Realität ist Simulation: Die wirtschaftswissenschaftlichen Theorien sind allesamt …
Hallo paranoia
So bist Du auf meinem Radar erschienen.
Eine Reihe von Foristen haben sich auch dazu bekannt, früher unter anderem Namen im Forum geschrieben zu haben. Für mich sind Namenswechsel ein Negativmerkmal, nicht nur bei Unternehmen wie Blackwater und Arthur Anderson, sondern auch bei Forennamen.
Vor 9 Jahren bin ich als heute 75-Jähriger über die sich im machtfreien Raum angesiedelte und mich wenig überzeugende Heinsohn/Steiger'sche Eigentumsökonomik und deren Satz:
Dies wird etwa von Paul C. Martin (2006) nicht richtig erfaßt, wenn er gegen die Eigentumsökonomik damit argumentiert, daß Geld zuvörderst machtvolle Regierungen zur Voraussetzung habe.,
der in der Fußnote ihrer Eigentumsökonomik (metropolis-verlag) auf S.145 zu finden ist, zur Beschäftigung mit Paul C. Martins Darlegungen über den Debitismus und die Machttheorie, die als choc und punktum (Roland Barthes) das eigentliche Versagen aller bisherigen Deutungsversuche unserer historischen, politischen und ökonomischen Wahrnehmungen beschreiben, gelangt.
Natürlich waren vor allem @dottores, aber auch @Ashitakas, @Silkes, @Phoenix5', @Weiners, @ Zandows, @sensortimecoms, @nvf33s, @BillHicks Beiträge und vieler weiterer User bei der Anlage eines eigenen Archivs wichtig, um mich schnell in die Thematik des Forums einzuarbeiten.
Die allseits festzustellende Desorientierung der westlichen Eliten ist ihrem intellektuellen Beharren auf überholten Prinzipien und der Tatsache geschuldet, dass weltweit an fast allen Universitäten und Akademien die im machtfreien Raum angesiedelte Neoklassik gelehrt wird.
Autoren, die vom süßen Nektar des machtbasierten Debitismus genascht haben, der natürlich Gift für die im machtfreien Raum angesiedelte Neoklassik ist, haben wie Dr. Stelter (Eigentumsökonomik = Debitismus. Nichts anderes ist das, was die Diskutanten im Gelben Forum 'Debitismus' nennen, nach dem mir persönlich bekannten und auch sehr geschätzten Paul C. Martin.) den Blog bto liquidiert oder lassen wie Michael Stöcker (Die Analysen des Debitismus sind hilfreich für ein korrektes Verständnis unseres Geldsystems, aber Systeme scheitern in einem modernen dualen Fiat-Kreditgeld-Standard nicht am Vorher-Nachher-Problem (das kann monetär elegant über die Fiat-Schiene gelöst werden), sondern am Matthäus-Effekt. … Si vis pacem, para bellum. Das wusste schon Platon, der sich von daher für den wehrhaften Staat einsetzte. Daran hat sich bis heute leider nichts geändert.) und Renée Menéndez (Ich kann ja mal versuchen den PCMs 'kryptischen' Satz, 'So ist das heutige Geld nicht nur eine Quittung für eine noch nicht erbrachte Steuer, sondern für eine niemals zu erbringender Steuer' zu deuten, was in Unkenntnis der zeitlichen Abläufe der debitistischen Gegebenheiten nicht gelingt) seit geraumer Zeit ihre neoklassischen Blogs ruhen.
Bei den Inhalten der Deinem Satz
Ein paar Erweckungserlebnisse meinerseits will ich Dir nicht vorenthalten.
folgenden Ausführungen geht es um das in der deutschen Sprache bestehende Verhältnis Wirklichkeit ↔ Realität, das im Englischen wegen des einzigen Wortes Realität = reality = Wirklichkeit m.W. nicht besteht.
Der Schweizer Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure (1857 – 1913) vertrat – als Begründer der modernen Linguistik und Semiotik - die Ansicht, dass sprachliche Zeichen die Welt nicht einfach so wiedergeben, wie sie sind, sondern dass deren Bedeutung erst im Zeichensystem der Sprache konstituiert werde. Ein Zeichen besteht bei Saussure dabei aus Signifikant (Bezeichnendes) und Signifikat (Bezeichnetes), wobei ersteres das Lautbild und letzteres die Vorstellung eines Begriffs, die Inhaltsseite, widerspiegelt.
Uwe Wesel führt in seiner Abhandlung Zur Entstehung von Recht in frühen Gesellschaften aus, dass mit der neolithischen Revolution das Gewohnheitsrecht (costum) der Stammesgemeinschaften im Wege der zentralinstanzliche Herrschaft von außen zerstört wurde. Gewohnheitsrecht ist statisch, friedlich, selbstregulierend, im Konsens auf Einigung gerichtet. Ausgehend vom ursprünglichen Laut wird das neue aufgezwungene, gesetzte, steuerbare und hierarchische Recht bewusst mithilfe der Sprache, die die Realität bildet und formt, zwecks sanktionsbewehrter Macht von oben den Untertanen aufoktroyiert, um letztendlich die nicht-tilgbare Erstfinanzierung des Staatlichen refinanzierbar in die Zukunft zu schieben.
