Eine Familienfeier offenbart, was den Ungeimpften bald bevorsteht

Plancius, Montag, 26.07.2021, 19:02 (vor 86 Tagen)8946 Views

Letztes Wochenende, runder Geburtstag in der Verwandtschaft. Wir sitzen in der Gaststätte mit Cousins, Cousinen, Freunden und Bekannten aus der Umgebung und deren Partnern am Tisch. Irgendwann stand auch das Thema Impfen zur Debatte. Man tauschte sich aus, wann und wo man sich die Spritzen verpassen ließ, welcher Impfstoff in die Blutbahn injiziert wurde und wie man die ganze Prozedur überstanden hatte. Alle legten natürlich großen Wert darauf, dass man nur Biontech/Pfizer verimpfen ließ, weil AstraZeneca usw. sind ja bäääh. Wenn man schon nichts bezahlen muss, dann lässt man nur den Premium-Impfstoff in seinen Körper fließen. Von ernsten Nebenwirkungen konnte niemand berichten, außer ggfs. Kopfschmerzen den ersten Tag und Symptome eines grippalen Infekts mit Abgeschlagenheit und Fieber in den ersten drei Tagen nach der Impfung. Das war dann aber ein Zeichen dafür, dass die Impfung ihre Wirkung entfaltet. So hatten es ihnen ihre impfenden Ärzte jedenfalls gesagt.

Meine Frau und ich waren die einzigen in der Runde, deren Alter sich zwischen 45 und 65 Jahren erstreckte, die nicht geimpft waren. Jedenfalls entbrannte danach eine Diskussion darüber, wie man mit den Ungeimpften verfahren sollte. Schließlich hat man selbst ja seine Pflicht und Schuldigkeit getan und erwartete nun seine Belohnung in Form der Rückgabe aller Freiheiten wie vor 18 Monaten, der nun aber nach einhelliger Meinung die Ungeimpften im Wege standen.

Hier ein kleiner Katalog der vorgeschlagenen Maßnahmen, wie man mit Ungeimpften verfahren solle:

- an die Wand stellen und erschießen
- ins Gefängnis stecken
- in Konzentrationslager sperren
- Isolation in separaten Gebieten/auf Inseln
- Ausschluss vom öffentlichen Leben
- Entziehen aller staatsbürgerlichen Rechte
- Zwangssterilisation

Ich war jedenfalls zutiefst erschüttert, wie ganz normale Menschen, zu denen man mehr oder weniger enge persönliche Bindungen hat, die mich noch eine Stunde vorher umarmt und herzlich begrüßt haben, in unserem Beisein derart schamlos und emotionslos unsere physische oder gesellschaftliche Vernichtung fordern. Hier tut sich ein Graben in der Gesellschaft auf, der sich nicht mehr schließen lässt. Ich vermute mal, mit dem zunehmenden Trommelfeuer gegen Impfverweigerer in den nächsten Monaten wird es eine Eskalation der Spannungen geben, weil die Ungeimpften zunehmend in die Enge getrieben werden und es dann zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommen wird. Hier im Rubikon-Artikel schön beschrieben:

https://www.rubikon.news/artikel/der-heraufziehende-sturm

Ich habe ja schon mal eine Spaltung der Gesellschaft erlebt - die Bewertung der Flüchtlingskrise 2015 - wo wir Freunde verloren oder uns zerstritten haben. Damals waren unsere "Gegner" jedoch fast ausschließlich im Lager der Gutmenschen zu finden, also Menschen, die sich selbst als politisch bezeichnen und sich als Avantgarde der Gesellschaft empfinden.

Jetzt geht der Riss in der Gesellschaft jedoch aus der Sphäre des Politischen auch ins Private hinein. Unsere Geburtstagsrunde bestand ausschließlich aus völlig unpolitischen Menschen. Aus werktätigen Menschen an der Basis der Gesellschaft, die letztendlich den Reichtum erwirtschaftet, der von unseren Eliten veruntreut und weltweit verteilt wird. Es handelte sich hierbei um Bäcker, Lageristen, Supermarkt- und Bäckereiverkäuferinnen, Paketauslieferungsfahrer, um nur einige Berufe zu nennen. Von denen guckt kein einziger die Tagesschau oder wohnt den Ergüssen eines Claus Klebers im heute-journal bei. Manchmal kauft man sich die Bild-Zeitung, aber Antenne M-V, NDR2 oder Ostseewelle dudeln den ganzen Tag am Arbeitsplatz oder im Auto.

Die mediale Kampagne gegen Impfverweigerer hat ja gerade erst begonnen. Umso erschreckender ist es, welcher Hass bereits jetzt in der breiten Mehrheit der Bevölkerung gegen uns Ungeimpfte steckt. Den Menschen der Geburtstagsrunde geht es dabei auch gar nicht um Gesundheit. Man begrüßt sich wie eh und je mit Handschlag und umarmt sich. Das war im wesentlichen auch letzten Winter bei den damaligen hohen Inzidnzen der Fall. Sie tragen genauso ungern die Maske wie ich oder die Tests kotzen sie genauso an. Das einzige, was sie wollen, ist ihr bisschen Freizeit, was ihnen nach ihren oft stressigen und erniedrigenden Jobs bleibt, nach eigenem Ermessen zu gestalten. Man will am Samstag zum Spiel von Hansa Rostock ins Ostseestadion gehen, man möchte Silvester mit allem drum und dran feiern, man möchte familiäre Feiern in Gaststätten mit Musik und Tanz begehen und seinen Billigurlaub in der Türkei nach den Herbstferien mit Flug von Rostock-Laage genießen.

Das Problem mit der Impfung ist die total unterschiedliche Perspektive der Beurteilung der Impfung. Für sie ist es ein kleiner Pieks, für mich ist es die Preisgabe der Souveränität über meinen Körper.
Für sie ist die Impfung der Verhinderung einer schweren COVID-Erkrankung, für mich ist es ein medizinischer Eingriff mit unabsehbaren Folgen für mein Leben und meine Gesundheit.
Für sie bedeutet die Impfung die versprochene Wiedererlangung aller bisherigen Freiheitsrechte. Für mich ist es der Einstieg in einen bisher nie dagewesenen totalitären Staat.

Diese unterschiedlichen Perspektiven und die damit verbundenen Konflikte lassen sich auch nicht in einer Synthese auflösen. Vielmehr wird es auf einen Showdown hinauslaufen. Entweder die oder wir. Hier kommt mir auch wieder mein ehemaliger Staatsbürgerkundelehrer in den Sinn, als er uns in der Abiturstufe die Leninsche Schrift "Wer wen?" nahebrachte.

In Anbetracht der gewaltigen Überzahl der Geimpften und der sich abzeichnenden desaströsen Lebensumstände für die Ungeimpften ist es doch sehr erstaunlich, wie gering der Widerstand gegen die Maßnahmen des Staates letztendlich sind. Querdenken usw. sind doch ziemlich eingeschlafen, das Pfingstwochenende in Berlin war ein Totalausfall, die Demo am kommenden 1.August wird fast nirgendwo auf den alternativen Kanälen beworben, Massenproteste auf der Straße bleiben aus. Auch AfD und Gewerkschaften mobilisieren keinerlei Widerstand gegen den sich abzeichnenden Apartheidstaat.

Eigentlich deprimierend, das alles.

Gruß Plancius

--
Der Königsweg zu neuen Erkenntnissen ist nach wie vor der gesunde Menschenverstand.


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