Geld ist viel viel viel älter als die westliche Zivilisation

Morpheus ⌂, Montag, 30.05.2022, 03:36 (vor 694 Tagen) @ Mephistopheles2488 Views

Hallo Mephistopheles,

*) Genau wie meine Vermutung, dass Kultur und Zivilisation erst mit der Sklaverei, der Herrschaft des Menschen über den Menschen begonnen haben (zuerst die Frauen). Das kapiert außer meinereiner auch keiner.


Das ist mMn nicht richtig. Denn damals, als die gewaltbereiten Männer umher zogen, hatten sie nach kurzer Zeit nichts mehr zu rauben und zu versklaven. War immer schon eine andere Bande vorher da.

Damals haben die starken Männer mit den schwachen Männern eine Pakt geschlossen.


Nö. Seit den römischen Legionen und den Spartanern weiß man, dass es eine Sache der Ausbildung und des Trainings ist, aus schwachen Männern stake Männer zu machen. Wobei Frauen zwar niemals starke Männer werden können, aber, wie man schon in der Vergangenheit wusste und derzeit allüberall sehen kann, können starke Frauen durch Training durchaus stärker werden als schwahe Männer. :-P

Ja, insbesondere die Frauenquote ist da besonders krafteinflößend! :-P

"Wir bezahlen Euch für unsere Sicherheit und liefern euch dafür die von Euch gewünschten Raubgüter freiwillig ab." Damit war das Prinzip der Mafia-Herrschaft geboren und die Abgabe (sprich das Geld) war erfunden. Dadurch wurden die Menschen sesshaft und es entstand das Patriarchat.


Du nimmst wider einmal die alleinseligmachende westliche Zivilisation als Muster, wobei das die Ausnahme ist. Die westliche Zivilisation ist als eingzige systemisch ohne Sklaven ausgekommen, obwohl zur Schande des Westens gesagt werden muss, dass er sie trotzdem einsetzte. Das war verbrecherisch und wird deswegen interessanterweise ausschließlich dem Westen zum Vorwurf gemacht, weil es nicht notwendig war. Alle anderen Zivilisationen hatten Sklaven und brauchten sie auch. Interessanterweise macht ihnen das niemand zum Vorwurf; nicht, weil man den Grund kennen würde, sondern weil man es spürt, dass das westliche Modell nicht auf Sklaven angewiesen war. Ersatz für Sklaven war schon immer: Ich will wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält! Aber das ist ein westliches Alleinstellungsmerkmal unter allen Zivilisationen. (Die anderen wussten es schon immer [[ironie]]) Nur deswegen konnte der Westen auf Sklaven verzichten und du machst aus dieser Ausnahmeerscheineung ein allgemeines Modell. Ist es aber nicht.

Also ganz ehrlich, wieso meinst Du, dass Sklaven gebraucht werden und effizient sind? Ich möchte Dir eine Rechnung aufmachen, die das Gegenteil nahelegt:
Der Arbeitgeber gibt seinen Sklaven frei, und der Staat verlangst 2.500Fantasius Steuern im Jahr, die er für die Allgemeinheit zu zahlen hat. Wenn er jetzt arbeiten will, bekommt er 1Fantasius pro Stunde, muss 50 Stunden die Woche arbeiten und 50 Wochen im Jahr. 2 Wochen unbezahlten Urlaub, macht 12.500Fantasius an Brutto-Verdienst oder 10.000 netto. Der Arbeitgeber bietet ihm für 3.000Fantasius Unterkunft und für weitere 3.000Fantasius Essen an. Weiter 3.000Fantasius muss der Arbeiter für Kleidung ausgeben. 1.000Fantasius bleiben dem Arbeiter zur freien Verfügung.
Der Arbeitgeber muss den Sklaven jetzt nicht mehr beaufsichtigen und zur Arbeit antreiben. Der Arbeiter ist motiviert und ist dankbar die Arbeit zu haben und wird sich anstrengen, um diese Arbeit zu behalten. Du willst mir doch wohl nicht erzählen wollen, dass Sklaven besser arbeiten als freie Arbeiter.

