Jein

Andudu, Mittwoch, 01.07.2026, 10:08 (vor 2 Tagen) @ heller610 Views
bearbeitet von Andudu, Mittwoch, 01.07.2026, 10:17

[...] Ehrlich gesagt wundere ich mich seit geraumer Zeit, dass der Iran immer noch mit Trump verhandelt, kriegsstrategisch werden das die Amis als Schwäche einordnen (deshalb führen Kriege so selten zu einem Verhandlungsfrieden).

Kriege enden immer mit Verhandlungen - und selbst wenn die bedingungslose Kapitulation unterschrieben wird, gibt es danach einen Regelungsprozess, in dem die neuen Regeln, Reparationen, Grenzen, etc. verhandelt werden.

Aus dem Kontext sollte klar sein, dass ich das nicht meinte, sondern Verhandlungen zu einem Zeitpunkt, an dem noch nicht einer von beiden am Boden liegt (was definitiv zu bevorzugen wäre). Bei einer "bedingungslosen Kapitulation" würde ich das auch nicht mehr "Verhandlung" nennen, da wird im besten Fall noch darum gefeilscht, wie man die Ziele des Gewinners mit geringstmöglichem Aufwand befriedigen kann.

Allerdings gibt es in der Ukraine keinen rechtmäßigen Präsidenten, in den USA und Israel keine verhandlungsfähigen Präsidenten und in der EU keinen friedensfähigen Verhandlungsführer.

Ja, leider.

Dass der Iran Israel mit in die Forderungen einbezieht, halte ich für klug.
Denn man kann USA und Israel nicht getrennt behandeln. Iran wird nach dem Ablauf des MoU freie Hand haben, auch Israel direkt anzugreifen und dann die weitgehende Zustimmung der Mehrheit der Weltgemeinschaft und der Nationen haben.

Wenn man den Iran generell für stärker hält, stellt sich die Frage: warum verhandelt er überhaupt? Will er nämlich ehrlich JETZT ein Ende des Konfliktes mit den USA, würde er viel besser fahren, wenn er mit denen ein Abkommen macht und die Israeli daraufhin isoliert daständen. Natürlich werden die Amis wahrscheinlich weiter Waffen und Geld schicken, aber das könnte man immerhin ansatzweise verhandeln (wenn auch nicht voll kontrollieren), einen Rückzug aus dem Libanon kann man Israel aber nicht aufzwingen (auch die Amis nicht und ein Interesse am Rückzug der USA haben die Israeli nicht, die werden alles tun, damit die dabei bleiben und daher jedes Friedensabkommen bewusst boykottieren).

Auch die Frage der Unterstützung der Hisbollah muss irgendwann geklärt werden, wenn es jemals einen stabilen Frieden geben soll. Die Iraner handeln auch da propagandistisch nicht geschickt, wenn man mit den Leuten diskutiert, dann stellt sich heraus, dass die Angst davor, dass der Iran Israel den Erdboden gleichmachen könnte, groß ist und die daher auch die Gräueltaten Israels wohlwollend übersehen (man hat kein Mitleid, wenn es um die eigene Existenz geht).

Von hier aus, hat man natürlich leicht reden, der Konflikt ist so verhärtet und fanatisch, dass er wahrscheinlich erst ein Ende finden wird, wenn die Energie einer Seite vollkommen ausgelaugt ist... wie so oft, bzw. wie fast immer.


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