Meine Wahlanalyse zur Europawahl: Der fulminante Durchmarsch der AfD im Osten Deutschlands hat die Altparteien niedergeschmettert.

Plancius, Montag, 10.06.2024, 16:51 (vor 7 Tagen) @ Durran3222 Views

Die Teilung unseres Landes ist so tief wie nie. Ehrlich gesagt, dass wird auch nichts mehr mit der Einheit. Deshalb muss auch die Wahlanalyse getrennt nach Ost und West erfolgen.

Ostdeutschland

Die AfD ist in allen Bundesländern stärkste Partei mit zumeist weit über 30% Stimmenanteil geworden. Dann kam noch das BSW mit 12 bis 17% hinzu. Alle Altparteien insgesamt haben also insgesamt nur noch etwa 50% der Stimmen.

Die Wähler haben sich vom Anti-AfD-Trommelfeuer der Medien nicht beeindrucken lassen (Krah, Bystron, Demos gegen rechts, ...). Die Abneigung gegen das System BRD ist bei AfD-Wählern mittlerweile so tiefgreifend, dass diese Leute für die BRD nicht mehr zurückzugewinnen sind.

In der werktätigen Schicht der zumeist nettosteuerzahlenden Arbeiter, Angestellten, Handwerker und kleinen Selbstständigen wird die AfD mit mehrheitlich über 50% gewählt. Sehr erfreulich ist, dass in der Gruppe der Jungwähler die AfD auf etwa 40% kommt und auch dort stärkste Kraft ist.

Die Sozialstaatsklientel wählt zum Teil AfD, zum Teil BSW. Viele Unzufriedene, die sich aber mental nicht zur AfD bekennen können, geben auch der BSW die Stimme.

Die reaktionäre Problemgruppe im Osten ist die Altersgruppe Ü70 der saturierten Rentner, die öffentlich Bediensteten und das weltfremde Bildungsbürgertum einschließlich Studenten.

Der Turnaround der AfD ist im Osten geschafft, viel mehr wird dort nicht zu holen sein. In den Städten und Gemeinden, wo sie gestern zur Kommunalwahl angetreten ist, konnten auch fulminante Wahlsiege eingefahren werden. Wenn die Partei es schafft, flächendeckend Kandidaten für die Stadtvertretungen aufzustellen, kann sie auch noch mehr an Stimmen holen.

Es ist ein Jammer, dass Städte wie Röbel, Tribsees, Plau am See usw. keine AfD-Mandatsträger aufbieten kann.

In M-V konnte man folgendes beobachten:

- Je näher zum Westen gelegen, desto niedriger die Stimmen für die AfD.
- In den Touristenorten an der Ostsee, wo auch mittlerweile viele Westdeutsche in Seniorenresidenzen wohnen, kommt die AfD auf keinen grünen Zweig.
- Dort wo die AfD gut aufgestellt ist mit Parteimitgliedern mit einer hohen gesellschaftlichen Reputation und hoher Multiplikatorwirkung konnte die AfD sehr gute Ergebnisse einfahren (Teterow, Demmin, Malchin z.B.).

Westdeutschland

So traurig es klingt: Ich gebe Westdeutschland verloren. Die marginalen Stimmengewinne dort für die AfD sind angesichts des Verfalls unseres Landes ein Trauerspiel.

Der Graben zwischen Ost und West ist tief wie nie. Ob er jemals wieder überwunden wird - ich weiß nicht. Wenn dann nur derart, dass der Osten genauso wird wie der Westen und Deutschland als ganzes dann für immer verloren ist.

Konsequenzen für die AfD

Die AfD muss sich in ihrer Strategie voll auf den Osten stürzen. Auch wenn die Mehrheit der Wähler im Westen sitzt, ist es unerheblich, ob NRW 11 oder 14% holt.

Wichtig ist, dass im Osten ein Bundesland an die AfD fällt und dann sofort der Medienstaatsvertrag gekündigt wird. Das Meinungsmonopol des öffentlichen Rundfunks muss fallen, damit hätte man eine wichtige Stütze des Systems gebrochen.

Die Appeasement-Politik des AfD Vorstandes ist absolut kontraproduktiv. Dahinter stehen die Vertreter der westdeutschen Landesverbände, die dort ihre Stimmen dahinschmelzen sehen. Viel schlagkräftiger ist man jedoch, wenn man sich von den Stöckchen des Systems überhaupt nicht beeindrucken lässt und vielmehr noch einen draufsetzt.

Krah und Bystron müssen rehabilitiert werden. Insbesondere Krah ist die Leuchtfigur für die AfD, die neue Wählerpotentiale, insbesondere bei den Jungen erschließt.

Ich halte Alice Weidel nicht für fähig, die Partei zu führen, ohne über Stöckchen zu springen. Chrupalla scheint nur ihr Schoßhündchen zu sein. Beim nächsten Parteitag wird sich die Partei wohl nochmal häuten müssen.

Gruß Plancius

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER


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