Argumente fuer Bitcoin

Dragonfly ⌂, Mittwoch, 19.08.2026, 23:06 (vor 2 Tagen) @ BerndBorchert364 Views

"Wie definierst Du Deckung, und warum sollte Bitcoin (oder andere Kryto-Währungen) gemäß der Definition gedeckt sein?"

Bitcoin ist wie Gold gedeckt. Das eine durch Bitcoin, das andere durch Gold. Beides ist kein Geld im modernen Sinn, sondern Tauschmittel oder Asset.

Argumente fuer Bitcoin:

1. Es ist selten und man kann es nicht kopieren. Hier AI:

Ja — Philip K. Dick, und deine Erinnerung ist erstaunlich genau. Es ist allerdings keine Kurzgeschichte, sondern der Roman The Three Stigmata of Palmer Eldritch (1965), deutsch Die drei Stigmata des Palmer Eldritch.

Darin gibt es als Zahlungsmittel „truffle-skins“ (sinngemäß Trüffelhäute). Der entscheidende Punkt ist genau der, an den du dich erinnerst: Es handelt sich um eine einzigartige Protein-Aminosäure, die als einziges relevantes Molekül von den sogenannten Printers nicht kopiert werden kann. Deshalb eignet sie sich als fälschungssicheres Geld in einer Welt, in der diese biologischen „Drucker“ praktisch alles andere duplizieren können.

Dick beschreibt sie als braune, runzlige Stücke, die im Sonnensystem als tender, also Zahlungsmittel, dienen. Genau deine Erinnerung: Geld = seltenes/unkopierbares Aminosäure-Material.

Interessant ist noch etwas: Die Biltongs, die als organische Replikatoren/„Printers“ fungieren, tauchen bereits in Dicks Kurzgeschichte Pay for the Printer (1956) auf. Dort ist die zentrale Idee, dass die Menschheit nach einem Atomkrieg völlig von diesen Wesen abhängig geworden ist, weil sie Gegenstände kopieren können.

Du hast also vermutlich zwei sehr eng verwandte PKD-Ideen im Kopf:

Pay for the Printer → Biltongs, die Gegenstände replizieren.
The Three Stigmata of Palmer Eldritch → die nicht replizierbare Aminosäure als Geld.

Und die Idee ist tatsächlich ziemlich genial: Sobald Materiereplikation möglich ist, funktionieren Gold, Diamanten oder Papiergeld nicht mehr — also wird etwas zum Geld, dessen molekulare Struktur gerade nicht replizierbar ist.


2. Bitcoin verbraucht viel Energie. Es ist uneffektiv.
KI:

Genau. Gefunden. Du meinst What Is Your Dangerous Idea? — Today’s Leading Thinkers on the Unthinkable, herausgegeben von John Brockman. Das Buch entstand aus der Edge-Frage von 2006 und enthält 109 kurze Beiträge verschiedener Wissenschaftler und Denker.

Der konkrete Beitrag, den du erinnerst, ist von Scott D. Sampson und heißt:

“The Purpose of Life Is to Disperse Energy”.

Und seine These ist tatsächlich ziemlich genau so radikal, wie du sie in Erinnerung hattest:

“The dangerous idea is this: the purpose of life is to disperse energy.”

Sampson argumentiert über den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik: Energiegradienten tendieren dazu, abgebaut zu werden. Leben sei dabei keine Ausnahme, sondern ein besonders effektiver Mechanismus. Pflanzen fangen Sonnenenergie ein, Nahrungsketten verteilen sie weiter, Stoffwechselprozesse degradieren sie schließlich zu Wärme. Organismen seien gewissermaßen temporäre Stationen im Energiefluss.

Noch interessanter: Sampson geht über den einzelnen Organismus hinaus. Er deutet ökologische Sukzession, zunehmende Biomasse und möglicherweise sogar die Entstehung zunehmender biologischer Komplexität als Prozesse, durch die immer mehr verfügbare Energie eingefangen und dissipiert werden kann. Er beruft sich dabei u. a. auf Schrödinger, Jeffrey Wicken, Harold Morowitz und Eric Schneider; besonders verweist er auf Schneider und Dorian Sagans Into the Cool: Energy Flow, Thermodynamics, and Life.

Das war also nicht Dennetts Darwin’s Dangerous Idea, obwohl der Titel die Erinnerung natürlich leicht in diese Richtung schiebt.

Und ich glaube, ich weiß jetzt auch, warum du das Kapitel im Kopf behalten hast: Die Konsequenz ist viel größer als „Lebewesen brauchen Energie“. Die Behauptung lautet im Extrem:

Wir existieren nicht trotz der Entropiezunahme, sondern möglicherweise gerade wegen ihr.


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung