Edward Baumstark (1833): "Nein, die Staatsschuld ist der Präsident aller Präsidenten, die …

Ostfriese, Mittwoch, 27.05.2026, 07:45 (vor 16 Stunden, 23 Minuten) @ neptun1542 Views

Hallo neptun

Aber es passiert - nichts. :-(

Exakt, weil aus den debitistischen Gesetzen der staatlichen Überschuldung und den Gesetzen - speziell der exponentiellen Entsprechung - des mathematisch demografischen Ablaufs, die nicht nur Kaiser Augustus schon anerkennen musste, letztendlich keine politischen Handlungsmuster erfolgen können.

Dottore schreibt in

https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/search.php?search=Macht+und+Machtzessionen+und... Was beherrscht den Staat? verfasst von dottore, 02.12.2003, 14:42

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→ Hi,

meine Einstellung zu Zwangssystemen aller Art darf ich als bekannt voraussetzen. Mit Hilfe von bewaffnetem Zwang kommt man zwar weit, aber niemals zum Ziel eines friedlichen Miteinanders.

Der bewaffnete Zwang begleitet von entsprechenden Machtzessionen bis hin zur derzeitigen Zession (der letztmöglichen aller Zessionsmöglichkeiten) des zum Machterhalt unabdingbaren Abgabenmonopols, alias der Staatsverschuldung, endet automatisch in sich selbst, da der Staat - und sei er noch so demokratisch konstruiert - nicht mehr an Abgaben zedieren kann, als er selbst mit Hilfe seines Waffen- und Geldmonopols zu generieren und dann einzutreiben im Stande ist.

Was danach kommt, wissen wir leider nicht. Es können nur Mutmaßungen anhand historischer Erfahrungen aller Art angestellt werden, was hier auch immer wieder versucht wird.

Zum Schluss könnte es uns allerdings so gehen, wie dem berühmten Mönch (ich glaube Henri Stendhal hat die story als erster gebracht), der in seiner Zelle sitzt und erschauernd Bücher über frühere Kriege und Gewalttaten liest und dabei überhört, dass eine Soldateska hinter ihm die Zellentür eintritt, um ihn anschließend niederzumachen. Deshalb dürfen wir in der Beobachtung der Abläufe aktuell und um uns herum nie nachlassen!

Der bewaffnete Zwang in Form des Staates kann aufgrund der, ebenfalls hinreichend genug gebrachten, Darlegungen nur aufrechterhalten werden, solange er sich finanzieren kann. Die Staatsschulden, alias die Vorfinanzierung der Macht, die jeglichem bewaffneten Zwang letztlich dessen Finanzierungsbasis entziehen, sind demnach das A und O der Weltgeschichte. Sie haben bisher noch jede Form der Herrschaft zum Einsturz gebracht. Die Schulden sind demnach der Herrscher jeglicher Herrschaft, in welcher Form auch immer sie ausgeübt wird.

Dazu ein herrliches Fundstück des Heidelberger Staatswissenschaftlers Edward Baumstark von 1833, also aus einer Zeit, da es einen interessanten Mix aus allen möglichen Herrschaftsformen gegeben hatte, von der Autokratie bis hin zur Demokratie (by the way: interessanterweise verlor der Autokrat Napoleon gegen sowohl die preußische Autokratie als auch gegen die englische Demokratie, die damals von einem schwachsinnigen und regierungsunfähigen König formell geleitet wurde, wenn auch 1811 die Macht an seinen nicht minder schwachsinnigen Alkohol- und Drogensohn George als Prinzregenten übergegangen war).

Baumstark hat ein umfangreiches Werk über Staatskredit, Staatsschulden und Staatspapiere hinterlassen, das voller brillanter Analysen und wertvoller Statistiken steckt, aus dem ich jedoch nur die letzten Sätze zum Besten geben möchte:

"Politische Ruhe, Entfernung des Krieges ist das Ziel des Strebens der Politik aller europäischen Staaten. Sie hält die Volkswuth und den Absolutismus gefesselt, daß sie sich beide nicht zerfleischen. Nicht Ludwig Philipp, nicht Perrier, Soult, Dupin, Wellington, Grey oder Brougham ist Ministerpräsident in Frankreich oder England. Nicht Lord Palmerston leitet die Geschäfte der Londoner Conferenz. "

… Staatsschuld der Gesandte aller Gesandten, sie ist der absolute Monarch, der ganz Europa in Furcht und Zaum hält."

Und da die Staatsschuld nicht gestorben ist, beherrscht sie uns bis heute...

Gruß!

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Wie wahr, wie wahr!

Gruß - Ostfriese


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