Jeder, der den 8.Mai zum FEIERtag machen will, sollte mal diese Doku sehen
Dieser ganze Youtube-Overkill macht mich nicht annähernd soviel denken wie diese Bilder und Alltagstexte. Alle sagen mir gegenwärtig, wie ich die Welt zu sehen habe, wer am besten alles durchschaut. Das geht mir sowas von auf den Keks inzwischen. Was man alles gesehen haben muss. Das wird auch im Gelben zur Manie.
Vor allem aktuell die Feiertagsstrategen sollten das mal sehen. Dann sollen sie zu den vergewaltigten jungen Frauen und zu den Brüdern und Schwestern der an in diesen letzten Kriegstagen gestorbenen Volkssturmkindern gehen oder zu denen, deren Eltern zerfetzt in den Ruinen lagen und das mal begründen. Die Deutschen sive die Berliner sind an Blödheit, d.i. vor allem Geschichtsvergessenheit nicht zu toppen. Dass man in Frankreich, Russland, England diesen Tag feiert, wie weiland man in Deutschland den Sedantag gefeiert hat, ist verständlich. Man feiert Siege. Aber einen Tag zu feiern, an dem alles in Schutt und Asche lag, was Jahrhunderte hervorgebracht hatte, dazu ist wohl nur ein imbeziller Deutscher fähig. Die Ambivalenz dieses Tages hat Gauland garnicht schlecht artikuliert.
Mein 17jähriger Onkel, der Arzt werden wollte, Einserschüler war, gerne mit der Botanisierungstrommel durch die Weltgeschichte wanderte und den ich nie kennengelernt habe, ist von Zwangsarbeiter, die nach dem Krieg bei meinen Großeltern einquartiert war, mit Zyankali vergiftet worden. Die ganze Familie war im Krankenhaus, es ging den ehemaligen Zwagsarbeiter um Honig, den man Großvater selbst machte und der etwas wert war. Soll ich das jetzt am 8 Mai feiern?
Herzlich
Oblomow