Ich werde auf die Suche gehen.
Großer @Weiner!
Habe eben kurz den dritten Band am Ende aufgeschlagen, ganz willkürlich und bin gleich hängen geblieben, um Dir etwas zu geben, was aber nichts mit Deiner konkreten Frage zu tun hat, aber irgendwie auch doch. Ich empfehle Dir übrigens die wunderbare Beck'sche Ausgabe, die drei grünen Bände, wenn Du erwägst, Friedell Deiner vermutlich abartigen Bibliothek beizugesellen. Friedell im Internet zu lesen, bringt einen um eine große Freude und letztlich glaube ich, sogar um eine Erkenntniseinbuße. Das ist meine private Theorie, dass das Buch heilig ist und das Internet zuletzt teuflisch. Ich komme ins Blubbern.
Hier der Text von 1929:
"Die fünf Möglichkeiten
Es gibt nun folgende fünf Möglichkeiten: der Amerikanismus siegt materiell: Weltherrschaft der Vereinigten Staaten und am Ende dieses Zwischenreichs Untergang des Abendlandes durch Übertechnik; der Amerikanismus siegt geistig, indem er sich sublimiert: Wiedergeburt Deutschlands, von dem allein dies ausgehen kann; der Osten siegt materiell: Weltbolschewismus und Zwischenreich des Antichrist; der Osten siegt geistig: Erneuerung des Christentums durch die russische Seele. Die fünfte Eventualität ist das Chaos. Diese fünf Möglichkeiten sind gegeben, andere nicht: weder politisch noch ethisch noch psychologisch. Der intelligente Leser ist sich aber hoffentlich darüber im klaren, daß keine von ihnen eintreten wird, eintreten kann, denn die Weltgeschichte ist keine Gleichung, auch keine mit mehreren Lösungen. Ihre einzige reale Möglichkeit ist die irreale und ihre einzige Kausalität die Irrationalität. Denn sie wird von einem höheren Geiste gemacht als dem menschlichen."
https://www.projekt-gutenberg.org/friedell/kulturg5/chap03.html
Die Lösung hat wohl etwas mit unserem kranken Verhältnis zur Arbeit zu tun. Soviel sei schon verraten. "Unbedingte Tätigkeit, von welcher Art sie immer sei, macht zuletzt bankerott." Goethe | Als Faulpelz habe ich diese Stellen natürlich besonders gerne gelesen. "Wir sind im Begriff, zu erwachen, wenn wir träumen, daß wir träumen." Novalis
Pardon, dass ich Dir jetzt garnicht geholfen habe. Ich gehe jetzt arbeiten.
Herzlich und nen schönen Tach noch
Oblomow