Danke für Ihre Einwände

Diogenes Lampe, Samstag, 28.07.2018, 10:51 (vor 1434 Tagen) @ Diego212142 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 28.07.2018, 11:00

Hallo Diego2

Nur ein, zwei Dinge erscheinen mir unvorstellbar.

Es wird wohl dann aber
eher eine Rumpfukraine geben als eine Eingliederung in Polen. Die Zeiten
vor dem ersten Weltkrieg, als Ukrainer und "Südpolen" im Hause Habsburg
friedlich koexistierten, sind schon lange vorbei. Man sollte die
bestialischen Schlächtereien zwischen Ukrainern und Polen im letzten
Weltkrieg nicht vergessen, das passt nicht gut zusammen.

Zuerst: Wenn es zu größeren Gebietskorrekturen in Bezug auf Deutschland kommt, dann müssen die völkerrechtlich abgesichert sein. D.h., dass sich die Großmächte hier an den Resultaten des Versailler Vertrages orientieren müssen. Zu denen gehört ja die Wiedereinrichtung eines polnischen Staates auf einem Territorium, das der 2. Polnischen Republik entspricht. Ich denke, von diesem Territorium wird man ausgehen, da weder die Aufteilung Polens zwischen Stalin und Hitler noch die Einverleibung polnischer Gebiete in die Sowjetunion und deutscher Gebiete durch Polen nach 1945 eine völkerrechtlich tragbare Grundlage haben.

Die Rumpfukraine um Kiew wird ähnlich wie früher in der SU natürlich eine völkerrechtliche Autonomie bewahren und auch nicht mit Polen zusammen gehen. Ganz im Sinne der neuen russischen Doktrin, dass im multireligiösen Vielvölkerstaat Russland jedes Volk Anspruch auf seine eigene Entwicklung hat.

Insofern könnte ich mir auch eine weitere Eigenstaatlichkeit der russisch orthodox geprägten Teile der Ukraine innerhalb des ukrainischen Sprachengebiets vorstellen. Die politische und vor allem ökonomische Wiedervereinigung mit Russland, um die es hier geht, wird sicher auch von einer großen Mehrheit der Ukrainer aufgrund der gemeinsamen Geschichte begrüßt werden. Die haben nach all den Jahren von ihren westlichen Oligarchen genauso den Kanal voll, wie die Russen nach den Jelzinjahren. Die Russen konnten ihre Oligarchen letztlich abschütteln. Die Ukrainer werden das mit Hilfe der Russen und ihrer griechisch-orthodoxen Kirchen auch noch schaffen.

Das zeigte sich auch gerade beim Fest beider Kirchen anläßlich der 1030-Jahrfeier der Kiewer Rus in Kiew und in Moskau. Auch hier war imgrunde das Hauptthema die Wiedervereinigung der Kirchen durch die Wiederversöhnung von Ukrainern und Russen.

Die Aussöhnung wird daher auch von der russisch orthodoxen Kirche vorangetrieben. Ihre Abteilung in Kiew, die "Poroschenko-Kirche", ist ja nur eine künstliche Veranstaltung, abtrünnig geworden im Zuge des westlichen Putsches mit Hilfe des Vatikan, der schon lange das römisch katholisch geprägte Galizien zurück haben will.

Die innere Zerrissenheit der Ukraine und die Agressivität der 2. Polnischen Republik gegen die Nachbarstaaten (die einzigen, mit denen sie nicht im Streit waren, waren die Letten und Rumänen) hat ja auch damit zu tun, dass der Vatikan die Spannungen zwischen Katholiken und Orthodoxen seit Jahrhunderten schürte. Die ukrainischen Faschisten sind ja als Ultranationalisten auch nicht zufällig enger an den römischen Katholizismus gebunden. Von dieser Sorte gibt es auch in Polen reichlich.

Die Polen sind auch Katholiken und legt man das Territorium der 2. Polnischen Republik zugrunde, dann gehörten die polnischen Sprachgebiete Weißrusslands und der Ukraine dazu. Ich glaube zwar nicht, dass die heute weißrussischen Gebiete wieder zu Polen kommen, aber das könnte dann mit den Gebieten um Lemberg kompensiert werden. Statt den Sprachgrenzen könnten hier die Religionsgrenzen ausschlaggebend sein. Aber das sind von mir erst einmal nur reine Spekulationen.

Auch eine Klärung der deutschen Frage halte ich für möglich, allerdings
Gebietsrevisionen im Osten eher nicht, weil beide Seiten Polen und
Deutschland daran wohl kaum Interesse haben dürften. Warum sollten die
Polen dem zustimmen? Und wozu ? Wer will denn da wieder hin, die toten
Vertriebenen werden nicht wieder auferstehen und die demographische Wende
tut ihr übriges, schon jetzt ist Mitteldeutschland nur noch von Alten
bewohnt. McPom und Brandenburg bald leer. Wo sollten denn die Deutschen
her, die nach Pommern und Schlesien ziehen könnten ? Wovon leben ?
Landwirtschaft ?

