Atomautos für Nachschuldner

Kosh, Dienstag, 10.07.2018, 12:59 (vor 732 Tagen) @ Herb1809 Views

Zugegeben polemisch, aber knackig auf den Punkt gebracht.

- Diese Dinger sind lustig für einen Oldtimerausflug, aber um Himmelswillen, von was redet ihr eigentlich?

Ich von einem Werkzeug, welches Personen und / oder Waren von A nach B unter einer günstigen Kosten-Nutzen-Betrachtung für den Eigentümer befördert. Und Du, wovon redest Du?
Mir geht es somit um den Eigentümer des Werkzeugs, nicht um Deine persönlichen Präferenzen.

- Es besteht unglaublicher Bedarf an 10 PS Autos, mit Technik aus den 40igern
[quote]Weil wir / IHR sie nicht nachgefragt haben / habt. [/quote]
Haha nein, weil wir sie nicht wollten, weil das Resultat nicht zufriedenstellend war, damals schon nicht.
… Aber das sind bestimmt auch keine Themen worüber du dich auch informierst, du redest lieber dem Stammtisch die Parolen nach.

Zu Deiner INFORMATION, denn darum geht es Dir nach eigenem Bekunden: Diese Oldtimer waren zu ihrer Zeit State of The Art, so wie es nach Deiner Lesart heute Tesla sein sollte und trotzdem haben sie sich nicht durchgesetzt. Das Resultat muss damals zufriedenstellend gewesen sein, sonst hätte man die Dinger nicht gebaut UND verkauft. Nun bestätigst Du mir allerdings, dass Dir das Resultat nicht genügte, nicht genügt hätte, “damals schon nicht”. Ich gebe Dir tatsächlich recht, Verbrauchswerte waren mangels Leistung schon damals ein Nischenmarkt, alsbald genügte den Konsumenten offenkundig “damals schon nicht” nicht, was aus 3 Litern rauszuholen ist und sie haben in der Spitze die Nachfrage auf 20 bis 30 Liter hoch gepflegt. Als erstes Kaufargument vernahm ich auch bei den Teslas die Beschleunigungswerte, die haben wirklich beeindruckt, danach kam das Fahrgefühl. Ob die Energie aus dem Atomkraftwerk stammt, hat die eher weniger interessiert, drum spreche im Falle von E-Mobilität auch bevorzugt vom Atomauto.

Und von wegen “haha nein”: Worin der Unterschied zwischen nicht nachfragen und nicht wollen?

Da Du Dich so sehr ins Zeug legst: Der Nachweis wäre von Dir zu erbringen, ob der fossile Energieverbrauch eines Tesla einem 3-Liter-Diesel über die gesamte Lebenszeit inkl. Produktion, Vertrieb und Wartung überlegen ist, zumal ich den Eindruck auch in diesem Forum nicht los werde, manche sind der festen Überzeugung, der Strom kommt aus der Steckdose.

Oder, um diesem Nachweis auszuweichen, wie wäre es, wenn Du dem Forum die Umstellung der gesamten globalen Wirtschaft auf elektrisch erläuterst, unter Ausschluss besonderer, nicht z.V. stehender Technologien, z.B. Kernfusion. Notabene ohne Sahara-Projekte und Konsorten, deren Kontrolle den E-Staaten nicht zusteht und die kaum zu verteidigen sind.
Mit wievielen Hausdächern, Windrädern etc. pro km2 in oder nahe Siedlungsgebieten rechnest Du? Wie überwindest Du den politischen Widerstand der betroffenen Gemeinden, wo man sich schon heute gegen jeden Vorgarten-Propeller in der Landschaft zur Wehr setzt?

Von Aerosolmangel in der Atmosphäre als Folge reduzierter CO2-PRoduktion ganz zu schweigen.

Den Tesla und alle anderen PRodukte vollkommen elektrisch zu PRoduzieren und zu betreiben, das ist in diesem Forum seit langem die GrundPRoblematik, auf die Du bestenfalls widerwillig eingehst. Es geht um die Gesamtrechnung, nicht um isolierte E-Vehikel-Betrachtungen, deren Werbegags aus der Formel-E mit umgerüsteten Dieselgeneratoren aufgeladen werden, was ironischerweise in CO2 resultiert, dessen Vermeidung das Hauptargumentarium der Elektromobilität ist -> https://www.lgt.ch/de/news-sub/Zuerich-E-Prix-Motorsport-kehrt-in-die-Schweiz-zurueck/

Letztlich wird also auch bei E-Autos die Streitfrage auftauchen, welches Schneckentempo die Käufer bereit sind zu akzeptieren, um den Verbrauch niedrig zu halten. Politisch ist dieses Limit aus diesen und anderen Gründen die vergangenen Jahren immer weiter gedrückt worden. Bei Tempo 30 innerorts sind wir stellenweise schon angekommen, der Umbau des Individualverkehrs mündet in sich widersprechende Interessen, denen auch ein grosses E davor nichts nützt.

Ja, worüber reden “wir” eigentlich. Z.B. dass seit über 70 Jahren 3 Liter-Autos möglich wären, also genau die Kategorie Fahrzeuge, die am Anfang der Verbrauchsdebatte gefordert wurden. Wenn Du tatsächlich so gut informiert wärst wie Du vorgibst wüsstest Du das.
Deine Stammtischparolen über angebliche Stammtischparolen anderer darst Du Dir also sparen.

- > ParkplatzPRobleme werden mit einem Tesla keine einzigen gelöst
In weiterer Folge durch autonomes Fahren und besonders Carsharing.

Schön, dass Du soviel Vertrauen in die Gier- und Neiddebatte städtischer Aktivisten hast. Die haben die letzten Jahrzehnte über die Zügel immer stärker angezogen, nach deren Geschmack ist Carsharing längst nicht mehr State of The Art, sondern Fahrradsharing, vorzugsweise ausschliesslich öffentlicher Verkehr. Sobald deutsche Autokonzerne in die E-Bike-Produktion einsteigen, um ihren Mitarbeitern eine Restrente zu “garantieren”, kannst Du Dir den zukünftigen Wirtschaftsstandort BRD ausmalen, weil nicht zu erwarten ist, dass man sich auf Autos beschränken wird.

Autonom gesteuerte Vehikel mit echtem Wirtschaftspotential - das ist diese leidige Sache mit den Nachschuldnern - der Zukunft fliegen, sicher NICHT ganz leise, sicher NICHT besonders verbrauchsarm und auch NICHT gerade platzsparend. Also zurück zum Bikesharing, wo sich die Startups schon heute gegenseitig das Wasser abgraben, um letztlich des Städters Landliebe zu fördern.

Und ganz ehrlich, geliehene und autonom fahrende Allerweltsfahrzeuge imponieren mir noch weniger als ein 3-Liter-Diesel aus den 40ern. Wenn's nicht anders geht, werde ich sie benützen, mehr nicht. Und das zum bestmöglichen Preis-Leistungs-Verhältnis, so wie man das von mir als Konsument erwartet.

Die Amis auf Kurs
Grüsse
kosh

--
PS: Man tut was man kann und man kann was man tut.


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