Warum lief es diesmal anders als bei Schweinegrippe und Co?
Das ist leicht zu beantworten und fängt in China an. Ein autoritärer Staat, der massive Ausgangssperren erlässt und die Todesstrafe für Regelverletzung einführt (obwohl es ihm wirtschaftlich massiv schadet), war schon beeindruckend, reichte aber nicht. Es brauchte noch die Berge von Särgen, (angeblich) horrende Sterbezahlen und überfüllte Notstationen mit Beatmungsgeräten. Dazu Warnungen vom entsprechenden Personal und von (jungen und ursprünglich gesunden) Infizierten, die es überlebten und als sehr unangenehm beschrieben.
Auch ich neige als Informatiker dazu, den Worst Case zu betrachten und nicht diejenigen, die da symptomlos durchgegangen sind.
Also entweder ist die Propaganda dieses Mal sehr viel abgestimmter oder die Situation dramatischer. Ich weiß es nicht! Fakt ist, dass man als Laie mit wissenschaftlichen Statistiken nicht viel anfangen kann (die sowieso immer manipuliert sein können und "richtig" interpretiert werden müssen usw.). Die meisten Menschen lassen sich von Bildern und Ansprachen sehr viel mehr beeindrucken und diese Klaviatur wurde gut bespielt...
Dass die Journalisten nicht viel taugen und kaum relevante Daten liefern: geschenkt. Dass die Bundesregierung schlecht beraten wird: nicht neu. Dass in der Situation diverse politische Wünsche erfüllt werden und Fakten geschaffen: das ist immer so. Dass übergesetzliche Notstände ausgenutzt und teilweise bewusst herbeigeführt/propagandiert werden: eine verschwörungstheoretische Binse. Dass die Maßnahmen zur Eindämmung erstens zu spät kamen, dann aber massiv übertrieben wurden: wen wundert das, bei dem politischen Personal?
Ich bin alles andere als unkritisch und ich glaube niemandem. Aber trotzdem neige ich zu einer gewissen Vorsicht, so lange man nicht wirklich sicher sein kann, dass alles nur eine große Hysterie ist. Allerdings hätte ich mit Grenzkontrollen und Maskenpflicht angefangen und nicht die komplette Wirtschaft runtergefahren...