Womöglich betrachten sie diese Frage zu isoliert, wenn sie sie auf rein demographische Erwägungen reduzieren, die natürlich nicht von der Hand zu weisen sind? Ich gehe auch nicht davon aus, dass mit den Gebietskorrekturen, die ja eine völkerrechtliche Grundlage haben müssen, ethnische Säuberungen bzw. Umsiedlungen einher gehen sollen.

Natürlich haben Sie Recht, dass die Toten nicht auferstehen. Ich selbst stamme von einer der vielen vertriebenen Großfamilien ab. Doch kein Nachkomme derselben hat je das Interesse bekundet, wieder nach Ostpreussen (heutige russische Enklave Kaliningrad)zurückzukehren (außer zu Besuch in der alten Heimat), wo inzwischen übrigens auch viele Deutschrussen leben.

Ich kenne keine deutschen Vertriebenen, die heute ihrerseits die Polen und Russen wieder vertreiben wollen. Das heutige Russland aber würde die Neuansiedlung von Deutschen sicher sogar in Russland begrüßen wie schon Peter der Große und Katharina die Große.

Dagegen gibt es große Teile der schlesischen Bevölkerung, die von der "Polenwirtschaft" genug haben und gerne wieder unter deutsche Verwaltung gehen würden, wenn Deutschland nur endlich vom islamwütigen Merkelregime befreit wäre.

Von russischer Seite geht es da auch nicht vordergründig um die Deutschen sondern um das russenfeindliche Polen, für das es eine Lösung geben muss.

Der Russenhass der Polen wird ja auch vor allem vom Vatikan und den Briten seit der Gründung des polnischen Staates 1918 nach Kräften geschürt, um eben zwischen Deutschland und Russland ein Intermarum zu schaffen. Vorher diente Polen (und dient es noch) als Aufmarschgebiet der Jesuiten für ihre Missionierungsversuche Russlands.

Aber wie ich gezeigt habe, müssen die Transatlantiker diesen Plan, Polen gegen Russland zu stellen, um eine Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland zu verhindern, aufgeben. Die mit Papst Franziskus nun einhergehende Forderung an Polen, sich über die EU ebenfalls durch islamische Massenmigration umvolken zu lassen, hat jedoch den streng katholischen Polen nun endlich auch aufgezeigt, wer ihr wahrer Feind ist: ROM.

Um Polen als Staat zu erhalten, wird den Polen nichts anderes übrig bleiben, als sich mit Russland und der Ukraine zu verständigen.

Dann noch ein bisschen wahrscheinlicher als neue Grenzen
eine Vereinigung und ein neues (katholisches) Grosspreussen und Vereinigung
von D und PL ?

Das würde sich der Vatikan sicher sehnlichst wünschen. Aber eine Wiederaufrichtung Preussens, egal in welcher Form, wäre als katholisches Preussen historisch absurd. Dazu hätte das erst einmal notwendig eine enorme Gebietsreform in Deutschland selbst zur Folge, die das ganze Land wieder zerstückeln würde wie zur Zeit des Heiligen Römischen Reiches.

Die Preussen sind auch kein Volksstamm wie etwa die Sachsen oder Bayern. In diesem Sinne sind sie auch kein völkerrechtliches Subjekt mehr.

Die Einwohner Preussens kamen aus aller Herren Länder und wurden von einem Königtum zusammen gehalten, das es nicht mehr gibt, weil es einmal im Deutschen Kaiserreich aufgegangen -und dieses Kaiserreich 1918 untergegangen ist. Formal wurde Preussen zwar erst nach dem 2. Weltkrieg von den Siegermächten aufgelöst, aber als politisch selbstständige Modalität im Konzert der Großmächte hat es bereits 1871 aufgehört, zu existieren. Das war das eigentliche Ende Preussens und niemand hatte das damals besser verstanden als Kaiser Wilhelm I., der sich deshalb auch so schwer tat, die Kaiserkrone anzunehmen.

Eine Vereinigung von Deutschland und Polen würden weder die Polen noch die Deutschen wollen und die Russen auch nicht. Das würde die Polen wohl auch zu sehr an die drei großen Teilungen Polens zwischen Deutschen (Preussen, Österreich) und Russen erinnern, bei denen Polen bekanntlich ganz von der Landkarte verschwand.

Natürlich muss auch das polnische Volk seinen eigenen Staat haben. Sein Gebiet muss aber völkerrechtlich polnischem Gebiet entsprechen. Ausgangspunkt hierfür ist noch immer der Versailler Vertrag.

Nach dem Untergang der EU wird wohl von allen Wert darauf
gelegt, möglichst für sich allein autonom zu sein. Für mich alles
undenkbar.

Die EU wird, wie ich angedeutet habe, durch einen 47-köpfigen Europäischen Rat ersetzt werden, zu dem auch Russland gehören soll. Hier werden dann all diese Fragen sicher zur Sprache kommen. Denn untrennbar mit dem Untergang der EU ist vor allem die Korrektur der Nachkriegsordnung durch die vier Siegermächte verbunden, von denen zwei gerade als Globalplayer untergehen: GB und Frankreich. Diese Ordnung war und ist alles andere als völkerrechtlich unumstritten. Sie wird einer Ordnung der drei neuen globalen Großmächte weichen müssen. Wie die genau aussehen wird, darüber können wir aber vorerst alle nur spekulieren.


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