Ach komm

Andudu, Freitag, 24.04.2020, 11:27 (vor 2107 Tagen) @ Tempranillo2080 Views
bearbeitet von Andudu, Freitag, 24.04.2020, 11:32

"Prof. Raoults statistisch bestens belegte Aussagen waren schon Januar/Februar völlig klar:

*Das Covid-19-Virus ist hinsichtlich seiner Mortalität ähnlich gefährlich wie ein aggressives Grippe-Virus.* Außerdem gebe es eine wirksame Therapie, mit der sich beachtliche Heilerfolge erzielen lassen, vorausgesetzt, sie wird möglichst früh angewendet."

Und wer ist Prof. Raoults? Kann ich ihm vertrauen? Stimmen seine Statistiken? Sind sie aktuell und interpretiert er sie richtig? Übersieht er auch nichts (z.B. dass die Grippestatistiken von früher nur über den Daumen gepeilt waren und wahrscheinlich (auch?) weit überhöhte Opferzahlen ausweisen)? Wird durch seine Statistik das Hauptargument, dass die Notaufnahmen nicht überrannt werden sollen, ausgehebelt? Kursieren verschiedene Coronasubtypen, die unterschiedlich gefährlich sind aber von den Tests nicht unterschieden werden? Welche Tests gibt es überhaupt und wie genau sind die? Wie ist das mit der Immunität? Wie mit Langzeitfolgen? Sind die Bilder aus den Notaufnahmen und mit den Särgen alle Fake oder ganz normaler Alltag, nur aufgepusht? Ich kann's nicht alles prüfen und nicht wirklich bewerten und abhaken!

Hör doch auf! Das ist wie bei dem Klimaschei**! Fragt man 10 "Experten", dann hat man 10 Meinungen, die sich quasi beliebig widersprechen können. Der hier ist auch ein "Experte", ein praktischer, auch er schleppt Statistiken an, gibt sich aber nicht halb so sicher:
https://www.mittellaendische.ch/2020/04/07/covid-19-eine-zwischenbilanz-oder-eine-analy...

Und jetzt? Renne ich dem einem hinterher oder dem anderen?

Wenn man sich zu solchen Themen eine Meinung bilden will, muss man quasi selbst tief einsteigen, was für Laien wie mich i.d.R. weder zeitlich noch vom Wissen her zu schaffen ist. Und wenn doch, würden wir dann halt die 11 Expertenmeinung stellen.

Und Politiker stehen genauso unter diesem Meinungsgewitter und müssen trotzdem Entscheidungen fällen, die immer irgendwie falsch sind (vorausgesetzt das ist kein von vornherein abgekartetes Spiel, von dem sie Bescheid wissen, aber ich schätze die Anzahl der Eingeweihten als niedrig ein).



"Die bei uns grassierende Unsicherheit und allgemeine Hysterie kommt fast immer daher, daß der DeutschIn halt nichts anderes kennt, als aus den Mistpfützen amerikanischer Lügen zu saufen und die wenigen brauchbaren Quellen beharrlich ignoriert."

Nein, weil sie nicht einschätzen können, was eine "brauchbare Quelle" ist und deine u.U. anders bewerten als du selbst.



Statt jeden Tag rund um die Uhr zu kreischen wie eine ganze Armee altgriechischer Klageweiber, wäre es sehr viel sinnvoller, sich mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu beschäftigen, von denen man aufgrund der Erfahrungen der letzten Monate annehmen darf, daß man sich auf sie verlassen kann:

Ich denke da überschätzt du meine Fähigkeiten und die der allermeisten anderen auch. Es wäre schon alles andere als leicht, ein deutsches Paper zu finden, zu lesen, zu verstehen, seine Richtigkeit und die Seriosität des Forschers zu beurteilen (vom dafür nötigen Zeitaufwand ganz abgesehen), bei einem englischen versuche ich es gar nicht erst. Als Laie ist man immer auf eine Bewertung durch Dritte angewiesen und die sind sich (wie eigentlich immer) nicht einig, bis zerstritten...


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