von denen die das Beste wollen

nereus, Dienstag, 07.08.2018, 14:22 (vor 1424 Tagen) @ Mephistopheles6448 Views

Hallo Meph!

Du schreibst: Das hättest du mal den beiden Hauptprotagonisten erzählen sollen.

Das kommt darauf an, wen Du konkret meinst.
Lenin soll gar Gründer einer Ur-Loge in der Schweiz gewesen sein.
AH dürfte eher als Werkzeug in Frage kommen, aber das bleibt alles spekulativ.

Lenins Mutter war übrigens deutschstämmig und hieß Maria Alexandrowna Blank.
Und von seinem Vorbild Kalle Marx gibt es dieses interessante Foto auf der Wikipedia.

[image]

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Marx#/media/File:Karl_Marx_001.jpg

Aber das sind nur Randinformationen, die ich möglicher anders bewerte als andere. [[zwinker]]

Wieso ist eigentlich der dritte Hauptprotagonist 1928 Hals über Kopf aus Russland geflüchtet - paradoxerweise direkt in die Höhle des Löwen (was übrigens auch in deutlicher von der Einheizphresse nicht beachteter Hinweis ist) - , wenn doch die dahinterstehenden Kräfte derselben Quelle entsprangen?

Die russische Revolution wurde aus Nordamerika finanziert – das pfeifen nun wirklich die Spatzen von allen Dächern und Du weißt das auch.
Trotzki war dort recht gut vernetzt, daher ist es nicht ungewöhnlich, daß man da Bleibe sucht, wo man einigermaßen Rückhalt findet.
Selbstverständlich müssen dann Geschichten drum herum erfunden werden, damit die Vita oder Reiseroute nicht auf Skepsis stößt.

Sehr interessant ist der Hinweis von Karlheinz Deschner in seinem Buch „Moloch“, dessen Plausibilität ich aber gerade nicht prüfen kann.

Trotzkis Position an der Seite Lenins wurde durch seine kapitalistischen Verbindungen beträchtlich verstärkt, von Stalin später aber unter vielem anderen zu seiner Diffamierung und Verfehmung benutzt.
Doch ist nicht sicher erwiesen, dass Trotzki in Mexiko einem Anschlag der russischen Seite erlag.
Er hatte zuletzt seinen Stalin-Attacken auch Hinweise auf die Wallstreet beigefügt; zum Beispiel erklärt, "dass die kommunistische Internationale geradezu als konservatives Unternehmen bezeichnet werden müsse, wenn ihr vergleichsweise die Börse von New York gegenübergestellt werde".

Quelle: https://www.krieg-info.eu/geschichte-der-usa/item/us-hochfinanz-finanziert-die-russisch...

Na da schau her.
Hatte nicht Stalin offiziell die Mörder gedungen?
Und was schreibt die Wikipedia zum Eispickel-Mord?

Um die Rosmers zu besuchen, bekam er Zutritt zum Anwesen Trotzkis und traf dort am 28. Mai 1940, also nur wenige Tage nach dem ersten, erfolglosen Attentat, zum ersten Mal auf ihn. In der Folge besuchte er das Haus noch mehrere Male und freundete sich auch mit den Wächtern an. Trotzki schöpfte schließlich Verdacht: „Ich mag ihn nicht! Wer ist er eigentlich? Wir sollten mehr über ihn herausfinden.“
Mercader hatte einen Eispickel, einen Dolch und eine Pistole in seinem Mantel versteckt. Als Trotzki gegen 17.20 Uhr in einem mitgebrachten Aufsatz las, schlug Mercader mit dem Eispickel hinterrücks auf Trotzkis Schädel ein. Dieser konnte sich noch auf Mercader stürzen und ihm in die Hand beißen. Die herbeieilenden Leibwächter hätten Mercader umgehend umgebracht, wenn Trotzki sie nicht selbst gestoppt hätte: „Tötet ihn nicht! Dieser Mann hat eine Geschichte zu erzählen.“ Trotzki wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er am folgenden Tag, dem 21. August 1940, an seiner schweren Kopfverletzung verstarb.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ramón_Mercader

Ich lese da von Leibwächtern, was ja dann mindestens 2 gewesen wären, Trotzkis Verdacht, einem demnach nicht endeckten Eispickel (unterm Mantel? – Du weißt wie groß ein Eispickel ist) nach dessen Hieb auf Trotzkis Kopf der Geschädigte noch zum Handbiss in der Lage war und zu dem Zitat: „Tötet ihn nicht“.

Kannst mir bitte einmal erklären, warum ausgerechnet die unterirdischsten Szenarios kritiklos über die Bühne der Weltgeschichte gehen können?

Wurde nicht ebenso der hochgestellte Walter Rathenau von 2 Verrückten umgebracht, deren Story auch eine gewisse Brisanz aufweist.

Im Fond saßen der 23-jährige Student der Rechtswissenschaften Erwin Kern und der 26-jährige Maschinenbauingenieur Hermann Fischer. Während Kern mit einer Maschinenpistole MP18 auf Rathenau feuerte, warf Fischer eine Handgranate in den Wagen. Der von fünf Schüssen tödlich getroffene Rathenau starb binnen kürzester Zeit.
..
Nach Fischer und Kern begann eine fieberhafte Suche. Sie wurden nach Zeugenhinweisen schließlich am Morgen des 17. Juli auf der Burg Saaleck, wo sie beim Burgbesitzer, dem O.C.-Mitglied Hans Wilhelm Stein, Unterschlupf gefunden hatten, von zwei Kriminalbeamten gestellt. Während der Konfrontation gab einer der Beamten fünf ungezielte Schüsse auf ein Turmfenster ab, von denen einer Kern tödlich am Kopf traf. Fischer erschoss sich daraufhin selbst.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Walther_Rathenau

Ah ja, so war das also damals.
Die Täter konnten, wie so oft, nicht mehr befragt werden.
Herr Mercader soll wenigsten 20 Jahr im mexikanischen Knast gesessen haben, aber im Knast sollen auch RAF-Leute gesessen haben, die später anderswo recht zivil gesichtet wurden.
Vermutlich alles nur böse Gerüchte.

Aber jetzt wieder zurück zum Thema.

Dramatisch ist es in der Vergangenheit immer dann geworden, wenn die Dinge nicht so liefen, wie es sich die friedliebenden Kräfte, die immer das Beste für uns wollen, so vorgestellt hatten und sie sich über den weiter einzuschlagenden Weg in die Haare gerieten.

Na endlich.
Das hat aber schon etwas gedauert. [[freude]]

Aber Du wolltest mich sicher noch ein paar Geschichten erzählen lassen.

mfG
nereus


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