaer5323 Views

Und wenn sich "Verzweifelte" irgendwie "finden", gleichgültig ob Männer oder Frauen, dann gönne ihnen doch die wenigen Minuten an Glück. Dein Freund wird genauso verzweifelt sein. Wer sonst würde sich mit "so etwas" aufhalten? Nur Verzweifelte.

Ich gehöre zur 68-iger Generation. Obwohl ich nicht total "gläubig" und "völlig verrückt" war, wie viele meiner Freunde und Bekannten, hat die damalige "Philosophie/Weltanschauung/Religion" doch ihre zerstörerischen Spuren hinterlassen. "Man" hat uns "dummen, naiven" jungen Menschen (Männlein wie Weiblein - keiner kann sich davon freisprechen) große Teile der Gegenwart und der Zukunft zerstört. Wir haben es nicht begriffen! Wir stehen vor dem, was "wir" angerichtet haben, weil wir dachten alles besser zu wissen und weil unsere Mittelschichteltern keine Mittel und Wege hatten, uns intellektuell ansprechend mit dem vertraut zu machen, was Traditionen für die Menschen bedeuten. Das Grauen des Holocausts und auch des Krieges wollte die Elterngeneration nur noch das Vergessen erreichen lassen. Das Leben, die Seele dieser Generation war zerstört. Kein Wunder, dass auf einem solchen Nährboden die familienzerstörende Ideologie der Frankfurter Schule überall Fuß fassen konnte. Oh, Wilhelm Reich darf ich nicht vergessen. Der hat auch seinen Teil dazu beigetragen, dass sich jeder "schuldig" fühlte, der sich nicht seinen "Arbeitsergebnissen" öffnete.

Als ob das Zerstören von Familienstrukturen und Traditionen die Schuld erträglicher machen würde.

Der Traumapsychologe Prof. Butollo schrieb von Fällen, wo die Verdrängung des Schmerzes und der Schuld so weit ging, dass er die "Elterngeneration" übersprang und dann bei den ENKELN in Form von Symptomen auftrat, die nicht erklärbar waren. So tief sitzt "Schuld" in der Seele einer Gesellschaft und ihrer Mitglieder. Verdrängungen funktionieren teilweise hochkompliziert. Erst mit 40 Jahren habe ich die Widersprüche in den Aussagen meiner Mutter begriffen, die mir sagte, dass es in "ihrem Dorf keine Nazis gegeben hätte", die mir jedoch gleichzeitig erklärte, wie verzweifelt die Familie war, dass sie den kranken Vater verstecken mußten. Wieso.... fragte ich....

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