Die Einen sagen so und die Anderen sagen so.
Hallo DT!
Hier ein kleines Fundstück zu Nick Leeson.
Bereits 1992 warnte der Leiter von Barings in Singapur, dass die Kompetenzen von Leeson nicht klar genug abgegrenzt seien.
Doch die Zentrale in London ignorierte dies; Leeson erwirtschaftete 1994 in sieben Monaten immerhin einen Gewinn von 15 Millionen €, ca. ein Drittel des gesamten Gewinns von Barings.
Eine Revision in Singapur bestätigte die Machtkonzentration bei Leeson – er war zuständig für Kauf bzw. Verkauf von Termingeschäften2 und für die Kontrolle der Transaktionen. Die Revisoren empfahlen aber keine Trennung der beiden Aktivitäten.
Der Revisionsbericht war aber ansonsten voll des Lobs für Leeson.
Ende des Jahres 1994 ließ Leeson hohe Positionen offen, in der Hoffnung, sie ausgleichen zu können.
Dies erwies sich jedoch als Fehlspekulation bzw. -einschätzung, und Leeson buchte die Verluste auf ein Geheimkonto und verschleierte diese so.
Das Erdbeben im Januar 1995 in Kobe ‚ließ‘ die japanischen Kurse fallen, und so kam Leeson in eine noch prekärere Lage, da er Terminkontrakte auf steigende Kurse abgeschlossen hatte.
Diese neuen Verluste versuchte er durch Verdoppelung des Einsatzes auszugleichen.
Als Anfragen der Börsenaufsicht in Singapur wegen der hohen offenen Positionen in London ankamen, reiste der Leiter der Gelddisposition nach Singapur und beruhigte die Börsenaufsicht – alles sei unter Kontrolle –, und Barings schoss 550 Millionen Pfund (ca. 690 Millionen €) – geliehenes Geld – nach.
Doch dies half auch nicht, und Barings machte schließlich Bankrott.
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Unverständlich ist auch, dass Topmanager bei Barings und für Leesons Bereich Zuständige nichts von den Transaktionen verstanden haben sollen.
Die mehrfachen Kompetenzüberschreitungen durch Leeson wurden nicht moniert, und er wurde dafür nicht zur Rechenschaft gezogen.
Möglich ist auch ein Versagen der Börsenaufsicht in Singapur, die sich beruhigen ließ.
Eine Mitverantwortung des Managements von Barings ist zu bejahen: Warnungen lokaler Börsenaufsichtsbehörden nach London wurden ignoriert, nicht genehmigte Spekulationen gedeckt, Geld wurde nachgeschossen; dies gilt auch für eine spezifische Verantwortung, nämlich für die Organverantwortung, d.h. für die Verantwortung des Vorstands bzw. von Vorstandsmitgliedern für die Organisation der Geschäftsabläufe.
Wem sind die Unterlassungen zuzurechnen: nur den Vorständen oder auch der Barings Bank?
Quelle: https://books.openedition.org/ksp/3600
Die Leser dürfen nun entscheiden, wer mit seinen Vermutungen näher an die Wahrheit heranreicht. ![[[freude]]](images/smilies/freude.gif)
Erinnert Dich das nicht an Wirecard, wo die BaFin ganz fest geschlafen hat und "Ruhestörer", wie kritische Journalisten, aus dem Rennen genommen wurden?
Wie war das bei den Ex Cum Geschäften?
Alles nur Fälle vom Versagen oder Profitsucht Einzelner?
Nein, das ist auschließlich unersättliche Gier, Größenwahn und Vetternwirtschaft - Anzeichen spätrömischer Dekadenz.
Das System verfault von innen heraus.
mfG
nereus