Rechtsradikaler Narrensaum
Der Rauswurf von Kalbitz ist zu befürworten. Die AfD wurde erfolgversprechend als Gründung honoriger Persönlichkeiten aus der Mitte der Gesellschaft und wurde dann mehr und mehr von Rechtsradikalen gekapert. Kalbitz ist einer dieser Rechtsradikalen. Er war tätig im NPD Vorfeld, zu dem auch die HDJ zählt, und hat seinen Beitrag dazu geleistet, dieses rechtsextreme Vorfeld in die AfD einzuschleusen. Diese Unterwanderung zeitigt ihre fatale Wirkung. Die AfD ist heute nur noch in Teilen liberal-konservativ, zum anderen eben auch -man muss es so deutlich sagen- rechtsradikal.
Damit hat die Partei nicht nur ihr Gesicht zu ihrem überdeutlichen Nachteil geändert, sondern auch die Voraussetzungen verspielt, bundesweit erfolgreich sein zu können. Im gesamten Westdeutschland wird sie so keinen Erfolgt haben können, und das zu Recht. Der Rauswurf von Kalbitz -wie auch die Flügel-Auflösung vor einigen Wochen- sind der Versuch der verbliebenen politikfähigen liberalen, demokratisch-konservativen und libertären Kräfte den rechtsradikalen Narrensaum abzuschütteln. Allerdings bezweifele ich, dass das mit der gebotenen Rigorosität gelingen kann. Der Ruf ist ohnehin ruiniert, was sonst?
Um es deutlich zu sagen: Ja, das Land bräuchte eine vernünftige demokratische Opposition, die sich in aller Deutlichkeit von den anderen Parteien abhebt; was das Land ganz sicher nicht braucht, ist eine AfD, die von Rechtsradikalen geprägt ist. Höcke, Kalbitz und Konsorten sind die Totengräber einer AfD, die eigentlich eine vernünftige, demokratische und politikfähige Gegenbewegung zum Irrsinn der etablieren Parteien sein wollte.