Geld, oder die in der nahen Zukunft zu leistende Abgabe, war DER Motor der Zivilisation.


Nö. Du sagst ja selber. Der Rechtsstaat war der Motor der Zivilisation.

Wo sage ich das? Es gab Geld tausenden von Jahren bevor es einen Rechtsstaat gab. Der Rechtsstaat ist nichts anderes als eine Form, die Befehle an die Schergen des Staates nicht "zu brüllen", wie es Diktatoren bisweilen wohl machen, sondern sie geordnet aufzuschreiben. Damit untergeordnete Mitarbeiter, die wünsche ihrer Herren auch entsprechend umsetzen können. Die angebliche so große Errungenschaft des Rechtsstaats ist ein Trugbild, das insbesondere die demokratischen Herrscher uns gerne als eine tolle Errungenschaft verkaufen wollen. Für die Herrscher mag sie das sein, für die Untertanen ist es ihre niedergeschriebene Unterwerfung unter den Willen der Herrschenden.

Weil jeder wusste, dass er in Zukunft die Abgabe leisten muss und bei einem Versäumnis drastische Strafen drohten, begannen die Menschen planvoll vorzugehen. Der Geldbeschaffungszwang wurde zu einem Grundbedürfnis wie Hunger und Durst. Es sorgte für die zivilisatorische Komponente im Menschenleben, und Mafia-Gesellschaften sind bis heute allen anderen Gesellschaftsformen überlegen gewesen. Alle Regierungsformen, die den Abgabezwang nicht hochhalten, wie insbesondere die Kommunisten, leiden an Warenknappheit und es droht ständig das Verhungern. Wer Geld abschafft, wie die Roten Khmer in Kambodscha, muss mit den brutalsten Methoden vorgehen, damit Menschen arbeiten.


Es gab aber auch Schlaue. Und die wussten schon früher, da es dem Abgabenforderer gleichgültig ist, woher die geforderte Abgabe stammt, dass es viel schlauer ist, die Abgabenschuld an einen Sklaven zu delegieren als selber zu leisten.

Klar, könnte es dem Abgabenforderer egal, woher die Abgaben kommen. Aber ich würde mich erst einmal fragen, als der Abgabenforderer, warum denn der Sklave nicht an mich zahlt, sondern an einen Zwischen-Herrscher? Das kann OK sein, wenn selbiger dann umso mehr Abgaben zahlt.

Im kommunistischen Ostdeutschland musste 1953 die Arbeitsnorm hoch gesetzt werden, damit die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft wieder ausreichte, aber es kam in der Folge zu Protesten und dem Aufstand vom 17. Juni.

Im Westen hat man einfach die Steuern erhöht. Schon mussten alle für dasselbe Netto-Geld mehr arbeiten. Ganz ohne jeden Aufstand.

Geld ist der effizientes Weg Menschen zu bewirtschaften, denn es erlaubt den Arbeitern die Freiheit. Geld schafft Arbeitslager ohne Lager. Das ist tausendmal effizienter als jede andere Form der Bewirtschaftung, insbesondere Sklaverei.


Das Mittelalter, das keine Sklaven kannte, war wesentlich ineffizienter als die römische Plntagenwirtschaft. Die war aber ohne Sklaven undenkbar.

Das sind zwei Behauptung die schwer zu beweisen ist. Ich kenne die römische Plantagenwirtschaft nicht, aber wie im obigen Beispiel beschrieben, lässt sich die Sklavenarbeit sicher mittels Steuerforderung und Freiheit effizienter organisieren.
Ich denke, das Mittelalter war deshalb so ineffizient, weil es ein Zinsverbot gab. Ohne Zinsen keine Kredite und ohne Kredit keine wirtschaftliche Aktivität. Man sieht das heute noch in vielen islamischen Staaten, die wirtschaftlich auch hinterher sind.

Grüße
Morpheus

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Wir - für die unbeschränkbare Freiheit.


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