Nun mache ich mich wieder unbeliebt
Wenn ich den Besserwisser raushänge.
Warum: Ich habe mich schon seit Langem für die Musik der Zigeuner interessiert, aber für die echte, die gewachsene Musik. Das letzte Mal, als ich das selbst erlebt habe, das war in Strassnitz, in Südmähren. Da war ich noch vor dem Fall des Eisernen Vorhangs vom Tschechischen Kulturinstitut elngeladen worden, weil man meine Bemühungen um das Verständnis der tschechischen und sudetendeutschen Jugend positiv bewertet hat. Einschl. meiner Aktionen der Begegnungen in Tschechien und in Deutschland in den 80er Jahren.
Das ist Strassnitz:
https://www.sued-maehren.de/de/erlebnisse/o43726-schloss-straznice
Und auch hier wird dieses einzigartige Folklore-Vestival beschrieben:
Am letzten Juniwochenende findet im Schlosspark das Internationalen Folklorefestival, eines der ältesten und größten Folklorefestivals der Welt, statt.
Die ganze Nacht authentische Volksmusik zu hören, im Schlosspark, das ist ein Erlebnis, das man nicht vergisst.
Zu Deinen 4 youtube-links:
1) Gipsy-Kings. Eine Stilrichtung der Musik, die mir besonders gefällt. Aber das ist keine Zigeunermusik. Die Gipsys bezeichnen sich als Zigeuner, haben vielleicht irgendwelche Vorfahren in dieser Richtung, aber sie haben eindeutig mehr Flamenco-Elemente in ihrer Musik als Zigeunermusik. Das ist eine sog. assimilierte Folklore, wie ich das bezeichne.Ich selbst habe in einer spanischen Combi gespielt, und weiß, was Flamenco bedeutet.
2) Marianne Rosenberg. Das hat nichts mit Zigeunermusik zu tun. Sie singt eindeutig deutsche Schlager. Ich singe auch hier in Siebenbürgen in rumänische Sprache alte rumänische Weisen, aber deshalb wird mich niemand als Rumäne bezeichnen.
3) Der Czardas von Monti ist eine exzellente Komposition, die jedem, der das vorträgt, ein gewisses Können abverlangt. Hat aber mit einer Zigeunermusik nichts zu tun, dazu sind viele ungarische Musikelemente darin verankert.
4) Ochi chornyje (Schwarze Augen) hat überhaupt nichts mit Zigeunermusik zu tun. Es ist ein Text aus einem Gedicht des Ukrainers Jewhen Hrebinka, und die Melodie hat ein deutscher Komponist mit dem Namen Florian Hermann gemacht. Dazu kommt die Tatsache, dass es in keiner Zigeunermusik einen Walzertakt gibt.
Also, die Beispiele, die Du angeführt hast, sind als landläufig "zigeunerisch" einzustufen, genauso wie "Komm, Zigany" von Kalman. Echte und authentische Musik der Roma und Sinti, das ist was anderes.