Das steht im Einklang mit Ferdinand de Saussures Einsicht, dass sich die inhaltliche Deutung des Zeichens - das Signifikat - nicht vom Gegenstand herdenken lässt, sondern sich in einer ausgedehnten und willkürlichen Abfolge der Abgrenzungen des Signifikanten zu allen anderen erschließt. Sie ist für die gegenwärtigen Betrachtungen essenziell. Der Signifikant (= Ausdrucksseite) bildet das Signifikat (= Inhaltsseite) eines Zeichens nie vollständig ab - die Zeichen gehen immer der Körperlichkeit voraus. Die Konkurrenz der Zeichen zu anderen Zeichen führt zu ihrer Relativität. Das bedeutet, dass der Sinn und die Deutungen der Sprache immer instabil bleiben. Es gibt keine eineindeutige Beziehung zwischen einem Zeichen und seinem Inhalt. Die Zeichen haben keine außerhalb ihrer selbst liegenden Bezugspunkte mehr - der endlose Verweis aufeinander formt gemäß Jean Baudrillard - der von den Fassungslosen Verhasste - die Hyperrealität. Kommunikation erzeugt vielfache Fehldeutungen, weil die Bezugssysteme, die trotzdem gesucht und benötigt werden, unterschiedlich sind - sie ist oftmals ein Aneinander-Vorbeireden.
Jean Baudrillards Gedanken in Der symbolische Tausch und der Tod (S. 13):
Das ist das Schicksal eines jeden Systems, das sich durch seine eigene Logik zur totalen Perfektion und zur totalen Zerrüttung verurteilt, zur absoluten Unfehlbarkeit und also zur unwiderruflichen Ohnmacht: Alle gebundenen Energien zielen auf ihren eigenen Tod. Darum ist die einzige mögliche Strategie katastrophisch, nicht dialektisch. Man muss die Dinge bis zum Äußersten treiben, bis zu jenem Punkt, an dem sie sich von selbst ins Gegenteil verkehren und in sich zusammenstürzen.
Die Vertreter der Tauschökonomie - von wegen von gleich auf jetzt - können auf der Grundlage ihrer Referenzsysteme von den Anhängern debitistischer Deutungsversuche mit der Machttheorie nur sehr schwer beeindruckt und umgestimmt werden. Das gilt nicht nur für die vielen User und Leser des Blogs, sondern auch für den 47-jährige CDU Generalsekretär Dr. Linnemann: Mir ist jedenfalls kein Beispiel auf diesem Globus bekannt, wo Verschuldung zu Wachstum und Beschäftigung geführt hat. Das Gegenteil ist richtig.
@Ashitaka in
1 - https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=570155 Sklaverei im Zeitalter der Simulation, Ashitaka, Sonntag, 04.07.2021, 18:07 @ Weiner 5203 Views
Wir haben den Kontakt mit der Wirklichkeit, dem Erfahrbaren, dem Originären verloren. Dafür nehmen wir seit dem Jahr 2001 immer weitläufiger Kontakt mit dem Bezeichnendem auf, dass, bei voller Aufmerksamkeit bzw. Hinterfragung, auf gar keine Bezeichnung mehr verweisen will. That's the magic! Es ist diese dritte Phase, vor der uns Jean Baudrillard schon 1982 eindringlich gewarnt hat, eine die Realität in Zeiten global vernetzter Medien entführende, für alle seitdem Geborenen ohne die Chance des Kontakts zum referenziell Äußeren einwirkende Simulationskraft des herrschenden Systems.
2 - https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=391163 Antwort, Ashitaka, Mittwoch, 20.01.2016, 15:08 @ nvf33 7069 Views
Die Realität, entspricht nicht der Wirklichkeit. Die Realität ist immer eine sinnbasierte Simulation, von körperlichen über weltlichen bis hin zu den universellen Selbstmodellen. Realität ist subjektiv. Die Wirklichkeit können wir nicht beschreiben. Die derzeitigen Fortschritte der Bewusstseinsforschung bestehen darin, dass die Wirklichkeit als etwas unsere Sinne und den daraus konstruierten Sinn Umgebendes erkannt wird, während die Realität als das entlarvt wird, was sie immer nur war:
Simulation, Selbstmodellierung, Übereinkunft ohne Erklärung der Herkunft.
Es gibt keinen Unterschied. Die Realität ist Simulation. Schau dir deine Hand an. Du erblickst eine Simulation deiner Hand. Schau einem Mitmenschen ins Gesicht und es handelt sich um eine Simulation. Was dort gegenüber aufwartet, kann der Mensch nur simulieren. Die Wirklichkeit kann nicht erblickt werden, denn sie hat keine Perspektive. Deshalb das Beispiel mit dem Apfel auf dem Tisch. Wie sähe ein Apfel aus, der aus jeder Perspektive erblickt wird? Wie sähe ein Apfel aus, der aus keiner Perspektive erblickt wird, d.h. kein Bewusstseinsinhalt ist?
3 - http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=432112&page=1&category=0&or... Ein Ende der Therapiesitzungen verfasst von Ashitaka, 02.04.2017, 12:23 @BillHicks 12184 Views
… für die Tonne, da die wahren machttheoretischen / debitistischen Voraussetzungen in den Hintergrund bzw. wegsimuliert werden.
Gruß - Ostfriese