Bezüglich "Russen rücken vor" bin ich ganz anderer Meinung.

Weiner, Sonntag, 30.06.2024, 21:30 (vor 13 Tagen) @ ebbes2777 Views

Dieser "Krieg" geht nun bald zweieinhalb Jahre in der jetzigen Form (SMO) und hat nur Zerstörung gebracht. Ich verliere allmählich meinen Respekt vor Putin. "An allen Fronten vorrücken" sieht für mich anders aus, Beispiele darf ich als Deutscher nicht nennen. Ich schätze mal, dass Russland in den ganzen zwei Jahren gerade mal 2 Millimeter vorgerückt ist. Und bei welchem Aufwand? Bei welchem Leid für Freund und Feind?

Putin wollte Sicherheit haben, die NATO auf Distanz. Heute schießt ihm die NATO seine Weltraumüberwachung zusammen. Putin wollte ein Ende der Bomben auf Zivilisten im Donbas. Heute greift die NATO Strände der Krim mit Clusterbomben an - dazu Städte und Einrichtungen tief im russischen Hinterland. Will Putin sich die Ukraine einverleiben? Warum redet er dann nicht mit "dem ukrainischen Volk"? Er steht ihm genauso ablehnend gegenüber wie die deutsche Wehrmacht den Ukrainern und Weißrussen im Jahr 1941 - die den Feind anfangs begrüßten, weil sie Hoffnung hatten, dass sie von Stalin befreit würden. Putin hat außerdem sein eigenes Haus nicht unter Kontrolle (deswegen die Entlassungen und Verhaftungen bei den Generälen neulich), und das macht mir am meisten Angst. Er ist auch kein wirklicher militärischer Führer, und die Optionen gehen dem Generalstab ganz langsam aus.

https://web.de/magazine/politik/russland-krieg-ukraine/militaeroekonom-marcus-keupp-gla...

(die Propanda bitte abziehen und über die Fakten und Zahlen nachdenken)

Selbst eine große Offensive der Russen, die angezeigt wäre, wird immer unwahrscheinlicher und gefährlicher. Was würde passieren, wenn die Russen in Kiew wären? Dann würden Europa und die NATO in die Ukraine einmarschieren (um die Ukraine zu verteidigen ....), und würden dort einen Krieg auf viel höherem Niveau führen (inklusive Luftverteidigung), den Russland alleine nicht durchhalten kann.

Putin baut sehr wahrscheinlich auf einen politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch in Europa und in den USA. Der wird zwar kommen, aber ich sehe Putin als nicht fähig an, das dann entstehende Chaos neu zu ordnen. Er ist heute schon für mich eine tragische Gestalt - und Russland nur die Schaufel am kommenden chinesischen Bagger.

Eine Neuordnung Europas muss aus Europa selbst kommen. Aber wenn ich mir die Wahlen in Frankreich, den neuen Rechtsblock in der EU (Ungarn, AT, Polen - warum haben sie die Melone nicht eingeladen?) und auch den AfD-Parteitag anschaue, dann fürchte ich: wir schaffen das nicht ...

Tut mir leid, dass ich nichts Besseres weiß!

MfG, W.


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