Literarisch sehr schön formuliert; allerdings hat er das Problem nicht ganz begriffen und kommt deswegen etwas ins Schwurbeln, weil er an den Symptomen hängen bleibt, ohne die Ursachen zu erkennen.

Mephistopheles, Samstag, 07.11.2020, 15:43 (vor 1896 Tagen) @ Oblomow4162 Views
bearbeitet von Mephistopheles, Samstag, 07.11.2020, 15:52

@Mephisto könnte eventuell schreiben: Die Soldaten haben etwas für ihn getan (sein Eigentum geschützt), ergo tut er was für die Soldaten. Vermutlich war es eher nicht Mitleidsethik mit den Waisen und mit Patriotismus hat es vermutlich gleich garnichts zu tun.

Noch eine kleine Korrektur zu @Mephisto. Mit einer Aversion gegen linkshegelianische Bestrebungen hat Schopis Aversion gegen Revolutionen vermutlich auch nichts zu tun. Revolutionen, das wusste Schopi, sind einfach nur lächerlichster Budenzauber und haben keinen Einfluss auf das eigentliche Problem des Lebens, bzw. überhaupt zu leben.

Herzlich
Oblomow

Und noch etwas Friedell:

"Demokratie und Freiheit
In den Schulbüchern wird allerdings zumeist unstillbarer Freiheitsdurst des Volkes als Ursache der großen Umwälzungen angegeben. Dies ist aber sicher von allen falschen Gründen, die man wählen könnte, der falscheste. Das Volk will niemals die Freiheit, erstens, weil es gar keinen Begriff von ihr hat, und zweitens, weil es mit ihr gar nichts anzufangen wüßte. Die Freiheit hat nämlich nur für zwei Klassen von Menschen einen Wert: für die sogenannten privilegierten Stände und für den Philosophen. Die ersteren haben sich das Talent, Freiheit angenehm oder nutzbringend zu verwenden, durch ein generationenlanges Training mühsam erworben;

Freiheit hat nur der Eigentümer; der braucht sie aber auch. Alle anderen brauchen keine Freiheit und können nichts damit anfangen. Je mehr Eigentümer es gibt, umso freier ist nach Hilaire Belloc die Gesellschaft (er nimmt ein Mindestmaß von etwa 20-30% Eigentümern an für eine freie Gesellschaft), je weniger Eigentümer es gibt, umso unfreier wird die Gesellschaft.
Der Eigentümer kann seine Freiheit in zweierlei Weise nutzen:
1. Als kreativer Zerstörer, indem er neue Märkte erschließt, die es vorher nicht gegeben hat. Gesellschaften, in denen es viele kreative Zerstörer gibt, sind relativ frei.
2. gegen andere Eigentümer, indem er diese niederkonkurriert und um ihr Eigentum bringt. Je weniger Eigentümer es gibt, umso unfreier ist die Gesellschaft. Eine solche Gesellschaft mit einer verschwindenden Anzahl von Eigentümern tendiert zwangsläufig zu einer offenen oder verdeckten Sklavenhaltergesellschaft. Die offene Sklvenhaltergesellschaft hatten wir in der Antike, das war, wenn wir der demokratischen Hirnzuscheißpropaganda auf den Leim gehen, ganz furchtbar.
Eine verdeckte Sklavenhaltergesellschaft haben wir seit der Sklavenbefreiung in den USA. Den Nichteigentümern bleibt gar nichts anderes übrig, als ein freiwilliges Sklavenverhältnis einzugehen, indem sie einen Arbeitsvertrag abschließen und auf die Rente hoffen, wo sie dann endlich frei werden. Allerdings beginnt die Rente im Regelfall erst dann, wenn einer keine Chance mehr hat, die ihm nun endlich zugestandene Freiheit auch kreativ zu nutzen.

Gruß Mephistopheles

der letztere hingegen hat die Freiheit immer und überall, in jeder Lebenslage und unter jeder Regierungsform.


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