Neid ist nicht der passende Begriff ....

NST, Südthailand, Mittwoch, 20.05.2020, 05:09 (vor 2077 Tagen) @ Mephistopheles1701 Views
bearbeitet von NST, Mittwoch, 20.05.2020, 06:08

Nur: Wieso sind die Beiträge in den letzten Jahrzehnten anteilig um etwa das Doppelte gestiegen (RV von 14% auf 28%, wenn man den staatlichen Zuschuss berücksichtigt, Krankenversicherung von 8% auf 18,5% Krankenversicherung + Pflegeversicherung, MwSt. von 10% auf 19%) während die Auszahlungen etwa bei demselben Level verblieben?

@ den geschätzten & vermissten Baldur der Ketzer, wenn er hier noch mitliest: Das ist das große Geheimnis, warum immer noch Renten bezahlt werden und es eine Krankenversicherung gibt: Dieselbe (in Wahrheit natürlich etwas verminderte) Leistung bei mehr als dem Doppelten an Beiträgen.

.... allerdings eine Form der Genugtuung. Als ich meinen 1. Startversuch in TH zwischen 96-98 versuchte, hatte ich das Sozialstaatspublikum als direkte Konkurrenz vor Ort.

Ein Bsp.: ein Ex-Polizist(damals noch keine 50 Jahre alt), der sich beim Waffenreinigen ins Knie geschossen hatte (das war seine Heldentat um an die Staatsknete ohne Gegenleistung zu kommen) - wurde in den Vorruhestand versetzt, wegen Dienstuntauglichkeit. Ich lebte damals auf Phuket - und der Polizist betrieb eine Bar - mit Ladys. Er hatte keinerlei Hemmungen und seine Ex-Berufsethik ging ihm am Arsch vorbei - oder aber er praktizierte sie weiter ... so genau weiss ich es nicht.

Ich versuchte damals ein Internet Unternehmen aufzubauen. Im Zuge der Asienkrise, musste ich aufgeben und nach D zurück. Die Rentnerfraktion die sich dort immer traf (die A-Krise war deren finanzielle Orgasmus, der Wechselkurs war nie höher, als in der Zeit), konnte mit dem Spott nicht hinterm Berg halten. In D musste ich wieder ganz unten auf der Leiter anfangen ... war aber durch die Thailanderfahrungen optimal eingestimmt, die normalen Sozialstaatsbrazen hatten keine Chance, das waren alles Weicheier. Die damalige Rentnerfraktion einige leben nicht mehr, einige überleben nur noch - sehr viele mussten wieder nach D zurück, als die Visa Runs erschwert wurden. Die 90er Rentnerkolonien gibt es nicht mehr, inzwischen alles Geschichte, ob der Ex-Polizist noch in TH ist weiss ich nicht, ich weiss nur in Phuket ist er nicht mehr.

Aus diesem ganzen Erfahrungsschatz war mir auch klar, dass die Plünderer Richtung Westen ziehen und es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie im Sozialstaatsparadies ankommen und dort alles platt machen. Mit diesem Bewusstsein nützte ich die mir verbleibende Zeit und bereitet den Neustart vor - mit 12 Jahren Knochenarbeit und vollem Einsatz. Geschenkt bekam ich nichts ...

Wenn ich heute von diesen Dingen erzähle, ist es kein Neid sondern sollte den anderen eine Lehre sein, wie die Dinge laufen. Ich selbst bin heute in einer Situation, die sich täglich ändern kann, nichts ist garantiert. Ein grösser Fehler innerhalb des Familiengeschäfts und wir sind ruiniert .... so sieht es aus.

Wer von euch ist bereit, so ein Risiko zu tragen? --- alles ohne soziales Netz ...

Meine Generation die Babyboomer in D, hoffen alle, dass sie nicht das dicke Ende erleben müssen, das unweigerlich kommen wird. Darin liegt ihr ganzes Streben ..... diesen Kelch nicht leeren zu müssen. Da hoffe ich mit euch - denn mein Kelch ist dort auch noch gefüllt.

Allerdings könnte ich mit meinem Kelch dort und hier - nur noch ein jämmerliches Restleben ableben. Hier bekomme ich noch gar nichts aus dem Kelch und mit jedem Jahr das verstreicht, bis ich an die Reihe komme, wird er Inhalt weniger wert. Dieses Schicksal teilen wir.

Was wir nicht teilen ist mein Einsatz an Risiko - dafür werde nur ich alleine entschädigt - wie auch immer das ausgehen wird. Mit Neid hat das nichts zu tun, wenn es bei mir wie geplant klappt, habe ich überhaupt keinen Grund zum Neid - umgekehrt ist das aber durchaus möglich.

Fazit: der Sozialstaatsbürger hat sich in seinen Hochzeiten nicht anders verhalten als jeder Kolonist in der Vergangenheit zuvor ... darüber solltet ihr einmal reflektieren.
Gruss

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Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!


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