Deine Silber- und Derivatefragen

paranoia, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Montag, 19.01.2026, 21:48 (vor 19 Stunden, 15 Minuten) @ Martin360 Views
bearbeitet von paranoia, Montag, 19.01.2026, 21:56

..und der Wirt geht Tisch short? Und das taucht in keiner Statistik auf. Wenn der Wirt bei

Du reservierst einen Sitzplatz und der Wirt hält den für Dich frei.
Im Zweifelsfall sagst Du ab und der Wirt verliert die Chance, Dir eine Restaurantdienstleistung zu verkaufen. Sagst Du nicht ab und der Wirt hat die Bude voll, verliert er durch Dein Verhalten Umsätze.
Eigentlich müsstest Du für die Restaurantreservierung und die Hotelreservierung Geld bezahlen, das Du bei Nichtverzehr bzw. Nichtbuchung verlierst, siehe auch Reservierungsgebühren bei der deutschen Bahn.

Nichterscheinen eine Kompensation verlangt, ist das so etwas wie ein Margin Call?

Nein. Ein Margin Call ist eine Nachschussforderung. Die Forderung erfolgt, wenn sich Dein Eigenkapital bedenklich verringert hat, im Ermessen des Brokers. Bei Terminbörsen muss der Broker vom Kunden allerdings mindestens die festgelegten Börsenmargins verlangen.
Du kannst das alles nachlesen. Früher gab es z.B. auch hedge margins, maintenance margin level etc.

Was die ganzen quäkenden ********* in und außerhalb des Forums nicht verstehen, ist, dass die Marginhöhe die Wahrscheinlichkeit einer Terminbörsenpleite beeinflusst. Die Solidität der Börse ist natürlich Primärziel. Bei Hebeln von 1:1000 bei der dubiosen Bude von Forist Radegast, was einer Marginhöhe von 0,1% entspricht, reicht weniger als eine aktuelle Tagesbewegung um die Börse! zu liquidieren, wenn alle Kunden so hoch hebeln und dann einfach pleite gehen. 1:200 ebenfalls.
Diese Werte zeigen wie unseriös diese Buden sind - Bucket Shops eben...

Wenn die Comex bei Silber z.B. die Margins von USD 20.000 auf USD 30.000 anhebt und ein Pfälzer Bauer rumjault "50% Marginanstieg! Manipulation" entspricht das dem Anstieg einer Sicherheitsleistung von 4 USD pro Unze auf 6 USD pro Unze. Bei einem Kontraktpreis von z.B. 80 USD entspricht das einer Sicherheitsleistung von USD 20.000/Kontrakt / 5000 Unzen/Kontrakt = 4 USD/Unze auf 6 USD/Unze.
Das ist ein Anstieg von 5% (Hebel=1/5%=20) auf 7,5% (Hebel=1/7,5%~=13,33), aber wer ist so bescheuert alles auf eine Karte zu setzen? Es reicht ein adverser Tag und Du wirst finanziell liquidiert.
Wer durch eine Marginerhöhung liquidiert wird, hat es nicht anders verdient.

Wenn der Markt in einer Aufwärtsphase ist, kriegen die Longs permanent Gewinne gutgeschrieben und die Shorts Verluste eingebucht.
Wenn jetzt die Margins ansteigt, wer macht die Grätsche?
Natürlich der Short! Wenn der sich hochgehebelt hat ist dessen Kapital aufgezehrt und er die Marginforderung nicht bedienen kann, wird er zwangsliquidiert.
Der Long bezahlt den Anstieg der Marginforderung aus der Portokasse. Selbst wenn der hochgehebelt war, hat der in Form der realisierten Gewinne durch die Marktbewegung jetzt einen fetten Puffer.

Was Du da im Internet lesen kannst ist so abgrundtief dumm, das geht auf keine Kuhhaut. Auch im Forum wird das nicht verstanden.

Wie relevant für die Risikobewertung der Banken (Silber Shorts) ist eigentlich die Comex? Ist der OTC-Handel der LBMA nicht viel dominanter?

Keine Ahnung! Für mich ist die LBMA eine "black box". Da wird Kassahandel betrieben. Wieviel da umgeht, kann ich nicht sagen. Kann sein, dass die wichtiger ist.
Schon anno Tobak stand auf der damals wichtigsten Reuters-Seite für Devisenhändler, Code FXFX (gibt es wohl heute noch) unten "XAU" und "XAG". Das ist aber Kassagold und -silber, mit anderen Worten, der Spotpreis.
Wahrscheinlich gab es da noch gar keine Comex, wer weiß!

Ist die Comex nicht eher wegen der Signalwirkung potentieller Lieferschwierigkeiten interessant? Jedenfalls handeln beispielsweise Banken nach meiner Kenntnis primär an der LBMA.

Es gibt keine Lieferschwierigkeiten, sondern nur Knappheit. Lieferschwierigkeiten würden dazu führen, dass Du keine Briefseite bei Silber siehst.

Knappheit im physischen Bereich drückt sich in der Form der Terminkurve, also der Form der Kurve für verschiedene Fälligkeitszeitpunkte aus. Das betrifft OTC-Preise als auch Börsenpreise.

Steht z.B. die Kasse (=spot) über der ersten Kontraktfälligkeit, signalisiert das dem Markt, dass die Käufer so dringend jetzt sofort Silber brauchen, dass jeder, der es entbehren kann das Silber teuer am Spotmarkt verkauft und sich zeitgleich das Silber auf Termin, z.B. über die Comex zurückholt.

Eventuell kann man auch das Silber über Silberleihe besorgen, aber den Markt kenn' ich nicht.

Gespannt darf man aber wohl sein, ob Trumps-Grönland-Zölle auch für Silber gelten werden, da wird gerade viel spekuliert. Gelten die Lager von LBMA und Comex aber nicht quasi als zollfrei, d.h. solange Barren nicht entnommen werden, gelten sie nicht als importiert? Würde also ein Barren sicherheitshalber zur Comex geliefert werden, müsste er ohne Zollschranken auch wieder zurückgeliefert werden.

Die Comex ist kein Ebay für Spekulanten mit angeschlossenem Versandhandel.
Frag' einen Juristen!
Du kriegst ja gar kein Silber. Du kriegst als Long, der sich beliefern lässt, einen Lagerschein und müsstest dann zum "warehouse" und kriegst dann Ware gegen Lagerschein - so mein Verständnis.

Wenn Dein Silber dann physisch über die Grenze wandert, musst du natürlich eventuell Zoll und in der EU Einfuhrumsatzsteuer bezahlen (meine ich, frag' 'nen Juristen).

Deswegen zeigt die gute Presse nicht nur Silberpreise an, sondern auch den Ort dazu, z.B. "loco London", weil Zölle und andere Abgaben die Rentabilitätsgrenzen der Arbitrage zwischen verschiedenen Handelsplätzen aufweiten.

Gruß
paranoia

--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung