Top im 7-Jahres-Zyklus oder harsche Korrektur
Hola day-trader,
um die Emotionen - vor allem Gier und Panik - einzudämmen und den Wald vor lauter Bäumen zu sehen, hilft ein Blick auf das große Bild. Dabei ist zu erkennen, dass der Goldpreis als zyklischer Anführer der Edelmetalle einen 7-Jahres-Zyklus von Tief zu Tief aufweist. Der letzte Tiefpunkt mit Panik und damit großer Kaufchance fiel auf den Herbst 2022. Damit ist das nächste reguläre Low in 2029/2030 fällig.
Man muss sich also fragen, ob im laufenden Zyklus das Hoch bereits im Januar 2026 gesetzt wurde. Sollte dies der Fall sein, würden wir im laufenden Jahrzehnt keine neuen Hochs mehr sehen, sondern eine zermürbende Seitwärts-/Abwärtsphase in den kommenden Jahren.
Alternativ wird nun das Stretchband - Ende Januar extrem nach oben, nun entgegengesetzt - nach unten gedehnt für den finalen Schub in das Top im Jahre 2027, was ich schon lange vermute.
Indizien dafür ...
- Eine vergleichbare A-B-C-D-E-Korrektur gab es bis zur Vollendung auch im ersten Quartal 2010, dann folgte der Run ins finale Top 2011, bei Silber bedeutete dies eine Verdreifachung binnen 14 Monaten bis April 2011.
- Die Stimmung weist pessimistische Extreme auf. So ist der "Gold Miners Bullish Percent Index" auf 0% abgestürzt und lag damit noch unter dem in der "Pandemie" verzeichneten Tiefstwert. Solch ein Extremwert in Verbindung mit einem Rückgang über Monate markiert in der Regel ein wichtiges Tief.
- In den USA kapitulieren Marktbeobachter, die langjährig bullish waren und verkaufen ihre physischen Edelmetalle.
Im Januar 2026 konnte sich kaum jemand stark fallende Edelmetallpreise vorstellen, nach fünf Monaten Gegenwind dominiert nun Furcht vor weiter sinkenden Preisen.
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Zum kurzfristigen Bild: Kevin hat mit verbalen Muskeln den Dollar gestärkt/technisch nach oben ausbrechen lassen, besonders drücken die steigenden Realzinsen und die Abflachung der US-Zinskurve auf den Goldpreis. Dies kann sich jedoch jederzeit ändern.
Positiv geändert hat sich bereits, dass das Gold/Öl-Verhältnis kurz vor einer Trendwende nach oben steht und fundamental den Goldminen helfen wird, die zudem technisch Anzeichen für eine Kapitulation zeigen. Die Trendsetter-Aktie Royal Gold zeigt trotz Rücksetzern einen stabilen Aufwärtstrend.
Fazit: Zeitziele sind wichtiger als Kursziele. Ein mittelfristiges Tief ist nahe, Anfang Juli, mit dem Beginn des zweiten Semesters dürfte der Edelmetallsektor nach oben drehen. Es ist wahrscheinlicher, dass wir das Hoch im laufenden 7-Jahres-Zyklus noch nicht gesehen haben und gerade ein "halbes" 7-Jahres-Tief erleben.
Es wäre übrigens amüsant und nicht ungewöhnlich, wenn die heutigen Preise mit dem Taucher unter runde Marken - Gold unter 4000, Silber unter 60, Platin unter 1600 und Palladium unter 1200 Dollar - sich im Rückspiegel als Tiefpunkte entpuppen.
Das Risiko liegt im US-Aktienmarkt, der reif für den Fall in ein 4-Jahres-Tief ist. Beginnt der mittelfristige Abstieg schon jetzt, kann es den S&P leicht 2000 Punkte kosten. Eine Panik würde dazu führen, dass alles - außer dem Dollar und vielleicht Bonds - unter die Räder kommt. Die Notenbank flutet dann als Reaktion die Märkte mit Liquidität, Gold und Silber starten anschließend (zuerst) durch.
Saludos
Lobo