Russland, Iran, CHINA ... und Europa

Weiner, Sonntag, 15.09.2019, 21:07 (vor 264 Tagen) @ Weiner758 Views

Guten Abend!

Ich getraue mich nicht, einen neuen Thread zu eröffnen, deswegen hänge ich hier eine Info bzw. ein paar LINKs mit ganz anderer Thematik an den vorstehenden Beitrag an.

Dieses Forum ist noch sehr an die Mainstream Medien gebunden, die entscheidenden Informationen sind aber ökonomische und nicht die, welche irgendwelche Politiker von sich geben (und die man überhaupt nicht kommentieren muss, weil sie komplett wertlos, ggfs. sogar schwachsinnig sind).

Ende Juli gab es eine Vereinbarung zwischen Russland und Iran über die russische militärische Nutzung von Häfen im Golf, vermutlich mit einer Vereinbarung über die generelle Erdöl-Logistik im Iran.

https://thearabweekly.com/russias-naval-cooperation-iran-complicates-western-calculus

Nun hat China nachgezogen mit einem sehr langfristigen Vertrag (25 Jahre und für China sehr vorteilhaft), der einen wichtigen Passus enthält: China darf 5000 Mann Sicherheitspersonal zum Schutz seiner Investitionen mitbringen.

https://www.petroleum-economist.com/articles/politics-economics/middle-east/2019/china-...

(bitte ggfs. auch die treffenden und lustigen Kommentare mit einsehen: während Trump twittert, machen die Chinesen ihre Deals ...)

Nun ist dieses Jahr ohnehin ein wichtiges Dokument zur chinesischen "Militärdoktrin" erschienen, wo ganz offen gesagt wird, dass die chinesischen Streitkräfte u.a. auch dem Schutz von überseeischen Interessen Chinas dienen.

(Text)
http://eng.mod.gov.cn/news/2019-07/24/content_4846443.htm

(Einschätzung)
https://www.csis.org/analysis/chinas-new-2019-defense-white-paper

Wir haben inzwischen erhebliche Investitionen der Chinesen nicht nur in Road & Belt auf dem Lande sondern auch maritim. Bezogen auf Europa wären das etwa das Horn von Afrika (erste Militärbasis der Chinesen), Haifa, Piräus, Flughafen Tirana (plus Ölfelder in Albanien), Häfen Triest, Valencia, Bilbao, Rotterdam - um nur einige zu nennen.

Vor ein paar Wochen wurde der Hafen Düsseldorf-Neuss mit dem Bahnhof Hefei in China über einen Direktzug (11.000 km) verbunden. Die Waggons für Güter werden von China subventioniert. Dies alles wiederum reflektiert auf chinesische Beteiligungen hier in Europa (zuletzt etwa im Juli BAIC mit 5% bei Daimler).

Wenn nun in Europa wirtschaftliche Einbrüche und bürgerkriegsähnliche Zustände sich ereignen würden, dann sind damit logistisch die Wege und wirtschaftlich die Interessen (=Rechte) auch für ein chinesisches militärisches Eingreifen vorgezeichnet. Ich rede hier von einem zeitlichen Rahmen, der bei frühesten 5 bis spätestens 10 Jahre liegt.

Die Chinesen würden ein solches Eingreifen mit drei 'Parteien' vorher ausloten und absprechen: Russland, USA, Europa. Aber nur für eine Partei können sie sich am Ende entscheiden. Dabei geht es darum, wer ihnen ÖKONOMISCH und verlässlich langfristig für ihr Eingreifen am meisten bietet.

Deswegen werden die Chinesen im ersten Schritt mit den führenden Vertretern "des Kapitals" in diesen drei Regionen sprechen - und erst danach mit den dortigen Politikern (und ggfs. den Militärs). *)

Im Grunde haben die Sondierungen jetzt schon begonnen.

Weiner

*) Aufgrund der Silowiki-Struktur in Russland lässt sich hier nicht so gut trennen zwischen Kapital und Politik/Militär. Bei allen Beteiligten (oberste Etagen) in den vier Regionen ist aber das Radar längst ausgefahren, und es wird nach Kontakten und gegenseitigem Vertrauen gesucht. Siehe etwa hier:

https://foreignpolicy.com/wp-content/uploads/2019/04/gettyimages-466576788.jpg?resize=8...

(ich glaube, das war 2015)


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